Dirk Röse Blaue Grünpflanzen

Männliche Namen der Bibel.

Mann. Geschichte. Bedeutung.

Aaron, Aron. Abraham. Absalom, Axel. Adam. Alexander. Amos. Andreas. Baptist. Bartholomäus. Benjamin, Ben. Christianos, Christian. Claudius. Clemens. Cornel, Cornelius. Daniel, Dan. David. Elia, Elias, Ilja. Ephraim. Gabriel. Gideon. Immanuel, Emmanuel, Manuel. Isaak. Jakob, Jakobus. Jason. Jeremia, Jeremias. Jesus. Joas, Joasch. Joel. Johannes, Johann, Hans, Jan, Janek, Janis. Jona, Jonas. Jonathan, Nathan, Nathanael. Joseph, Josef. Josua, Jeschua. Julius. Justus. Lukas. Markus. Matthias. Michael, Micha. Mose. Nikolaus, Nikodemus, Nick, Niklas, Niko, Klaus. Noah. Paulus, Paul. Petrus, Peter. Philippus, Philipp. Raphael. Ruben. Rufus. Salomo, Salomon. Samuel. Silas, Silvanus. Simeon, Simon. Stephanus, Stephan. Thomas. Timotheus, Timo, Tim. Titus. Tobias, Tobit. Zacharias.

Aaron, Aron

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Aaron, Aron ...

... der Mund Gottes ...

 

Aaron: (hebräisch) der Bergige

 

2. Mose 32

4. Mose 6,22-27 und 17,16-26

siehe insgesamt:

2. Mose 3 - 4. Mose 20

 

Wer die Geschichten Aarons liest, wird feststellen, dass sie meist auch Geschichten seines jüngeren Bruders Mose sind. Als Gott den Mose zum Retter Israels beruft, wehrt Mose sich u. a. mit dem Hinweis, er sei nicht beredt genug für eine solch große Aufgabe. Gott widerspricht Mose nicht, sondern stellt ihm Aaron an die Seite. Aaron wird zum Mund Moses - und letztlich zum Mund Gottes.

Bis zu seinem Tod steht Aaron im Zentrum der Ereignisse. Seine Rolle bzw. Bedeutung ist dabei allerdings stets an andere Personen gebunden.

Bekannt ist die Geschichte, in der Mose auf den Berg Sinai steigt und dort die zehn Gebote empfängt, während Aaron beim Volk Israel bleibt. Als Mose zu lange ausbleibt, verlangt Israel nach einem sichtbaren Gott - Aaron gibt ihrem Streben nach und lässt das goldene Kalb gießen. Das fordert den Zorn Gottes heraus, und Mose muss um Gnade für Israel bitten.

Dennoch wird Aaron zum ersten Hohepriester Israels berufen. Ihm und seinen Söhnen wird auch aufgetragen, den Segen Gottes über Israel auszusprechen. Gott jedoch bindet seinen Segen nicht an die Person des Priesters, sondern an das gesprochene Wort. Aaron bleibt der Mund Gottes, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

 

Auf der Leiter des Erfolgs bis ganz nach oben klettern. Vor Hochmut bewahrt werden durch die Erfahrung, dass man die eigene Rolle nur im Zusammenspiel mit anderen gut ausfüllt. Sich auch im Glauben nicht überschätzen, aber dafür Sprachrohr Gottes sein - so spricht die Bibel von Aaron.

Abraham

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Abraham ...

... Segen und Bund ...

 

Abraham: (hebräisch) Vater der Menge

 

1. Mose 12,1-9 und 15,1-6 und 18,16-33 und 22,1-19

siehe insgesamt:

1. Mose 11,27 - 25,11

 

Gott spricht Abraham in zweifacher Weise an: mit seinem Segen und mit einem Bund. 

Zunächst wird Abraham der Segen Gottes zugesprochen: Er bekommt den Stempel Gottes aufgedrückt. An ihm wird Gott seinen schöpferischen Reichtum und seine gute Macht erweisen. Er steht unter dem besonderen Schutz Gottes, er wird ein Segen für die Menschheit sein, aus ihm wird ein Volk hervorgehen, so zahlreich wie die Sterne am Himmel.

Der Segen Gottes verändert Abrahams Leben grundlegend: Er verlässt Heimat und Verwandtschaft und damit alle Sicherheiten, die er hatte, und verlässt sich ganz auf Gott. Gottes Segenszuspruch erreicht sein Ziel im Glauben Abrahams: Gott rechnet ihm das zur Gerechtigkeit; der Glaube ist genau die Reaktion, die Gott will.

So ist auch der Bund zwischen Gott und Abraham. Ein Bund ist wie ein Vertrag: eine gegenseitige Selbstverpflichtung, etwas zu tun oder nicht zu tun. Das Eigentümliche an Gottes Bund mit Abraham ist, dass Gott sich verpflichtet, seinen umfangreichen Segen an Abraham und seine Nachkommen weiterzugeben, während diese zunächst nur verpflichtet sind, das Bundeszeichen der Beschneidung einzuhalten. Der Glaube an Gottes Segensverheißung ist auch hier die eigentlich gewollte Reaktion und die Erfüllung des Vertrages durch Abraham und seine Sippe. Gott fordert diesen Glauben nicht ein, sondern weckt ihn durch die Erfüllung der Segensverheißung. Gott als der stärkere Partner übernimmt die größere Verpflichtung zugunsten des schwächeren Partners.

 

Segen und Bund sind Gaben Gottes. Glauben an das, was Gott zusagt, das ist Gottes Wunsch an die Menschen - das macht die Bibel an Abraham deutlich.

Absalom, Axel

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Absalom, Axel ...

... schön und angenehm ...

 

Absalom: (hebräisch) Vater ist Friede

 

2. Samuel 3,3 und 13,1 - 19,9

 

Es heißt, daß Absalom seinerzeit der schönste Mann in Israel war. Von Kopf bis Fuß ohne einen Makel. Schon von weitem konnte man ihn an seiner üppigen Haarpracht erkennen. Einmal im Jahr wurde sie geschoren, wenn sie ihm zu schwer wurde.

Es heißt auch, dass Absalom ein einnehmendes Wesen hatte. Er wusste sich Freunde zu machen. Nicht nur unter seinesgleichen, sondern auch im gemeinen Volk.

Absalom war ein Bild von einem Mann, ein wahrer Königssohn.

Absalom rächte seine Schwester Tamar, als diese von ihrer beider Halbbruder Amnon vergewaltigt worden war. Er tötete Amnon und floh ins Ausland.

Absaloms Vater, König David, liebte diesen, seinen dritten Sohn. Er war nachgiebig mit ihm und musste die Folgen tragen: Absalom erhob sich gegen seinen Vater und vertrieb ihn vom Thron.

Als es um die Frage ging, wie und wann man David verfolgen und töten sollte, hörte Absalom auf den falschen Ratgeber: Er hörte auf Huschai, der auch ein einnehmendes Wesen hatte und wusste, wie man sich Freunde macht.

Als dann die Jagd nach König David in vollem Gange war, ritt Absalom durch einen Wald. Dabei verfing sich seine Haarpracht in den tiefhängenden Zweigen eines Baumes. Er blieb hängen, und sein Pferd lief unter ihm weg. So wurde er ein leichtes Opfer für Soldaten Davids, die keine Gnade kannten und Absalom umbrachten. David jedoch trug tiefe Trauer um seinen Sohn.

 

Schönheit und ein angenehmes Wesen sind gute Gaben Gottes. Sie in rechter Weise zu gebrauchen und sich nicht in ihnen zu verfangen - das drückt der Name Absalom aus.

Adam

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Adam ...

... Bedeutung schenken ...

 

Adam: (hebräisch) Mensch, aus Erde

 

1. Mose 2,15 - 5,5

 

Allseits bekannt ist die Geschichte von Adam und Eva und dem Sündenfall. Weniger bekannt ist die Geschichte von Adam, der Namen gibt:

Gottes Einsicht, dass es für den Menschen nicht gut sei, allein zu sein, ist bemerkenswert. Erzählt doch die Urgeschichte davon, dass Gott bei Gelegenheit im Garten Eden spazieren ging und sich mit Adam unterhielt. So ganz allein war Adam also nicht.

Aber er hatte niemand seinesgleichen. Darum, um Adams willen, machte Gott alle Tiere der Welt und schickte sie zu ihm. Und Adam gab einem jeden Tier einen Namen. Und so bekam jedes Tier eine Bedeutung für ihn, einen Wert als Geschöpf Gottes. Dafür sind Namen da.

Adam bemerkte aber auch, dass keines der Tiere seinesgleichen war. Darum machte Gott die Adama, die Menschin. Über ihr ruft Adam voller Freude aus, dass sie wie er ist; und damit war Adams Einsamkeit beendet. Und Adam gab auch der Menschin einen Namen: Eva - Leben. Mit Eva kam das Leben für nachfolgende Generationen in die Welt. Adam gab ihr den Namen, sprach ihr diese Bedeutung zu.

 

Die Menschen und Tiere beim Namen nennen, ihnen Wert zusprechen, sie nicht im Bedeutungslosen, Namenlosen lassen, sondern in ihnen Geschöpfe Gottes erkennen - in der Bibel macht Adam damit einen guten Anfang.

Alexander

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Alexander, Alex ...

... der Beschützer ...

 

Alexander: (griechisch) der Verteidiger, der Beschützer, der Männer abwehrt

Alexandra: weibliche Form von Alexander

 

1. Makkabäer 1,1-10

Markus 15,21

Apostelgeschichte 4,6 und 19,33

1. Timotheus 1,19+20

2. Timotheus 4,14

 

Im Jahre 332 v. Chr. erobert Alexander der Große, griechischer Feldherr und König, auch Palästina. Mit ihm halten griechische Lebensweise und Philosophie Einzug in das besetzte Land. Alexanders Erbe bleibt in Israel umstritten, es wird bejaht wie abgelehnt. Und nicht alle Eltern würden ihren Söhnen den Namen Alexander geben, und dennoch wird er gebräuchlich.

In der Bibel finden sich nur spärliche Hinweise auf einige Christen mit dem Namen Alexander. Ein Beispiel: Simon, der aus dem nordafrikanischen Kyrene stammt, und der für Jesus das Kreuz trägt, nennt einen seiner Söhne Alexander. Dieser ist offensichtlich unter Christen bekannt. Mehr ist allerdings nicht zu erfahren. Und somit:

 

Beim Namen Alexander ist am ehesten auf dessen ursprüngliche griechische Bedeutung hinzuweisen: der Beschützer. Ein schöner Name mit einer schönen Aussage.

Amos

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Amos ...

... Mut zum offenen Wort ...

 

Amos: (hebräisch) Lastträger

Kurzform von Amasja: (hebräisch) der Herr hat getragen

 

Das Buch des Propheten Amos

 

Das ist typisch Gott. Er nimmt keine Rücksicht auf die herrschende Meinung, wer das Sagen hat, wer den Mund aufmachen darf und wem man verantwortungsvolle Aufgaben übertragen kann. Er achtet nicht darauf, wie der Mensch seine Angelegenheiten anpacken würde.

Amos zum Beispiel: Er ist ein einfacher Mann, ein Viehhirte. Er ist nichts besonderes, wenn man an Ausbildung, gesellschaftliche Stellung oder andere gern gesehene Vorzüge denkt.

Aber er ist in Gottes Augen der rechte Mann für eine schwere Aufgabe.

Amos bringt Mut auf, den Mut zum offenen Wort. Hält dem ganzen Volk Israel, aber auch den Herrschenden und Reichen einen Spiegel vor, aber einen, der verzerrt. Sonst würden sich die Angesprochenen nicht angesprochen fühlen. Amos benutzt Worte, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lassen.

Er droht Israel das Gericht Gottes an, weil es sich von Gott abgewandt hat. Was noch geblieben ist, ist lahmer Gottesdienst und oberflächliches Geplärr.

Amos droht Israel das Gericht Gottes an, weil seine Sitten verfallen und weil den Armen und Benachteiligten Unrecht geschieht.

»Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.« fordert Gott. Und Amos macht den Mund auf ...

 

Sich von Gott in Dienst nehmen lassen, sich nicht von Äusserlichkeiten schrecken lassen und der Mut zum offenen Wort - so füllt die Bibel den Namen Amos.

Andreas

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Andreas ...

... sie verknüpfen ...

 

Andreas: (griechisch) der Mannhafte, der Tapfere

Andrea: weibliche Form von Andreas

 

Matthäus 4,18-22 und 10,1-4; Lukas 6,12-16

Markus 1,16-20 und 1,29-31 und 3,13-19 und 13,1-13

Johannes 1,35-51 und 6,1-15 und 12,20-26

Apostelgeschichte 1,13

 

Sein Bruder Petrus war ein Energiebündel und im Jüngerkreis Jesu dominant. Andreas stand vielleicht immer in seinem Schatten. Beide waren Fischer, enge Freunde Jesu und zählten zu den Aposteln.

Es gibt nur wenige Geschichten, in denen Andreas genannt wird. Sie ergeben kein ausgeprägtes Bild von ihm, keines wie das von Petrus. Doch wenn man im Johannesevangelium einmal genauer hinsieht, kann man Andreas eine besondere Eigenschaft nachsagen: Er verknüpfte.

Als Fischer hatte er das lange Zeit mit seinen Netzen getan, sie knüpfen. Das hat ihn geprägt.


Es wird erzählt, dass Andreas erst ein Jünger des Johannes war, dann aber Jesus nachfolgte. Er war es, der dann Petrus mit Jesus zusammenbrachte.

Es heißt auch, dass es Andreas war, der Jesus auf einen Jungen aufmerksam machte. Der hatte fünf Brote und zwei Fische bei sich. Andreas zweifelte zwar am Wert seines Hinweises, aber Jesus nahm Brot und Fisch und machte damit 5000 Menschen satt.

Wiederum heißt es, dass Andreas und Philippus einige Griechen zu Jesus führten, die ihn sehen wollten.

Nach dem Markusevangelium gehörte Andreas zu einer kleinen Gruppe von Jüngern, die ein dunkles Wort Jesu ernst nahmen und nachhakten. Ihre Nachfrage war der Anknüpfungspunkt für Jesus, um vom Ende der Welt zu reden.

 

Davon bräuchten wir mehr: Leute, die die richtigen Fragen stellen. Leute, die Menschen zusammenführen. Leute, die andere zu Jesus führen - der Name Andreas nennt einen von ihnen.

Baptist

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Baptist ...

... die Frohbotschaft verkünden ...

 

Baptist: (griechisch) der Täufer

Oft als Beiname zu »Johann« gebraucht

 

Matthäus 3; Markus 1,1 - 13;

Lukas 3,1-21; Johannes 1

 

»Baptist« - »Täufer« war der Beiname eines gewissen Johannes, der zur Zeit Jesu lebte. Johannes war kein seltener Name damals. Wenn man also wissen wollte: »Von welchem Johannes sprichst du?« So konnte man antworten: »Ich spreche von Johannes dem Täufer.«

Dieser Täufer Johannes war ein wilder und struppiger Geselle, der in der Wüste lebte, sich von Heuschrecken und wildem Honig ernährte und Kleidung aus Kamelhaaren trug. Es lohnte den Weg, allein um ihn gesehen zu haben.

Aber er hatte auch etwas zu sagen. Und alle, die eigentlich nur ein bisschen neugierig waren, bekamen noch die Botschaft mit auf den Weg: »Das Himmelreich ist nahe herbeigekommen.« Und jeder wusste, was gemeint war: Gott selbst ist zu den Menschen gekommen. Das bedeutete für den Menschen: Kehre um zu einem Leben mit Gott. Fang neu an. Zu diesem Neuanfang taufte Johannes alle die, die wollten und tauchte sie ganz im fließenden Wasser unter.

Aber wie war die Botschaft gemeint? War es Drohbotschaft oder Frohbotschaft? Hatte der Mensch Grund zur Besorgnis oder Grund zur Freude, wenn Gott zu ihm kam? Vergebung der Sünden lag in der Taufe. Gott selbst wollte wegnehmen, was einen Neuanfang mit ihm verhinderte. Nichts sollte Gott und Mensch mehr trennen. Darum wurde in der Taufe alle Sünde »abgewaschen«, und neues Leben wurde möglich. Was der Täufer predigte und tat, war schon Evangelium, warf schon den Schatten Jesu voraus.

Und eines Tages wollte dann Jesus selbst von Johannes getauft werden. Der fand das unangemessen, wollte lieber sich von Jesus taufen lassen. Doch Jesus bestand darauf, und so wurde er getauft ...

 

Als frommer Mensch muss man nicht angepasst sein oder normal aussehen. Aber eindeutig von Gott reden, sodass Menschen froh werden über ihn. Zeichen der Liebe und Vergebung weitergeben - das verbindet die Bibel mit dem Beinamen Baptist.

Bartholomäus

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Bartholomäus ...

... mittendrin ...

 

Bar Tolmai: (hebräisch) Sohn des Tolmai

Bartholomäus: griechische Form von Bar Tolmai

 

Matthäus 10,2-4

Lukas 6,12-16

Apostelgeschichte 1,13

 

Bartholomäus. Sein Name allein ist überliefert. Stets wird er erwähnt unter den anderen Jüngern Jesu. Das scheint nicht viel, und doch: Es bedeutet, dass er die ganze Zeit über zum engsten Freundeskreis Jesu gehört hat. Er war mittendrin im Geschehen. Hat erlebt, was die Welt veränderte. Und vor allem: Jesus hat etwas in ihm gefunden, hat etwas besonderes in ihm gesehen und ihn deshalb an seine Seite geholt. Wir wissen nicht, was Bartholomäus für Jesus bedeutet hat, aber für ihn war es eine Auszeichnung, die das wahre Leben bedeutete.

 

Im wahren Leben sein, mittendrin sein, und von Jesus ausgezeichnet werden - damit lässt sich der biblische Name Bartholomäus verbinden.

Benjamin, Ben

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Benjamin, Ben ...

... zu guter Letzt ...

 

Benjamin: (hebräisch) Sohn des Glücks

 

1. Mose 35,16-20 und 42,1 - 45,5 und 49,27

 

Benjamin war Jakobs zwölfter Sohn. Er war das zweite Kind seiner geliebten Frau Rahel. Für Jakob war er jemand besonderes; und er wurde umso mehr gehütet, als dem Anschein nach Joseph verstarb, Jakobs Lieblingssohn.

Den Namen Benjamin bekam das Kind von Jakob. Nach dem Willen seiner Mutter Rahel sollte es Ben-Oni heißen: Kind des Unglücks, denn Rahel verstarb bei der Geburt. Aber Jakob nannte es Ben-Jamin: Sohn des Glücks.

Ein weiterer Sohn, das war Glück für ihn. Ihn von Rahel zu bekommen, war ihm ein Glück. Ihn in Erinnerung an Rahel bei sich zu haben, bedeutete Glück: denn Rahel selbst war ihm das Glück gewesen.

Benjamin blieb Jakobs jüngstes Kind. Und es ist heute in manchen Familien so, dass Familien einem Sohn den Namen Benjamin geben, wenn es nach ihm keine weiteren Kinder geben soll. Benjamin ist ein Name für das Kind, das zu guter Letzt kommt.

 

Für jemanden Glück bedeuten, einfach weil man da ist und weil schöne Erinnerungen mit einem verbunden sind - das bedeutet der Name Benjamin in der Bibel.

Christianos, Christian

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Christianos, Christian ...

... zu Christus gehören ...

 

Christianos: (lateinisch) zu Christus gehörend

Christian: als Name gebräuchliche Form von Christianos

Christiane, Christine, Christina: weibliche Form von        Christian

 

Apostelgeschichte 11,26 und 26,28

1. Petrus 4,16

 

Es ist eine seltsame Vorstellung, dass die Bezeichnung »Christen« nicht von den Jüngern Jesu stammt. Sie entstand auch nicht in jenen Glaubensgemeinschaften, in denen zuerst an den gekreuzigten und auferstandenen Jesus von Nazareth geglaubt wurde. 

Es waren Außenstehende, die diesen Begriff prägten. Und dann auch noch eher als Schimpfwort. Im ersten Petrusbrief wird das Wort deshalb ganz richtig in einem Atemzug mit »Mörder oder Dieb oder Übeltäter« und jenen genannt, die sich in fremde Angelegenheiten einmischen.

Jedoch, so der erste Petrusbrief, soll kein Gläubiger öffentlich gedemütigt werden, weil er ein Mörder, Dieb usw. ist. Ein Gläubiger darf nur unter Anklage gestellt werden, weil er ein Christ ist. Und als solcher soll er Gott ehren.

Die Bezeichnung »Christ« setzte sich bald durch. Sie gilt bis heute weltweit für all jene, die sich zu Jesus Christus bekennen. Man muss zugeben, jene Unbekannten, die das Wort »Christ« geprägt haben, die haben den christlichen Glauben auf den Punkt gebracht.

 

Zu Jesus Christus gehören, darum geht es und darauf kommt es an - und das meint auch der Name Christian.

Claudius

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Claudius

 

männliche Form von → Claudia

 

Apostelgeschichte 11,28 und 18,2 und 21,31-23,30

Clemens

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Clemens ...

... im Buch des Lebens ...

 

Clemens: (lateinisch) der Geduldige, der Sanftmütige

 

Philipper 4,3

 

Der Apostel Paulus schreibt über seinen Mitarbeiter Clemens, dass sein Name im Buch des Lebens steht.

Gemeint ist hier nicht jenes Buch, in dem alle Lebenden verzeichnet sind. Gemeint ist das Buch, in das Gott die Namen aller seiner Gläubigen geschrieben hat.

Leider kann niemand dieses Buch des Lebens einsehen und sich vergewissern, ob der eigene Name dort steht. Umso beeindruckender die Gewissheit des Paulus, dass Clemens dort eingetragen ist. Solche Gewissheit gehört zur Spitze des christlichen Glaubens: »Du stehst im Buch des Lebens. Ich stehe dort auch. Wir gehören Gott.« Solche Gewissheit ist angebracht unter Christen: Es ist kein Ringen mehr um einen Platz bei Gott und im Himmel. Es ist vielmehr Freude, Zuversicht und Dankbarkeit darüber, dass Gott selbst den Menschen einen Platz im Buch des Lebens schenkt.

Das konnte Paulus über Clemens sagen und dann in den Satz einmünden: »Freut euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch.« (Philipper 4,4).

 

Fröhliche Gewissheit, dass man im Buch des Lebens steht, dass man Gott gehört - das wird in der Bibel über Clemens gesagt.

Cornelius, Cornel

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Cornelius, Cornel ...

... ohne Ansehen der Person ...

 

Cornelius: (lateinisch, eigentlich:) zum Geschlecht der Cornelier gehörend

Cornel: Kurzform von Cornelius

Cornelia: weibliche Form von Cornelius

 

Apostelgeschichte 10,1 - 11,18

 

Cornelius war Hauptmann der römischen Besatzungsmacht in Cäsarea. Er als Nicht-Jude glaubte an den jüdischen Gott. Eines Tages hatte er eine Vision, in der er aufgefordert wurde, den Apostel Petrus zu sich zu rufen.

Petrus selbst hatte auch eine Vision, die ihn noch sehr beschäftigte, als bereits die Boten des Cornelius bei ihm vor der Tür standen: Petrus wurde in der Vision befohlen, unreine Tiere zu essen - für ihn als Juden unmöglich. Er wehrte sich, wurde aber zurechtgewiesen: »Was Gott rein gemacht hat, das nenne du nicht verboten.«

Petrus begab sich zu Cornelius, der mit Verwandten und Freunden auf ihn wartete. Petrus dämmerte, was seine Vision zu bedeuten hatte: Die Grenze zwischen rein und unrein, zwischen Jude und Nicht-Jude war aufgehoben. Und so betrat er das Haus eines Heiden.

Cornelius hatte Petrus rufen lassen, damit er den Versammelten von Gott erzähle. Und Petrus predigte das Evangelium von Jesus Christus. Als die Anwesenden es hörten, kam der Heilige Geist über sie, und sie ließen sich taufen.

Für die christliche Gemeinschaft war das eine unerwartete Wendung, von der Petrus sie erst überzeugen musste, dass sie von Gott gewollt war. Denn bis dato waren nur Juden Christen geworden. Heiden galten als vom Heil in Jesus Christus ausgeschlossen. Doch von nun an war klar, dass das Reich Gottes einem jeden offen steht - ohne Ansehen der Person.

 

Zu Gott kann kommen, wer will, unabhängig davon, in welche Gesellschaft oder Religion er hineingeboren wurde und welches Leben er bislang geführt hat. Gott nimmt Menschen an ohne Ansehen der Person - das überliefert die Bibel in der Gestalt des Cornelius.

Daniel, Dan

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Daniel, Dan ...

... ohne Schaden bleiben ...

 

Daniel: (hebräisch) Gott ist mein Richter

Dan: (hebräisch) Richter

Daniela: weibliche Form von Daniel

 

Der Prophet Daniel

 

Aus Neid wurde der Prophet Daniel angeschwärzt: Leute, die um ihre Position und Karriere fürchteten, stellten ihm beim persischen König Darius eine Falle. Darius stand zu seinem Fürsten Daniel; er stand aber auch hinter den Gesetzen, die er erlassen hatte. Und so ließ er schweren Herzens seinen besten Mann im Reich hinrichten: Daniel wurde in die Löwengrube geworfen.

Früh am nächsten Morgen aber eilte der König zur Hinrichtungsstätte, um sich zu vergewissern, was aus Daniel geworden war. Und Darius fand Daniel - lebend.

Gott hatte seinen Engel in die Löwengrube gesandt. Der Engel hatte den Löwen den Rachen zugehalten, sodass sie Daniel nicht verschlingen konnten. Er blieb ohne jeden Schaden. Daniel nahm dies als Zeichen seiner Unschuld vor Gott und auch vor dem König.

Der Erzähler fasst die Ereignisse dann mit den Worten zusammen: Denn Daniel »hatte seinem Gott vertraut«.

 

Gott vertrauen, dass er dem Bösen den Rachen zuhält. Gott vertrauen, dass man ohne Schaden bleibt. Gott vertrauen, dass man in seiner Hand ist. Das sind Segenswünsche, die sich mit dem Namen Daniel verbinden lassen.

David

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David ...

... das Leben auskosten ...

 

David: (hebräisch) Liebling, Vielgeliebter

 

1. Samuel 16 - 2. Samuel 24

1. Könige 1,1 - 2,12

Psalm 3,1 u. a.

Matthäus 1,6

 

Er hat es alles gehabt: Gottgefälliges Leben (2. Samuel 2,1) und schwere Schuld (2. Samuel 11), Frauenliebe (1. Samuel 18,20) und Männerliebe (1. Samuel 18,1-4), Nachsicht (1. Samuel 24) und Grausamkeit (2. Samuel 8,2) seinen Feinden gegenüber, ausgelassene Freude (2. Samuel 6,15-16) und tiefe Trauer (2. Samuel 1,17-27), Kunst (Psalm 3,1) und Politik (2. Samuel 5,1-5), Erfolg (2. Samuel 5, 17-25) und Misserfolg (2. Samuel 15-19) - eine lange Reihe von Gegensätzen, Extremen, aber auch von vielen Zwischentönen. David hat das Leben in allen seinen Facetten ausgekostet. Es war ein »volles Leben«.

Ob es allerdings auch die »Fülle des Lebens« war, ist eine andere Frage. Denn was David gelebt hat, ist nicht gleichzusetzen mit dem, was bei Gott »Leben« bedeutet: Leben, dessen Reichtum Gott ist. Leben, dessen fester Grund Gott ist. Leben im Gegenüber zu Gott.

Doch auch dadurch war Davids Leben geprägt. Es war zwar meist nicht sein Verdienst, sondern vielmehr Gottes Handeln an ihm. Die Fülle des Lebens kommt allein aus Gottes Hand - auch bei David (1. Samuel 16,13).

Und wie sich nach menschlichem Ermessen sagen lässt, dass David ein ausgefülltes Leben hatte, so lässt sich auch im geistlichen Sinne zumindest vermuten, dass er Teil hatte an der Fülle des Lebens.

 

Ein ausgefülltes Leben haben, die Fülle des Lebens haben, das Leben schlechthin auskosten - das zeigt die Bibel besonders deutlich an der Person des König David.

Elia, Elias, Ilja

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Elia, Elias, Ilja ...

... Gottes Fürsorge ...

 

Elia: (hebräisch) mein Gott ist JHWH

Elias: griechische Form von Elia

Ilja: russische Form von Elia

 

1. Könige 17 - 2. Könige 2,14

 

Elias Geschichte ist spannend nachzulesen. Bei allem Fesselnden, das vordergründig die Handlung prägt, ist für sie jedoch etwas anderes ausschlaggebend, etwas, das sich eher zwischen den Zeilen finden lässt:

Elia kommt während der Hungersnot nicht um, weil Gott für ihn sorgt.

Gott lässt sich auf den von Elia inszenierten Gottesbeweis auf dem Karmel ein.

Gott kümmert sich um den lebensmüden Elia und hilft ihm durch die schweren Stunden.

Kurz: Es geht um Gottes Handeln an Elia, nicht so sehr um Elias Verhältnis zu Gott. Es ist nicht Elia, der selbstverständlich mit Gott rechnet. Und es ist nicht so sehr Elias Glaube zu betonen. Die Selbstverständlichkeit liegt vielmehr ganz bei Gott. Es ist seine selbstverständliche und uneingeschränkte Fürsorge, die in den Eliageschichten zum Ausdruck kommt.

 

Unter Gottes Fürsorge stehen, selbstverständlich und uneingeschränkt zu ihm gehören - dieses Privileg ist mit dem Namen Elia verbunden.

Ephraim

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Ephraim ...

... wichtiger als erwartet ...

 

Ephraim: (hebräisch) doppelt fruchtbar, Fruchtland

 

1. Mose 41,50-52 und 48,1-22

 

Man könnte Jakob Altersstarrsinn vorwerfen, weil er seinen Enkel Ephraim dem anderen Enkel, Manasse, vorordnet. Dabei ist Manasse der erstgeborene Sohn des Joseph und Ephraim nur der zweite. Als Jakob beide in seinen Segen einschließt, zeichnet er jedoch Ephraim vor Manasse aus. Und das sehr zum Ärger von Joseph, der die Dinge lieber in der rechten Ordnung sähe.

Man könnte Jakob Altersstarrsinn vorwerfen, weil er Joseph nicht seinen berechtigten Willen tut. Denn stattdessen setzt er in Manasse und Ephraim etwas fort, was er schon selbst mit seinem eigenen Bruder Esau erlebt hat: Dass der Jüngere dem Älteren vorgezogen wird, dass der Jüngere überraschend an die erste Stelle rückt.

Man könnte Jakob Altersstarrsinn vorhalten, doch das wäre daneben gegriffen. Jakob sieht mit prophetischem Blick etwas in Ephraim, das niemand sonst wahrnimmt: Aus Ephraim wird ein größerer und bedeutsamerer Stamm Israels hervorgehen als aus Manasse. Nicht Jakob setzt sich hier durch, sondern was er sagt, wird sich durchsetzen, ist ja bereits beschlossene Sache: Ephraim wird gewichtiger werden, als zu erwarten war.

 

Im Leben einen gewichtigeren Platz einnehmen, als zu erwarten ist, überraschenderweise an die erste Stelle gesetzt werden - das lässt sich aus der biblischen Person Ephraim ableiten.

Gabriel

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Gabriel ...

... Einsicht in Gottes Pläne ...

 

Gabriel: (hebräisch) Mann Gottes, Held Gottes

Gabriele: weibliche Form von Gabriel

 

Der Prophet Daniel, 8,15-26 und 9,20-27

Lukas 1,26-38

 

Was der Engel Gabriel dem Propheten Daniel erklärt, hätte auch Geheimnis bleiben können. Was Gabriel dem Zacharias und dann der Maria ankündigt, hätte ebenfalls ungesagt bleiben können. Alles, was Gabriel weitergibt, hätte dennoch stattgefunden, wäre Ereignis geworden.

Es war jedoch Gabriels Auftrag, bestimmten Menschen Einsicht in die Pläne Gottes zu verschaffen. Er stand vor Gott, erfuhr alles aus erster Hand, konnte die Botschaft unverfälscht weitergeben. So konnten die Angesprochenen besser verstehen, was vor sich ging, wo sie sich in der Geschichte Gottes unter den Menschen befanden, welchen Platz Gott ihnen zugewiesen hatte.

Trotz aller Einsicht, die Gabriel verschaffte: Was er zu sagen hatte, war schwerverdauliche Kost, verlangte großen Glauben und Respekt davor, dass die letzen Geheimnisse doch Gottes alleiniger Einsicht vorbehalten sind.

 

Darum wissen, was Gott will. Einsicht bekommen in Gottes Absichten. Anerkennen, dass Gott nicht völlig durchschaut werden kann - damit ist der Name Gabriel verbunden.

Gideon

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Gideon ...

... sicher gehen bei Gott ...

 

Gideon: (hebräisch) der mit der zertrümmerten Hand

 

Richter 6-8

 

Ein Engel Gottes beruft Gideon zum Richter über Israel. Er wird sein Volk von der Bedrückung durch die Midianiter befreien.

Doch Gideon ist vorsichtig im Umgang mit Gott, will sicher gehen, dass er es auch tatsächlich mit Gott zu tun hat. Er bittet ihn um ein Zeichen zum Beweis dafür: Ein Opfer will er ihm darbringen. Und Gott lässt sich darauf ein, nimmt das Opfer an.

Und als es daran geht, Israel in den Kampf gegen seine Feinde zu führen, gedenkt Gideon der Verheißung Gottes, ihm den Sieg zu schenken. Auch jetzt will er sich vergewissern, ob er Gott richtig verstanden hat und bittet ihn um ein eindeutiges Zeichen: Ein Wollvlies wird er über Nacht auf den harten Boden der Tenne legen. Am Morgen soll dann allein die Wolle nass sein, der Boden drumherum aber trocken. Dies soll das Zeichen sein für Gideons tatsächliche Berufung zum Befreier Israels. Und Gott lässt sich darauf ein. Am nächsten Morgen ist die Wolle nass und der Boden trocken. Doch Gideon ist sich noch nicht sicher und bittet um ein weiteres Zeichen. Diesmal soll es genau umgekehrt sein: Die Wolle soll trocken bleiben und der Boden nass. Und Gott lässt sich darauf ein. Über Nacht bleibt die Wolle trocken und der Boden wird nass.

Damit ist Gideon überzeugt, und er zieht in den Kampf und erringt den Sieg.

Das sechste Kapitel des Richterbuches, in dem diese Geschichten erzählt werden, gehört zu den schönsten der Bibel. Gideons Fragen und Zweifel sind ja nur verständlich und vielen gläubigen Menschen ebenfalls bekannt. Sein Wunsch nach einem Zeichen Gottes trifft die Sehnsucht vieler, Gott möge sich und seinen Willen deutlich zu erkennen geben. Und über allem ist Gott, der sich auf Gideon einlässt, ihm seine Fragen, Zweifel und Zeichen nicht übel nimmt und nicht ausredet. Über allem ist Gott, der akzeptiert, dass Gideon mit ihm sicher gehen will.

 

Bei Gott sicher gehen, sich vergewissern, ob man ihn richtig versteht - davon zeugt der Name Gideon in der Bibel.

Immanuel, Emmanuel, Manuel

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Immanuel, Emmanuel, Manuel ...

... Gott ist mit Dir ...

 

Immanuel: (hebräisch) Gott mit uns

Emmanuel: griechische Form von Immanuel

Manuel: Kurzform von Immanuel

 

Der Prophet Jesaja 7,14 und 8,8

Matthäus 1,23

 

Die Verheißung des Propheten Jesaja besagt, dass einer kommen wird, einer, der Gott auf seiner Seite hat: Gott wird mit ihm sein. Man kann gespannt sein auf ihn.

Doch das ist noch nicht alles. Das eigentlich Großartige ist vielmehr: Er kommt um des Menschen willen, er kommt uns zugute; an ihm wird deutlich, dass Gott mit uns ist. Er ist der »Immanuel« - der »Gott mit uns«. Er kommt, um zurechtzubringen, was danieder liegt.

Christen deuten die Verheißung des Propheten Jesaja auf Jesus von Nazareth. In Jesus wird deutlich, dass Gott seine Menschen nicht aufgibt, sondern sich selbst hingibt, um sie aus dem Unheil zu erretten. Jesus ist der Christus, der Retter; Jesus ist der wahre Immanuel.

Einem Kind den Namen Immanuel zu geben, kann Antwort sein auf diesen Glauben. Der Name Immanuel wird zum Segenswunsch: Das Leben des Kindes möge glücklich verlaufen. An ihm soll alle Tage deutlich werden, dass Gott mit ihm ist. Es wird nicht zum Retter der Welt werden, aber es kann getrost und fröhlich sein, dass es bereits gerettet ist - durch den, dem der Name Immanuel vor allen zugesprochen wird: Jesus Christus.

 

In dem Glauben leben, dass Gott in Jesus Christus mit seinen Menschen ist. In der Gewissheit leben, dass Gott auch mit Dir, mit mir, mit dem Kind ist. In der Hoffnung leben, dass Gottes gute Gegenwart sich im eigenen Leben erweisen wird - das lässt sich mit dem biblischen Namen Immanuel verbinden.

Isaak

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Isaak ...

... um den es sich dreht ...

 

Isaak: (hebräisch) Lachen

 

1. Mose 21,1-7 und 22,1-19 und 24,62-28,9 und 35,27-29

 

Liest man die Geschichten Isaaks, so fällt auf, dass er als Person oft im Hintergrund bleibt. Zwar dreht sich vieles um ihn, aber er ist es oftmals nicht, der eine Handlung prägt sondern andere tun es.

Als Gott den Abraham auffordert, seinen Sohn, den Verheißungsträger, zu opfern - da geht es natürlich um Isaak, doch ist er vielmehr Objekt der Geschichte als Subjekt.

Es ist Abraham, der seinen Knecht losschickt, um in der alten Heimat eine Frau für Isaak zu suchen. Auch hier hält er nicht die Fäden in der Hand.

Es ist Rebekka, die der Knecht findet und die Isaaks Frau werden soll. Die Erstbegegnung der zukünftigen Eheleute wird aus Sicht der Rebekka beschrieben: Auf Kamelen reitend, nähern sie und der Knecht sich dem Ort, wo Abraham und Isaak wohnen. Sie sieht, dass ihnen ein Mann entgegen kommt. Und es heißt (genau übersetzt): »Da fiel sie vom Kamel.« Und der Knecht sagt, der Mann sei Isaak. Leider wird nicht erzählt, warum Rebekka vom Kamel fällt: Weil sie ahnt, dass sie dem Reiseziel nahe sind, und sie der Schrecken befällt vor dem, was von dort auf sie zukommt? Weil sie enttäuscht ist von Isaaks Erscheinung? Oder weil sie beeindruckt ist von ihm? Jedenfalls steht Isaak auch in dieser Begebenheit in der zweiten Reihe.

Auch als Jakob Jahrzehnte später den Segen Gottes gewinnt, indem er seinen Vater Isaak darum betrügt - auch da geht es natürlich um Isaak, der allein den Segen sprechen oder verweigern kann. Doch die Handlung der Geschichte wird von Rebekka und Jakob vorangetrieben. Von Isaak bleibt der Eindruck, dass er sich überraschend schnell damit abfindet, was um ihn und mit ihm geschieht.

Isaak ist vielleicht eher der ruhige und zurückhaltende Typ, ist vielleicht eher der gelassene und ausgeglichene Menschenschlag. Das mindert aber nicht seine Bedeutung. Ohne ihn hätte die Geschichte Gottes mit dem verheißenen Volk nicht stattgefunden. Er hat einen unverzichtbaren Platz in alledem. Auf diese Weise ist Isaak doch insgeheim Mittelpunkt der Ereignisse. Und es gilt umso mehr, dass es Isaak ist, um den es sich dreht.

 

Eine wichtige Rolle spielen - auf unscheinbare Art und Weise. Derjenige sein, um den es sich dreht, ohne sich in den Vordergrund zu schieben - das spiegelt sich in der Gestalt des Isaak wieder.

Jakob, Jakobus

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Jakob, Jakobus ...

... Gott macht alles gut ...

 

Jakob: (hebräisch) der Fersenhalter

Jakobus: griechische Form zu Jakob.

 

1. Mose 25,29-34 und 27,1-40 und 28,10-19 und 29,1-30 und 32,23-33

siehe insgesamt:

1. Mose 25,19 - 50,14

 

Es überrascht immer wieder, dass jemand wie Jakob unter dem Segen Gottes steht.

Jakob nutzt eine Schwäche seines Bruders Esau, um ihm das Erstgeburtsrecht wegzunehmen. Jakob überlistet Vater und Bruder und erschleicht sich den Segen Gottes. Jakob übervorteilt seinen Onkel Laban und wird dadurch reich. Jakob ringt Gott erneut den Segen und zugleich einen neuen Namen ab: Aus Jakob wird Israel.

Es überrascht auch immer wieder, dass einer wie Jakob, der unter dem Segen Gottes steht, so viel Leid ertragen muss.

Aus Angst vor seinem Bruder muss Jakob aus der Heimat fliehen. Er wird von seinem Onkel betrogen und wird unwissentlich mit der falschen Frau verheiratet: Lea. Darum dient er um seine geliebte Rahel zweimal sieben Jahre. Er verliert seinen Lieblingssohn Josef für lange Jahre ohne Hoffnung auf ein Wiedersehen.

Letzten Endes aber macht Gott alles gut. Jakob setzt sich durch und sitzt sich durch, und zum Schluss steht er immer wieder aufrecht da, zufrieden, und am Ziel angekommen. Trotz allem Schweren hat Jakob ein gelungenes Leben. Sein Wille und Ziel sind gleich mit Gottes Wille und Ziel: Der Segen Gottes entfaltet sich in seinem Leben und wird durch ihn weitergegeben.

 

Leben anpacken, sich nicht unterkriegen lassen, Schweres durchstehen: alles in der Gewissheit, dass man Gott auf seiner Seite hat und dass sich sein Segen schließlich durchsetzen wird - dazu ermuntert die Bibel in der Person des Jakob.

Jason

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Jason ...

... für andere einstehen ...

 

Jason: (griechisch) der Heilende

 

Apostelgeschichte 17,1-10a

Römer 16,21

 

Der Apostel Paulus kam auf seiner zweiten Missionsreise in die griechische Stadt Thessalonich. Begleitet wurde er von seinem Mitarbeiter Silas. Wie so oft ging Paulus in die Synagoge, wo er der jüdischen Gemeinde die Schrift auslegte. Er versuchte den Beweis zu führen, dass Jesus der Christus ist. Mit mäßigem Erfolg, wie es scheint.

Immerhin entstand eine kleine Gemeinde aus Juden und Juden-Sympathisanten. Zu ihr gehörte auch Jason. Jason nahm Paulus und Silas bei sich zu Hause auf. Und schon bald traf sich die ganze Gemeinde bei ihm.

Die jüdische Gemeinde stand der Botschaft des Paulus insgesamt eher kritisch gegenüber. Und dass es hieß, Jesus sei der König, beunruhigte sie. Sie wollte nicht in den Verdacht kommen, einem neuen König zu huldigen und gegen den Kaiser in Rom zu sein.

Um diesem Vorwurf zuvorzukommen, sollten Paulus und Silas verklagt werden. Man zog vor Jasons Haus und suchte nach den beiden, fand sie aber nicht. Daraufhin wurden Jason und ein paar andere Christen ergriffen und vor Gericht geschleppt. Dort wurden sie als Aufrührer angezeigt.

Die Stimmung in der Stadt wandte sich gegen die Christen. Nur gegen eine Kaution kamen Jason und die anderen vorläufig auf freien Fuß. Diesen Spielraum nutzten sie, um noch in derselben Nacht Paulus und Silas aus der Stadt zu schmuggeln. Die beiden sollten nicht doch noch Opfer des allgemeinen Unmuts werden. Was an Unannehmlichkeiten und bleibenden Nachteilen für den Alltag zu befürchten war, nahmen die Christen um Jason lieber auf sich allein. Paulus und Silas sollten davon unbeschadet bleiben.

 

Für andere einstehen, für das Gute und für Gott - damit wird in der Bibel der Name Jason verbunden.

Jeremia, Jeremias

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Jeremia, Jeremias ...

... von Gott ausgesondert ...

 

Jeremia: (hebräisch) Gott erhöht, Gott richtet auf

 

Der Prophet Jeremia

 

Es war zu der Zeit, als das Volk Israel sich zusehends von Gott abwandte und immer weiter in die Irre ging. Da sonderte Gott sich einen Menschen aus der Masse aus und bestellte ihn zum Propheten, machte ihn zu seinem Botschafter, zu seinem Sprachrohr. Das war Jeremia.


Jeremia fühlte das Drängen Gottes schon in jungen Jahren und winkte ab: Er fühlte sich nicht reif genug für eine so wichtige Aufgabe. Denn es galt, ein ganzes Volk von seinen verkehrten Wegen abzubringen und es zur Buße zu treiben.

Gott wiederum bestand auf der Beauftragung des Jeremia und versprach ihm, stets bei ihm zu sein und ihn zu erretten: »Fürchte dich nicht« (Jeremia 1,8). Und Gott setzte ihn in sein Amt ein. Er streckte seine Hand aus und berührte Jeremias Mund unter den Worten: »Siehe, ich lege meine Worte in Deinen Mund« (Jeremia 1,9). Von nun an würde alles, was Gott zu sagen hatte, aus Jeremias Mund zu hören sein.

Jeremia versuchte, Israel zur Umkehr zu bewegen, es wieder auf seinen Gott einzuschwören. Er stellte dem Volk Gottes das Gericht vor Augen, das hereinbrechen würde, sollte es weiterhin gottlose Wege gehen. Er rannte und kämpfte gegen den breiten Strom der Verderbnis an, hatte aber keinen Erfolg. Und so kam das Gericht Gottes schließlich über Israel.

So war Jeremia tatsächlich sein Leben lang ein Ausgesonderter, ein vor Gott Besonderer. Er hat sich mit dieser Rolle nie wirklich abgefunden, sondern über die Last seines Amtes geklagt. Trotzdem tat er in Treue und Langmut, was Gott von ihm wollte.

 

Von Gott ausgesondert werden, das bedeutet: jemand besonderes zu sein vor Gott und im Reich Gottes; sich von Gott in Anspruch nehmen lassen und die guten und schlechten Folgen mittragen - die Bibel zeigt das eindrücklich am Propheten Jeremia.

Jesus

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Jesus ...

... wie ist Gott?

 

Jeschua: (hebräisch) Der Herr ist Heil / Rettung

Jesus: griechisch-lateinische Form von Jeschua

 

Das Neue Testament

siehe vor allem:

die vier Evangelien, der Römerbrief

 

Wer beginnt, über Jesus von Nazareth nachzudenken, wird bald und dann immer wieder auf Fragen stoßen, die er letztlich für sich allein beantworten muss:

»Für wie glaubwürdig halte ich die Überlieferungen von Jesus in den Schriften des Neuen Testamentes? Für wie maßgeblich halte ich die kirchliche Tradition und ihre Lehre von Jesus? Will ich dem, was ich von Jesus kennenlerne, eine Bedeutung für mein weiteres Leben zugestehen?« Und da die Antworten unterschiedlich ausfallen, gibt es unzählig viele Meinungen und Glaubensaussagen über ihn. An ihm scheiden sich die Geister.

Eine Frage von entscheidender Bedeutung lautet: »Begegnet mir Gott in Jesus?« Anders formuliert: »Bringe ich Jesus mit Gott in Verbindung oder nicht? Ein Jesus, den ich zusammen mit Gott denke, wird für mich ein grundsätzlich anderer sein als ein Jesus, der mit Gott nichts zu tun hat.«

Die Frage nach »Gott in Jesus« schließt die Rückfrage mit ein: »Wenn mir in Jesus Gott begegnet, mit was für einem Gott habe ich es dann zu tun?« Anders formuliert: »Wie ist Gott?« Und: »Will ich mit dem Gott, den ich in Jesus kennenlerne, etwas zu tun haben?«

Einmal ein Evangelium lesen, zum Beispiel das von Lukas, nur unter der Fragestellung: »Was für ein Gott begegnet mir in Jesus?«, das hilft, sich über Jesus klarer zu werden und zugleich das eigene Gottesbild bedenken.

 

Ist Gott in Jesus? Wenn ja: Wie ist Gott dann? Wenn jemand den Namen des Jesus von Nazareth trägt, oder wenn der Name Jesus über einem Menschen ausgesprochen wird, zum Beispiel in der Taufe, - heißt das dann, dass Gott mit ihm ist? Die Evangelien im Neuen Testament laden zum Nachdenken über diese Fragen und zum Nachdenken über Jesus ein.

Joas, Joasch

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Joas, Joasch ...

... Freunde haben ...

 

Joas: (hebräisch) Gott ist stark

in neueren Bibelübersetzungen: Joasch

 

2. Könige 11-12

2. Chronik 22,10 - 24,27

 

Wie Joas König über Juda wurde, ist eine richtige Abenteuergeschichte:

Sein Vater Ahasja wurde umgebracht, und seine Großmutter Athalja griff daraufhin nach der Macht im Land. Um uneingeschränkt herrschen zu können, ließ sie die ganze verbleibende Königsfamilie ermorden. 

Joas war damals gerade ein Jahr alt. Den Nachstellungen Athaljas entging er nur, weil er von seiner Tante Joscheba rechtzeitig versteckt wurde. Die brachte das Kind nämlich in den Tempel zu ihrem Mann Jojada, der dort Priester war.

Sechs Jahre lang wurde Joas verborgen gehalten. Dann wagten Jojada und einige Offiziere einen Putsch und riefen den siebenjährigen Joas als König aus.

Der Priester Jojada blieb sein Leben lang Berater des Königs. Und die Chronisten der Bibel sind mit dieser Amtszeit im Großen und Ganzen zufrieden. 

Ausführlich erwähnt wird das Engagement Joas' für den Tempel Gottes: Der war vernachlässigt worden und mittlerweile ziemlich heruntergekommen, und Joas sorgte dafür, dass das Gebäude wiederhergestellt wurde.

Als Jojada starb, gewannen andere einflussreiche Leute die Freundschaft des Joas. Die Chronisten der Bibel sind mit diesem zweiten Teil der Regierung Joas' nicht zufrieden. Denn der Abgötterei wurden wieder Tür und Tor geöffnet. Der Prophet Secharja, Jojadas Sohn, wurde wegen seiner Bußpredigt sogar getötet.

 

Es ist gut, Freunde an seiner Seite zu haben. Freunde bereichern das Leben. Freunde geben dem Leben Halt. Freunde prägen das Leben - im Guten wie auch im Schlechten. Ein Beispiel für gute Freundschaft und eine Mahnung, sich nur auf gute Freunde einzulassen - das ist der König Joas in der Bibel.

Joel

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Joel ...

... Vorankündigung, Verkündigung, Kunde Gottes ...

 

Joel: (hebräisch) JHWH ist Gott

 

Der Prophet Joel

Apostelgeschichte 2,14-21

 

Mit Joel tritt wieder ein Mann Gottes auf, der die Stimme Gottes unter den Menschen erhebt und verkündigt, was der Herr sich vorgenommen hat:

Joel tritt auf und kündigt das Gericht an über das Volk Gottes und zugleich über alle Völker der Erde.

Joel tritt auf und ruft zur Umkehr. Es ist noch die Zeit dazu, Gottes Gericht abzuwenden - nicht mit äußerlichen Gebärden, aber mit Gebärden des Herzens. Joel gibt Kunde von Gottes Barmherzigkeit.

Joel tritt auf und weist weit in die Zukunft. Er wird es nicht gewusst haben, aber einige seine Worte erfüllen sich erst mit dem Pfingstfest der Jünger Jesu in Jerusalem: Joel kündigt die Ausgießung des Heiligen Geistes an. Und der Apostel Petrus erinnert sich in seiner Pfingstpredigt der Worte des Propheten und zitiert dessen Ausspruch: »Und nach diesem will ich meinen Geist ausgießen über alles Fleisch, und eure Söhne und Töchter sollen weissagen, eure Alten sollen Träume haben, und eure Jünglinge sollen Gesichte haben« (Joel 3,1; Apostelgeschichte 2,17).

 

Damit leben, was von Gott angekündigt ist: Das Böse wird keinen Bestand haben; Gott wird es richten. Barmherzigkeit wird als Korrektiv des Gerichtes angeboten; Gott will nicht die Verurteilung des Menschen, sondern seine Begnadigung. Für die Menschen Gottes gibt es eine gute Zukunft; Gott lässt nicht zu, dass seine Geschichte mit der Menschheit ein schlechtes Ende nimmt - das sind Aspekte in der Verkündigung des Propheten Joel.

Johannes, Johann, Hans, Jan, Janek, Janis

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Johannes, Johann, Hans, Jan, Janek, Janis ...

... Liebe und Wahrheit ...

 

Johannes: (hebräisch) Gott ist gnädig

Johann, Hans, Jan, Janek, Janis: Varianten von Johannes

Johanna, Johanne: weibliche Formen von Johannes

 

Matthäus 4, 18-22 und 10,1-4 und 20,20-28

siehe auch:

Johannesevangelium, die drei Johannesbriefe, die Offenbarung des Johannes

 

Das Schriftwerk, das innerhalb der Bibel dem Apostel Johannes zugeschrieben wird, ist umfangreich. Zu umfangreich, um es mit wenigen Worten zusammenfassen zu können. Zwei Stichworte tauchen bei ihm aber immer wieder auf und prägen die Inhalte der Bücher und Briefe. Es sind die Stichworte Liebe und Wahrheit.

Der Spitzensatz aus Johannes' Gedanken über die Liebe lautet: »Gott ist die Liebe« (1. Johannes 4,16). Beide werden nicht mehr nur miteinander verglichen oder in ein Verhältnis gestellt. Sie werden miteinander identifiziert. An diesem Satz muss Gott sich messen lassen. An diesem Satz muss sich auch bewähren, was Menschen unter Liebe verstehen. An diesem Satz muss sich aber auch alles messen lassen, was im Namen der Liebe unter Menschen geschieht. Mit anderen Worten: Wenn es unter Menschen um Gott geht, geht es dann auch um die Liebe? Wenn es unter Menschen um Liebe geht, lässt sich in ihr Gott wiedererkennen? Ein hoher Anspruch. Ein gewaltiges Erbe, das Johannes hinterlassen hat.

Wenn Johannes von der Wahrheit schreibt, dann bewegt ihn u. a. die Verlässlichkeit Gottes: Kann der Mensch sich dem anvertrauen, was er von Gott hört und was er von Gott gerne glauben möchte; ist das alles wahr? Der Spitzensatz aus Johannes' Nachdenken über die Wahrheit lautet: Jesus Christus ist Weg, Wahrheit und Leben. Allein durch ihn kommt ein Mensch zu Gott Vater (Johannes 14,6). Mit anderen Worten: Gott hat sich dem Menschen in Jesus Christus verlässlich zu erkennen gegeben. »In Jesus von Nazareth haben wir es mit Gott zu tun« (Dieter Grimmsmann). Was wir von Jesus sagen können, können wir auch von Gott sagen. Worauf wir uns bei Jesus verlassen, darauf können wir uns auch bei Gott verlassen. Daran muss Gott sich messen lassen. Daran muss sich aber auch messen lassen, was unter Menschen von Gott geglaubt und gesagt wird.

 

In Gott Liebe und Wahrheit finden und sich dem anvertrauen. Das sind gute Voraussetzungen für ein gelungenes Leben - und das ist in der Bibel mit dem Apostel Johannes verbunden.

Jona, Jonas

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Jona, Jonas ...

... wie Gott sich durchsetzt ...

 

Jona: (hebräisch) Taube

 

Der Prophet Jona

 

Jona hatte seine eigenen Vorstellungen davon, was er tun und lassen wollte, und davon, was Gott zu tun und lassen hatte. Er versuchte, Gott gegenüber damit durchzukommen - vergeblich. Letztlich setzte Gott sich durch:

Jona hielt nichts von dem Auftrag Gottes, der heidnischen Stadt Ninive das Gericht zu predigen, und setzte sich ab. Er wollte per Schiff in die Stadt Tarsis flüchten. Als das Schiff im Sturm unterzugehen drohte, ließ er sich von der Besatzung opfern und ins Meer werfen - wohl wissend, dass Gott hier nach ihm griff. Jona landete im Bauch eines Riesenfisches und blieb dort drei Tage und Nächte, bis ihn der Fisch wieder ausspie und er an Land gelangte. Die Flucht war missglückt. Gott wiederholte seinen Auftrag, und diesmal ging Jona. Gott hatte sich durchgesetzt.

Jona predigte in Ninive das Gericht Gottes, das in 40 Tagen über die Stadt hereinbrechen würde - und Ninive bekehrte sich und ging in Sack und Asche. Als Gott das sah, verzichtete er auf das angedrohte Gericht. Das aber passte Jona nicht, der lieber Unheil über Ninive mitangesehen hätte. Jona verdross sein Gott und sein Leben. Und so ließ Gott eine Staude wachsen, an der Jona sich erfreute, und er ließ die Staude vom Wurm zerfressen, dass es Jona traurig machte. Und Gott sprach zu Jona: »Du bekümmerst dich um eine Staude, für die du nichts getan hast. Stell dir vor, wieviel mehr es mich um Ninive jammert, in der meine Geschöpfe wohnen, und wieviel mehr es um Ninive jammern würde, wenn ich es dem Gericht überlassen hätte.« Jonas Hadern mit Gott und der Welt endete an dieser Stelle. Gott hatte sich mit seiner Barmherzigkeit durchgesetzt.

Verwunderlich an der Geschichte Jonas ist nicht so sehr, dass Gott sich durchsetzt und dass er gnädig ist mit Ninive. Verwunderlich ist eher, wie Gott dabei mit Jona umgeht. Gott hätte auch einen anderen Prediger nach Ninive schicken können - aber er hält an Jona fest. Gott hätte es auch gleichgültig sein können, was Jona über die Verschonung der Stadt denkt - aber er zeigt Jona, wie verständlich und selbstverständlich seine Umkehr ist. Jona ist Gott wichtig.

 

Gottes Wege gehen, sich von Gott auf den rechten Weg bringen lassen, sich seiner Führung und seiner Gerechtigkeit anvertrauen - das sind Ermutigungen aus dem Buch des Propheten Jona.

Jonathan, Nathan, Nathanael

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Jonathan, Nathan, Nathanael ...

... der Herr zwischen dir und mir ...

 

Jonathan: (hebräisch) Gott hat gegeben

Nathan: (hebräisch) Gabe

Nathanael: (hebräisch) Gottesgabe

 

Jonathan: 1. Samuel 14,1-46 und 18,1 - 21,1

Nathan: 2. Samuel 12

Nathanael: Johannes 1,43-51

 

Jonathan, den Sohn König Sauls, und David verband eine tiefe Freundschaft. Als Jonathan starb, trauerte David und sprach von der Liebe, die beide verband und die ihm über alles ging.


Eines Tages schmiedeten die zwei einen Plan und schworen einander darauf ein mit der Formel: »Siehe, dafür steht der HERR zwischen mir und dir ewiglich« (1. Samuel 20,23; ähnlich 20,42).

Dieser Schwur drückt viel Gutes aus, das sich zu bedenken lohnt:

Jonathan und David beziehen Gott in ihre Freundschaft mit ein - das ist eine gute Basis für jede Beziehung. Sie beginnt und endet nicht bei ihnen, sondern ist in einen viel größeren Rahmen gestellt: Sie ist in Gottes Hand gelegt. Es ist gut, wenn menschliche Beziehungen auf diese Weise über sich selbst hinaus gewiesen sind. Denn das menschliche Vermögen zur Freundschaft ist begrenzt. Durch Gott werden Grenzen weiter, wächst Beziehungsfähigkeit.

So, wie Gott Freunde miteinander verbindet, so trennt er sie auch: Er steht zwischen ihnen, schafft Abstand. Das ist gut, denn so hat keiner den direkten Zugriff auf den anderen: Er muss gewissermaßen immer erst an Gott vorbei, um zum anderen zu gelangen. Was zwischen ihnen geschieht, soll sich an Gott messen lassen.

Gott bietet auch einen verlässlichen Rahmen für Freundschaft. Weil jemand sich und sein Leben Gott anvertraut, und weil der Freund das gleiche tut, und weil beide Seiten Gott in ihre Beziehung einbringen, wissen sie, dass sie sich auch einander anvertrauen können.

 

Freundschaft zu dritt, Freundschaft, die Gott mit einbezieht - das überliefert die Bibel von Jonathan.

Joseph

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Joseph ...

... Gott hält, was er verspricht ...

 

Joseph: (hebräisch) Gott möge hinzufügen

Josepha, Josephine: weibliche Form von Joseph

 

1. Mose 30,22-24 und 37-50

2. Mose 1,1-8

 

Bei allem Auf und Ab in seinem Leben, bei allem Leid, das er erfahren hatte, konnte Joseph dennoch einen Sinn in seinem Schicksal erkennen, konnte er sogar das Gute benennen, das Gott mit alledem bewirkt hatte: »Gott gedachte es gut zu machen, um zu tun, was jetzt am Tage ist, nämlich am Leben zu erhalten ein großes Volk« (1. Mose 50,49).

Einst Lieblingssohn seines Vaters Jakob, war er von seinen Brüdern aus Neid nach Ägypten verkauft worden.

Als Sklave eines hohen ägyptischen Herrn stieg er zum Verwalter dessen gesamten Besitzes auf. Von der Frau des Verwalters verleumdet, landete er im Gefängnis.

Als Gefangener gewann er das Vertrauen des leitenden Beamten und übernahm von ihm die Geschäfte des Gefängnisses.

Weil er einem Gefangenen einen Traum verlässlich ausgelegt hatte, durfte er eines Tages die Träume des Pharao deuten.

Vom Gefangenen erhob ihn der Pharao direkt zum zweiten Mann des Landes mit der Aufgabe, Ägypten vor einer Hungersnot zu bewahren. Als die Hungersnot aber seine Brüder und seinen Vater in der Heimat drückte, zogen die Brüder nach Ägypten, um Getreide zu kaufen und trafen dort auf - Joseph. Und so fügte es Gott, dass die Familie wieder zueinander fand.

Zugleich hatte Gott vorangebracht, was er versprochen hatte: dass aus dieser Sippe ein großes Volk werden würde. Darum hatte er die Familie Jakobs am Leben erhalten. Dazu hatte er alle verschlungenen Pfade und Sackgassen genutzt, auf denen Josef, seine Brüder und ihr Vater gegangen waren.

Es bleibt Gottes Geheimnis, wie er Irrungen und Wirrungen des menschlichen Lebens nutzt, um endlich doch bei dem zu landen, was er sich vorgenommen hatte. Es bleibt sein Geheimnis, wie er die Fäden des Daseins strickt, sodass am Ende ein sinnvolles Ganzes dabei herauskommt. Offenbar und tröstlich ist dagegen, dass Gott am Werk ist - auch im eigenen Leben.

 

Gott hält, was er verspricht. Gott ist auch im eigenen Leben am Werk und will, dass sinnvolles und erfülltes Leben gelingt - das macht die Bibel am Beispiel des Joseph deutlich.

Josua, Jeschua

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Josua, Jeschua ...

... erstaunlich, wie Gott hilft ...

 

Josua, Jeschua: (hebräisch) Gott ist Hilfe / Rettung / Heil

 

2. Mose 17,8-16

4. Mose 13,3-16

Das Buch Josua

 

Drei Wunder sind es, die Gott für Israel wirkt, als es unter Josua das verheißene Land für sich erobert. Alle drei Wunder sind spektakulär und machen deutlich: Diesem Volk hilft ein mächtiger Gott.

Als Israel den Jordan durchqueren muss, legt Gott das Flussbett trocken, und das Wasser bleibt flussaufwärts wie ein Wall stehen. Israel kommt trockenen Fußes an das andere Ufer.


Als Israel daran geht, die Stadt Jericho zu erobern, sagt Gott, wie es gelingen wird: Kriegsvolk, Priester mit Posaunen, die getragene Bundeslade und das gemeine Volk ziehen sechs Tage lang je einmal schweigend um die Stadt. Am siebenten Tage ziehen sie siebenmal um die Stadt. Bei der siebten Umrundung erheben sie lautes Kriegsgeschrei, und die Mauern der Stadt stürzen ein. Jericho wird erobert.

Als Israel gegen die Amoriter kämpft, lässt Gott einen Hagel großer Steine auf die fliehenden Feinde fallen. Der tötet mehr Feinde, als Israel mit dem Schwert erschlägt. Am selben Tag befiehlt Josua Sonne und Mond, am Himmel stehen zu bleiben und sich nicht zu bewegen, bis die Rache an den Feinden vollzogen wäre. Und Gott hält für Josua die Zeit an, so dass sogar der Schreiber des Buches Josua erstaunt schreibt: So einen Tag hat es weder vorher noch nachher gegeben, dass Gott derart auf einen Menschen gehört hätte.

Gottes Hilfe im Alltag ist weit weniger spektakulär als seine Hilfe für Josua - jedenfalls meistens. Aber sie ist oft deutlich zu erkennen - für einen selbst oder eine Glaubensgemeinschaft. Und wie Gott hilft, das erfüllt dann doch immer wieder mit Staunen.

 

Gottes Hilfe annehmen. Seiner Hilfestellung Folge leisten. Über seine Hilfe staunen - das lehrt die Bibel durch Josua.

Julius

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Julius ...

 

männliche Form von → Julia

Apostelgeschichte 27,3

Justus

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Justus ...

... Gastfreundschaft ...

 

Justus: (lateinisch) der Gerechte

 

Apostelgeschichte 18,7

siehe auch:

Apostelgeschichte 1,23

Kolosser 4,11

 

Der Apostel Paulus predigte in Korinth das Evangelium. Wie so oft wählte er als Ort der Verkündigung die jüdische Synagoge. Doch die Botschaft kam nicht übermäßig gut an. Es kam zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Paulus und der Gemeinde. Daraufhin verließ er wutentbrannt das Gotteshaus - allerdings entfernte er sich nicht sehr weit.

Direkt neben der Synagoge lebte nämlich Titius Justus, ein Heide, der an den Gott der Juden glaubte. Bei ihm quartierte sich Paulus ein. Die jüdische Gemeinde mag es als Provokation empfunden haben, dass Paulus sein Wesen gleich nebenan weiter trieb. Und dann bekehrte sich auch noch der Vorsteher der Synagoge zum christlichen Glauben ...

Von Justus wird nichts weiter berichtet. Keine Nachricht darüber, wie sich sein Verhältnis zur jüdischen Gemeinde entwickelte. Keine Information darüber, ob auch er Christ wurde oder nicht. Nur dass er Paulus Gastfreundschaft gewährte. Dafür muss es allerdings auch Gründe gegeben haben: Entweder Paulus war Justus sympathisch. Oder er fühlte sich durch den Aufenthalt seines Gastes geehrt. Oder er interessierte sich doch für dessen Glauben.

Wie dem auch immer sei - es ist auf alle Fälle gut, im Leben auf Leute wie Justus zu treffen, deren Haus und Gastfreundlichkeit zum Eintreten und Verweilen einladen.

 

Gastfreundschaft. Das ist in der Bibel kurz und deutlich mit dem Namen Justus verbunden.

Lukas

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Lukas ...

... es anschaulich machen ...

 

Lukas: (griechisch, eigentlich:) der aus Lucania Stammende, der Lucanier

 

Kolosser 4,14; 2. Timotheus 4,11; Philemon 24

Siehe auch:

Evangelium nach Lukas; die Apostelgeschichte des Lukas

 

Nur zwei Dinge lassen sich über die Person des Lukas sagen, wenn man der Bibel folgt: Lukas war Arzt; das ist das eine. Er begleitete den Apostel Paulus auf seinen Reisen und blieb während dessen zweiter Gefangenschaft bei ihm; das ist das zweite. Dann schweigt die Bibel sich schon wieder aus.

Die biblische Tradition aber weist Lukas als denjenigen aus, der ein Evangelium schrieb und daran eine Fortsetzung anhängte: die Apostelgeschichte. Das Evangelium erzählt von Jesus dem Christus, die Apostelgeschichte erzählt von den Anfängen der christlichen Gemeinschaft und wie sich die frohe Botschaft bis nach Europa ausbreitete.

Lukas hatte eine besondere Gabe im Schreiben: Er konnte Glaubenswahrheiten anschaulich machen. Das, was man an sich nicht sehen kann, verwandelte er in Bilder. Z. B. dass Jesus der »Sohn Gottes« ist, verdeutlichte er durch die Jungfrauengeburt der Maria. Oder: Um zu zeigen, dass Jesus Christus die Herrschaft über die Welt angetreten hat, erzählte er von der Himmelfahrt. Jemand hat einmal das Lukas-Evangelium das »Bilderbuch des Neuen Testamentes« genannt. Treffend ausgedrückt.

Die Gläubigen langer Jahrhunderte haben durch Lukas ihren Glauben besser verstehen gelernt. Erst in neuerer Zeit haben seine Geschichten für Irritation und Unmut gesorgt. Vielleicht, weil viele Menschen keinen Zugang mehr zu seinen »Bildern« haben. Schade.

 

Anschaulich von Gott reden. Eine unsichtbare Wahrheit zu eindrücklichen Glaubensbildern machen. So über den Glauben sprechen, dass man ihn versteht - diese Gabe findet man in der Bibel bei Lukas.

Markus

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Markus ...

... das Neue hervorbringen ...

 

Markus: (lateinisch) der Kriegerische

 

Apostelgeschichte 12,12 - 13,13 und 15,36-41

Kolosser 4,10; 2. Timotheus 4,11

Philemon 24; 1. Petrus 5,13

siehe auch:

Markusevangelium

 

Markus machte sich daran, mit Hilfe verschiedener Quellen ein Buch zusammenzutragen. Er wird kaum gewusst haben, dass er etwas Originelles schuf: Er schrieb ein Buch, mit dem eine neue Literaturgattung entstand. Später begann man, diese Art von Buch »Evangelium« zu nennen.

Weitere Bücher derselben Art wurden geschrieben. Vier von ihnen gehören bis heute zu den bekanntesten Büchern der Welt: das Markusevangelium, das Matthäusevangelium, das Lukasevangelium und das Johannesevangelium. Den Christen gelten sie bis heute als heilige Schriften.

Alle vier haben ein großes Thema: Jesus von Nazareth. Aus seiner Geschichte wird hier berichtet. Sein Leiden und Sterben wird erzählt. Seine Menschenliebe und seine Wundertaten werden verkündet. Es wird versucht, seine einzigartige Nähe zu Gott in Worten auszudrücken. Der Glaube an ihn, den Gekreuzigten und Auferstandenen, soll geweckt werden. Kurz: Sie geben »gute Nachricht« - »Evangelium« von Jesus dem Christus.

Markus hat sein Buch nicht »Evangelium« genannt. »Evangelium« meinte bei ihm die Botschaft, mit der Jesus predigend durch das Land zog: »Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist herbeigekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium« (Markus 1,15). Doch schon bald wurde die Botschaft Jesu mit der Person Jesu gleichgesetzt: Die ganze Geschichte von Jesus wurde zum Evangelium, nicht mehr nur seine Predigten und seine Taten. Und damit wurde auch das gesamte Buch des Markus zum »Evangelium«, denn in ihm wurde aus der Geschichte Jesu erzählt.

Das Neue, das Markus hervorbrachte, wurde Glaubensgrundlage für Generationen von Christen.

 

Sich dem Anliegen verschreiben, den Menschen von Gott zu erzählen. Die eigene Kreativität in den Dienst Gottes stellen - das ist mit dem biblischen Namen Markus verbunden.

Matthias

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Matthias ...

... auf den das Los fällt ...

 

Matthias: (hebräisch) Geschenk Gottes

 

Apostelgeschichte 1,15-26

 

Judas Ischariot war ein Jünger Jesu gewesen, hatte seinen Herrn verraten und sich daraufhin selbst getötet.

Statt der heiligen Anzahl zwölf waren es nun nur elf Jünger Jesu, die zu den Aposteln gerechnet wurden. Es sollte ein zwölfter nachgewählt werden. Die Frage, wer Apostel werden konnte, war für Petrus eindeutig geklärt: Nur jemand, der Jesus die ganze Zeit über nachgefolgt war, angefangen bei seiner Taufe bis hin zu seiner Himmelfahrt, jemand, der auch Zeuge seiner Auferstehung war. Und da kamen nur zwei Männer in Frage: Barsabbas, mit dem Beinamen Justus, und Matthias. Beide standen zur Wahl.

Die Entscheidung als solche sollte Gott überlassen werden. Also betete die Gemeinschaft und warf dann das Los. Es fiel auf Matthias. Von Stund an wurde er zu den zwölf Aposteln gerechnet und schloss die schmerzliche Lücke.

 

Von Gott auserkoren sein. Von ihm eine Aufgabe übertragen bekommen. Lücken im Reich Gottes schließen - das bedeutet Matthias für die Bibel.

Michael, Micha

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Michael, Micha ...

... Streiter für Gott ...

 

Michael: (hebräisch) Wer ist wie Gott?

Micha: (hebräisch) Wer ist wie JHWH?

Michaela: weibliche Form von Michael

 

der Enzengel Michael:

Der Prophet Daniel 10

Judas 9

Offenbarung des Johannes 12,1-12

Micha, z. B.:

Richter 17 - 18

Der Prophet Micha

 

Die Bibel erwähnt den Erzengel Michael an drei Stellen. Darunter ist auch sein Kampf gegen den Drachen Satan, für den er weithin bekannt ist.

Liest man die Bibelstellen über den Engelfürsten einmal in einem Zuge, so fällt folgendes auf: Die Bibel kennt Michael tatsächlich nur als Kämpfer gegen widergöttliche Mächte. Er kämpft gegen Engelmächte feindlicher Nationen, die dem Volk Gottes entgegen stehen (Daniel). Er ringt mit dem Teufel um den Leichnam des Mose (Judas). Schließlich streitet er gegen Satan und sein Heer und erreicht, dass sie aus dem Himmel geworfen werden (Offenbarung).

Es fällt zugleich auf, wie zurückhaltend die Bibel von Michael erzählt: Sie lässt ihn bei keinem seiner Kämpfe einen eindeutigen Sieg erringen. Michael muss die Kämpfe gegen die Engelmächte nach einer Pause wieder aufnehmen. Im Streit um die sterblichen Überreste des Mose überlässt der Engelfürst Gott selbst das letzte Urteil über den Teufel. Und im himmlischen Kampf wird der Satan durch Michael nicht vernichtet, sondern kann sein Unheilswerk auf der Welt fortführen.

Die Rolle des Michael wird an dieser Stelle der Offenbarung treffend beschrieben: »Und der Drache kämpfte und seine Engel, und sie siegten nicht« (Offenbarung 12,7-8). Die Aufgabe des Michael ist nicht, den letztendlichen Sieg für Gott zu erringen. Seine Auftrag ist es vielmehr zu verhindern, dass die widergöttlichen Mächte den letztendlichen Sieg davontragen.

 

Für Gott streiten. Die Stimme für ihn erheben, wo man mit ihm abschließen will oder ihn vergisst. Dabei nicht das ganze Werk des guten und lebendigen Geistes Gottes tun wollen, sondern lediglich verhindern, dass Gott nicht mehr genannt wird in dieser Welt - so lassen sich die Erzählungen der Bibel über den Erzengel Michael deuten.

Mose

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Mose ...

... Anfang und Fortsetzung ...

 

Moses: (hebräisch) der aus dem Wasser Gezogene

 

2. Mose - 5. Mose

 

Gott offenbart sich dem Mose am Berg Horeb. Er scheint mit diesem Gott nicht vertraut zu sein. Also muss Gott sich vorstellen. Bevor er aber seinen Namen sagt, weist er darauf hin, dass er der Gott der Vorväter des Mose ist: Er ist der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Er ist der Gott, der sich das Volk erwählt hat, zu dem auch Mose gehört: das Volk Israel.

Israel ist nun in arge Bedrängnis geraten. Es lebt in der Fremde, in Ägypten, und wird dort unterdrückt. Fast scheint es, als hätte Gott sein Volk vergessen. Fast scheint es, als hätte das Volk auch Gott vergessen. 

Gott mag das Elend nicht länger mit ansehen und will Israel in die Freiheit führen. Als menschlicher Arm soll dabei Mose dienen: Er wird zum Retter seines Volkes berufen.

Gott zeigt, wie er ist: Er hat sich das Volk Israel nicht nur erwählt, sondern hat sich ihm auch verpflichtet. Mit Mose macht Gott einen neuen Anfang in seiner Geschichte mit Israel. Zugleich führt er die Geschichte fort, die ihren Ursprung bei den Vorvätern hat.


Und so ist es jedesmal mit Gott: Er beginnt und setzt zugleich fort. 

Mit einem jedem Menschen macht er einen eigenen Anfang. Deswegen heißt es auch umständlich: der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs, und nicht einfach: der Gott der Vorväter. Auch mit Mose fängt Gott etwas Neues, etwas Eigenes an. Und so ist es bis heute mit allen Menschen dieser Welt geblieben.

Zugleich setzt Gott mit einem jeden seine alte Geschichte in dieser Welt fort. Die Geschichte, die seit Urzeiten davon handelt, dass Gott die Menschen in seine Gemeinschaft ruft und aus dem Weg räumt, was Gemeinschaft hindert.

 

Mit Gott einen eigenen Anfang machen und eine eigene Geschichte haben. Zugleich ein Teil der Geschichte Gottes unter den Menschen werden, der Geschichte, die Zeit und Welt umfängt - das zeigt die Bibel anhand der Berufung des Mose.

Nikodemus, Nick, Niklas, Niko

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Nikolaus, Nikodemus, Nick, Niklas, Niko, Klaus ...

... umdenken ...

 

Nikolaus, Nikodemus: (griechisch) Volkssieger

Niko: Kurzform von Nikodemus

Nick, Niklas, Klaus: Kurzform von Nikolaus

 

Nikodemus: Johannes 3,1-21 und 7,40-52 und 19,38-42

Nikolaus: Apostelgeschichte 6,5

 

Nikodemus war ein frommer und wichtiger Mann unter den Juden. Allerdings interessierte er sich für Jesus und dessen Lehre; und das war nicht ganz unbedenklich in jenen Tagen. 


Um unnötigen Ärger zu vermeiden, machte sich Nikodemus nachts auf den Weg zu Jesus. Er dachte, ihre Zusammenkunft würde so am ehesten unbemerkt bleiben.

Das Treffen mit Jesus hatte es in sich. Er sprach über zentrale Fragen des Glaubens; z. B. darüber, wie jemand Teil haben kann am Reich Gottes. Gerade der Punkt in Jesu Predigt sorgte stets für Aufregung unter den Gelehrten. Und Jesus sagte etwas, das Nikodemus völlig verwirrte und das er noch nie gehört hatte: »Um das Reich Gottes zu sehen, muss der Mensch von neuem geboren werden.« Darunter konnte er sich gar nichts vorstellen, und er war nun wirklich nicht dumm. Innerlich wurde er ungeduldig, weil er befürchtete, am Ende nach Hause zu gehen, ohne Jesus verstanden zu haben. Etwas zu heftig fragte er Jesus, wie denn ein alter Mensch erneut geboren werden könne? Und in Gedanken setzte er hinzu: »Oder kann ein alter Mensch das Reich Gottes nicht erben?« Jesus verwies auf die Taufe: Von neuem geboren werden, das bedeute, aus Wasser und Geist zu einem Leben in der Gemeinschaft mit Gott erweckt werden. Nikodemus schwirrte der Kopf immer noch, und er fragte, wie so etwas geschehen könne? Mit einem nachsichtigen Lächeln entgegnete Jesus: »Du als Lehrer Israels weißt das nicht?« Und dann redete Jesus vom Sohn Gottes, von Gott aus Liebe in die Welt gesandt, der erhöht werden müsse am Holzesstamm. Und er sagte, dass alle, die an den Sohn Gottes glauben, das ewige Leben hätten.

Mitten in der Nacht, es war noch dunkel, ging Nikodemus heim. Doch in ihm dämmerte es; er fing an umzudenken. Was Jesus von Gott und seinem Reich sagte, war neu und klang glaubwürdig. Er würde wieder zu ihm gehen und mit ihm reden, solange bis er es wirklich verstanden hätte.

 

Interesse, Neugierde, bohrende Fragen nach Gott, umdenken, ungewöhnlich von Gott reden, Jesus glauben - in der Bibel ist Nikodemus einer, der das erlebt.

Noah

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Noah ...

... Gewitterwolken und Regenbogen ...

 

Noah: (hebräisch) Ruhe

 

1. Mose 6,5 - 9,29

 

Noah und seine Familie, dazu wenige Paare einer jeden Tierart hatten als einzige die Weltkatastrophe überlebt. Die Sintflut hatte alles vernichtet, was atmen konnte, Mensch und Tier - bis auf die, die Gott in dem schwimmenden Kasten namens Arche vor dem Untergang bewahrt hatte. Als die Fluten versickert waren, konnte neues Leben auf der Erde beginnen. Der Fortbestand des Menschen und der Tiere war gesichert.

Gottes maßloser Zorn über die Verkommenheit der Welt war einer gewissen resignativen Einsicht gewichen: Es lohnte nicht, die ganze Welt um des Menschen willen zu verfluchen. Der Mensch war nun einmal böse, und daran würde kein Strafgericht etwas ändern. Dabei belassen wollte er es aber nicht. Er würde von nun an immer wieder versuchen, Einzelne und Völker auf seine Seite zu ziehen, sie sich angenehm zu machen.

Gott wusste zugleich, dass ihn der Mensch weiterhin zum Zorn reizen würde. Doch er würde sich nicht wieder dazu hinreißen lassen, ihn völlig zu vernichten.

Und darum schloss Gott einen Bund mit Noah. »Ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen um der Menschen willen ... Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht« (1. Mose 8,21-22).

Und Gott setzte ein Bundeszeichen in den Himmel. So wie Gewitterwolken immer wieder über das Land ziehen, so wird auch der Zorn Gottes immer wieder entbrennen über den Menschen. Doch Gott setzte den Regenbogen als Mahnmal in die Wolken: Damit wollte er sich selbst ermahnen, seinen Bund zu halten.

 

Getrost sein, weil in die düsteren Wolken des Lebens der heitere Regenbogen Gottes gesetzt ist. Seine Barmherzigkeit hat stets das letzte Wort über den Menschen - das besagt der Bund, den Gott mit Noah geschlossen hat.

Paulus, Paul

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Paulus, Paul ...

... es auf den Punkt bringen ...

 

Paulus: (lateinisch) der Kleine, der Geringe

Paul: Kurzform von Paulus

Paula, Pauline: weibliche Formen von Paulus

 

Apostelgeschichte 9,1-31 und 11,19-30 und 13-28

die Paulusbriefe

 

Verhältnisse und Ereignisse aufmerksam wahrnehmen, Gesprochenes und Geschriebenes umfassend aufnehmen - das ist eine Gabe. Es auch verstehen, deuten und vermitteln können - das ist eine noch größere Gabe. 

Paulus hatte dem Anschein nach diese Gaben. Es war ihm gegeben, den Kern der Dinge herauszuarbeiten. Zumindest ist ihm dies beim christlichen Glauben gelungen. Den hat er auf den Punkt gebracht:

Wie stand es denn mit Gott und seinem Geschöpf, dem Menschen? Schlecht. Die Gemeinschaft zwischen beiden war gestört, zum Teil sogar ganz aufgehoben. Um das in Worte zu fassen, benutzte Paulus den traditionellen Begriff der »Sünde«. Die Sünde lag beim Menschen; er verhinderte Gemeinschaft mit Gott.

Dem gegenüber stand der Wille Gottes zur Versöhnung mit dem Menschen. Dieser Wille kam in Jesus Christus zum Ausdruck, und am Kreuz von Golgatha erreichte er sein Ziel: Gott versöhnte sich mit dem Menschen.

Eine Frage aber blieb zu klären, nämlich wie einer an der Versöhnung in Jesus Christus teilhaben kann? Von jeher war man an den Gedanken gewöhnt, Gottes Gesetze zu befolgen und seinen Willen zu tun, wenn man ihm angenehm sein wollte. Richtig geklappt hat das aber nie. 

Und Paulus sah ganz deutlich: Was die Versöhnung mit Gott in Jesus Christus anbelangt, da kommt kein Mensch mit guten Werken weiter. Wer es bei Jesus mit Werken versucht, läuft ins Leere. Denn die Versöhnung durch ihn ist vollendet und kann durch Taten nicht vervollständigt oder erlangt werden.

Und Paulus kommt zu dem Schluss: Der Glaube daran, dass Jesus auch mich mit Gott versöhnt hat, der lässt einen schon an der Versöhnung teilhaben. Und Glaube heißt: Setz alles auf diese Karte, verlass dich allein darauf, dass du in Jesus Christus bereits mit Gott versöhnt bist.

 

Verhältnisse und Ereignisse wahrnehmen, Gesprochenes und Überliefertes auffassen. Es verstehen, deuten und vermitteln können. Die Dinge auf den Punkt bringen - so hat die Bibel den Apostel Paulus in Erinnerung behalten, und das ist mit seinem Namen verbunden.

Petrus, Peter

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Petrus, Peter ...

... mit Liebe und Eifer ...

 

Petrus: (lateinisch) der Felsen

Petra: weibliche Form von Petrus

 

Matthäus 16,13-20 und 26, 69-75

Johannes 18,1-11 und Kapitel 21

siehe insgesamt:

Die vier Evangelien, Apostelgeschichte,

Galater 2,11-14, die Petrusbriefe

 

Petrus ist einer der stärksten Charaktere der Bibel. Übersetzt bedeutet sein Name: »der Felsen«. Als Jesus verhaftet wurde, stürzte Petrus sich auf einen hohepriesterlichen Knecht und hieb ihm ein Ohr ab. Petrus polterte wie ein ins Rollen geratener Fels, den niemand mehr aufhalten kann. Jesus musste ihm Einhalt gebieten. Als man Petrus jedoch während des Prozesses als Jünger Jesu erkannte, verleugnete er seinen Herrn und erwies sich als alles andere, aber nicht als Fels.

Und: Petrus bekannte als erster, dass er Jesus für den »Christus« hielt. Einmal ausgesprochen, ist dieser Glaube nicht mehr aus der Welt gewichen.

Jesus muss es die ganze Zeit über gespürt haben, welch besonderen Menschen er mit Petrus für sich gewonnen hatte. Auf einen Nenner gebracht, waren es Liebe und Eifer, die Petrus' Verhältnis zu Jesus prägten. Auch deshalb wurde Petrus als der »Fels« ausgezeichnet, auf den Jesus seine Gemeinde aufbauen wollte.

 

Deutliche Stärken und deutliche Schwächen - sie gehören zum biblischen Bild von Petrus. Er war sicher kein leichter Mensch, aber er war Feuer und Flamme, war Liebe und Eifer für seinen Herrn und seinen Glauben.

Philippus, Philipp

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Philippus, Philipp ...

... worauf noch warten ...

 

Philippus: (griechisch) der Pferdefreund

Philipp: Kurzform von Philippus

 

Apostelgeschichte 6,1-7 und 8,4-40

 

Manches wird nicht mehr besser dadurch, dass man noch damit wartet.

Der Diakon Philippus traf auf Gottes Geheiß mit dem Kämmerer der ägyptischen Königin Kandake zusammen. Sie begegneten sich auf einer Landstraße. Philippus hörte den Kämmerer aus dem Buch des Propheten Jesaja lesen, lief neben seinem Wagen her und fragte, ob er denn verstehe, was er da liest. Der Kämmerer verneinte und bat Philippus zu sich in den Wagen. Der stieg ein und begann zu erklären, daß Jesaja auf Jesus Christus hingewiesen habe. Und er verkündete dem Ägypter das Evangelium. Der glaubte, was er hörte. Als sie während der Fahrt an ein Gewässer gelangten, fragte der Fremde den Philippus: »Worauf soll ich warten? Was steht meiner Taufe noch entgegen?« Und Philippus taufte ihn.

So fand alles das an einem Tag statt: eine erste Berührung mit dem Gott der Juden und Christen, die Erstverkündigung des Evangeliums und sogleich die Taufe. Was hätte auch noch mehr geschehen können? Die Botschaft war ja angekommen. Gott hatte den Kämmerer für sich gewonnen.

 

Die Dinge und Angelegenheiten nicht unnötig auf sich warten lassen.Tun, was zu tun ist, wenn die Zeit reif ist - diese Entschlossenheit ist in der Bibel Philippus zueigen.

Raphael

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Raphael ...

... sich jemandes annehmen ...

 

Raphael: (hebräisch) Gott heilt

Raphaela: weibliche Form von Raphael

 

Tobit 3,16-17 und 5,1-12,21

 

Der heilige Engel Raphael hatte das Schicksal des Juden Tobit aufmerksam verfolgt. Dessen Leben hatte eine Wendung zum Schlechten genommen: Er war zusammen mit dem Volk Gottes in die Fremde verschleppt worden, hatte berufliche Rückschläge hinnehmen müssen, erblindete schließlich. Und doch hatte er Gott die Treue gehalten.

Darum wurde Raphael von Gott beauftragt, sich des Tobit und seiner Familie anzunehmen. Er verbarg sich in der Gestalt eines Mannes. Unerkannt begleitete er Tobias, Tobits Sohn, auf eine beschwerliche Reise, für deren glückliches Ende er sorgte: Tobias heiratete Sarah, die mit Hilfe Raphaels von einem Dämon erlöst wurde. Der Engel holte das viele Geld, das Tobit bei einem fernen Landsmann hinterlegt hatte. Und als Tobias heimkehrte, heilte er den Vater von seiner Blindheit; denn Raphael hatte Tobias darin unterwiesen.

Raphael beschützte und unterstützte diejenigen in seiner Obhut mit allen Kräften und nach bestem Wissen. Sein Anliegen war, ihr Leben in gute Bahnen zu lenken und ihnen die Güte Gottes zu zeigen.

 

Sich jemandes annehmen heißt: ihn in allen guten Dingen unterstützen, sein Leben auf gutem Wege halten, Gottes Güte in sein Leben hineinzutragen, selbst zum Spiegelbild der Liebe Gottes werden - die Bibel zeigt das am Beispiel des Engel Raphael.

Ruben

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Ruben ...

... den Schrecken mildern ...

 

Ruben: (hebräisch) Seht, ein Sohn.

 

1. Mose 29,31-32 und 35,22 und 37 und 49,3-4

 

Ruben war der älteste von Jakobs zwölf Söhnen. Auch er war eifersüchtig auf Joseph, der vom Vater bevorzugt wurde. Doch teilte er nicht die unbändige Wut seiner Brüder. Die wollten Joseph töten, aber Ruben redete es ihnen aus. Stattdessen folgten sie seinem Vorschlag und warfen ihn in einen ausgetrockneten Brunnen. Ruben dachte, er könne nun Joseph befreien und zu Jakob zurückbringen. Doch seine Brüder waren schneller und verkauften Joseph als Sklaven nach Ägypten.

Als die Brüder Jahre später in Ägypten wieder auf Joseph trafen, erkannten sie ihn nicht. Joseph war ja mittlerweile höchster Amtsträger Ägyptens, und er gab sich auch nicht zu erkennen. Benjamin, Josephs liebster Bruder, war nicht mitgekommen. Den wollte Joseph aber gerne sehen. Also nahm er einen seiner Brüder in Gewahrsam - so lange, bis die anderen mit Benjamin wiederkämen. Die Brüder reisten zurück zu Jakob und baten ihn, Benjamin mit auf eine zweite Reise nach Ägypten gehen zu lassen. Jakob aber wollte seinen Jüngsten nicht ziehen lassen, befürchtete ihn auch noch zu verlieren. Da sagte Ruben, er stelle seine eigenen zwei Söhne als Bürgschaft für die Sicherheit Benjamins. Sollte dem ein Übel widerfahren, solle Jakob stattdessen die zwei als seine Kinder ansehen. Doch Jakob lehnte ab.

So versuchte Ruben zweimal, einer schlimmen Situation den Schrecken zu nehmen.

 

Situationen entschärfen, Schrecken mildern, sich einsetzen für die bessere Lösung - so erzählt die Bibel von Ruben.

Rufus

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Rufus ...

... auserwählt sein ...

 

Rufus: (lateinisch) der Rothaarige

 

Markus 15,21

Römer 16,13

 

Der Apostel Paulus macht sich am Schluss seines Römerbriefes die Mühe, viele einzelne Brüder und Schwestern der Gemeinde in Rom zu grüßen. Und vielen schreibt er noch ein ermutigendes oder tröstendes Wort dazu.

Den Rufus, Sohn des Simon von Kyrene und Bruder des Alexander, nennt er »den Auserwählten in dem Herrn« (Römer 16,13).

Es gibt viele Möglichkeiten auszudrücken, was zwischen Gott und Mensch in Jesus Christus geschieht. »Auserwählt sein« ist eine davon. Und eigentlich ist damit auch schon alles gesagt: Gott hat sich den Rufus ausgesucht, ihn zu sich gezogen und sich zu ihm bekannt. Rufus gehört Gott, weil Gott es so will und weil es durch Jesus Christus Wirklichkeit wird.

 

Gottes Wahl sein, ihm gehören in Jesus Christus - das ist in der Bibel mit dem Namen Rufus verbunden.

Salomo

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Salomo ...

... um Weisheit bitten ...

 

Salomo: (hebräisch) der Friedensreiche, Mann der Ruhe

 

2. Samuel 12,24-25

1. Könige 1-11

 

Als Salomo den Thron bestieg und das Erbe seines Vaters David antrat, da lag eine gewaltige Aufgabe vor ihm. Auch waren die Erwartungen an ihn hoch, denn David war ein großer König gewesen.

Salomo nahm sein Amt ernst, wusste sich dem Volk und Gott gegenüber verpflichtet. Doch fühlte er sich den Anforderungen nicht gewachsen.

Eines Nachts erschien Gott Salomo im Traum und forderte ihn auf: »Bitte, was ich dir geben soll« (1. Könige 3,5). Und Salomo bat um die Weisheit, das Volk Gottes gut und recht zu regieren.

Gott gefiel es, dass Salomo nicht um alles das bat, was das Leben angenehm macht, sondern sich bis in seine Wünsche hinein dem Wohl des Landes verbunden zeigte.

Darum gewährte Gott dem Salomo seine Bitte und schenkte ihm soviel Weisheit, dass er bis auf den heutigen Tag für sie berühmt ist. Und darüber hinaus verhieß Gott ihm großen Reichtum - worum andere ihn vielleicht zuerst gebeten hätten - und ein langes Leben, sofern Salomo Gott die Treue halten würde.

 

Wissen, worauf es ankommt. Nicht nur an den eigenen Vorteil denken. Sich dem Allgemeinwohl verpflichten. Das Richtige tun. Und von Gott dazu die nötige Weisheit geschenkt bekommen - das ist mit dem Namen Salomo verbunden.

Samuel

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Samuel ...

... Gott erkennen ...

 

Samuel: (hebräisch) der von Gott Erhörte

 

1. Samuel 3 und 8

siehe insgesamt:

1. Samuel 1,1 - 25,1

 

Bevor es einen König über ganz Israel gab, setzten sich immer wieder Richter an die Spitze des Volkes, um in Israel Recht zu sprechen, und das Land von Feinden zu befreien. Die Richter wurden von Gott gesandt oder vom Volk gewählt.

Samuel war Israels letzter Richter. Berufen wurde er, als er Schüler des Priesters Eli war. In jener Zeit, so heißt es, war das Wort des Herrn selten. So selten, dass Samuel gar nicht mit der Möglichkeit rechnete, Gott könne zu ihm reden: Als nämlich Gott eines Nachts genau das tat, verstand Samuel zunächst nicht, was vor sich ging. Dreimal sprach Gott, und dreimal dachte Samuel, Eli hätte ihn gerufen. Doch schließlich bemerkte Eli, dass Gott zu Samuel redete. In dieser Nacht machte Gott Samuel zu seinem Propheten.

Samuel genoss seine machtvolle Stellung in Israel. Er gab sie auch im Alter niemals wirklich auf: Als einziger in der Reihe der Richter setzte er Nachfolger ein - seine eigenen Söhne. Diese wandelten aber nicht auf Gottes Wegen, sodass Israel nach einem König verlangte. Obwohl Israel damit Gott die Königswürde aberkannte, stimmte der zu. Samuel machte erst Saul zum König. Als der von Gott verworfen wurde, salbte Samuel heimlich David zum Nachfolger. So zog Samuel im Verborgenen seine Fäden und behielt stets viel Einfluss auf die Geschicke Israels. Bei allem Eigennutz führte Samuel doch den Willen Gottes aus.

 

Mit Gott rechnen und ihn erkennen, wenn er sich bemerkbar macht - das war Samuels Lektion. Tun, was Gott verlangt, und darin zugleich das eigene Interesse sehen - das schreibt die Bibel Samuel zu.

Silas, Silvanus

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Silas, Silvanus ...

... in Stille und Treue ...

 

Saul: (hebräisch) der Erbetene

Silvanus: lateinische Form von Saul

Silas: Kurzform von Silvanus

 

Apostelgeschichte 15,22 - 18,5

2. Korinther 1,19

1. + 2. Thessalonicher 1,1

1. Petrus 5,12

 

Der Apostel Paulus war eine dominante Person. An seiner Seite konnte jemand anders nur schwer eigene Größe entwickeln oder ausspielen. Wer mit Paulus lebte und arbeitete, musste dies in seinem Windschatten tun - Silas zum Beispiel.

Andererseits war Paulus jemand, der seine Wertschätzung deutlich äußerte. Er sagte deutlich, wen er um sich haben wollte und wen nicht. Silas wollte er bei sich haben. 

Paulus schickte viele Briefe nicht allein unter seinem Namen, sondern gab wichtige Mitarbeiter als weitere Absender an. Darunter immer wieder Silas.

Für Paulus und seine Arbeit war Silas wichtig. Er tat, was er konnte, was ihm aufgetragen war und was er als Gabe von Gott empfangen hatte: Die Apostelgeschichte nennt ihn einen Propheten und erwähnt ihn als Prediger.

Silas gehörte zu denen, die in Stille und Treue ihren Dienst verrichten. Er gehörte zu denen, die eine Gemeinde braucht, um lebendig zu bleiben. Er gehörte zu denen, die ihre Erfüllung nicht allein in der Theorie finden, sondern sie vor Ort in praktische Arbeit umsetzen.

 

Die unverzichtbare Arbeit mit den Menschen vor Ort tun. Nicht auf eigenen Ruhm aus sein, sondern in Stille und Treue das Notwendige tun. Die Wertschätzung anderer Leute erfahren - so hat die Bibel Silas in Erinnerung behalten.

Simeon, Simon

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Simeon, Simon ...

... etwas für Christus tragen ...

 

Simeon: (hebräisch) Erhörung

Simon: griechische Form von Simeon

 

Simeon: 1. Mose 29,33 und 34,25-31 und 42, 24+36 und 43,23 und 49,5-7

Simon (verschiedene Personen): 

Markus 1, 16-18 und 6,3 und 14,3-9 und hier: 15,21

Lukas 7,36-50

Apostelgeschichte 8,18-25

 

Jesus Christus trug die Last unserer Schuld ans Kreuz. Simon von Kyrene trug das Kreuz für ihn.

Niemand kann Jesus abnehmen, was ihm aufgetragen ist. Niemand kann seinen Platz einnehmen.

Möglich ist aber, sein Werk in dieser Welt mitzutragen, es nach eigenen Kräften weiterzubringen.

 

Etwas für Christus tragen. Sein Werk in dieser Welt voranbringen - das ist in besonderer Weise mit dem Namen Simon verbunden.

Stephanus, Stephan

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Stephanus, Stephan ...

... den Himmel vor Augen ...

 

Stephanus: (griechisch) der Bekränzte

Stephan: Kurzform von Stephanus

Stephanie: weibliche Form von Stephanus

 

Apostelgeschichte 6,1 - 8,2

 

Das Schicksal des Stephanus ist schnell erzählt. Die Apostelgeschichte betont aber, dass er ein von Gott besonders begnadeter Mann war:

Stephanus »tat Wunder und große Zeichen unter dem Volk« (Apg. 6,8). Die Leute, die über ihn zu Gericht saßen, sahen ihn an und hatten den Eindruck, in das Gesicht eines Engels zu schauen (Apg. 6,15). Ihm selbst wurde ein Blick bis in den Himmel gewährt (Apg. 7,55+56).


Stephanus wurde verklagt wie vor ihm Jesus und wie nach ihm Paulus: Die jüdischen Gesetze habe er verletzt und Gott gelästert. Stephanus nahm in seiner Verteidigungsrede vor dem jüdischen Hohen Rat kein Blatt vor den Mund und verklagte seinerseits die Kläger.


Himmelweit voneinander verschieden waren die Reaktionen auf diese Rede: Voller Wut knirschten die Mitglieder des Hohen Rates mit den Zähnen, während sich den Augen des Stephanus der Himmel öffnete und er die Herrlichkeit Gottes sah und Jesus zu seiner Rechten stehen (Apg. 7,55+56). Was er schaute, teilte er laut mit, und den Anwesenden gellten die Worte in den Ohren: Gotteslästerung!

Sein Schicksal war in diesem Augenblick besiegelt und man verurteilte und steinigte ihn. Zugleich wusste er sich dem Himmel so nah wie nie zuvor. Als es am schlechtesten um sein Leben stand, war Gott ihm am gewissesten.

 

Von Gott besondere Gnadengaben empfangen. Gott dienen. In schlechten Zeiten umso gewisser im Glauben stehen - das verbindet die Bibel mit dem Namen Stephanus.

Thomas

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Thomas ...

... sich überzeugen lassen ...

 

Thaom: (aramäisch) Zwilling

Thomas: griechische Form von Thaom

 

Matthäus 10,1-4

Johannes 11,16 und 20,24-29

 

Zunächst einmal muss man Thomas zugute halten, dass er seinen gesunden Menschenverstand nicht einfach aufgab. Seine Freunde erzählten ihm, dass der gekreuzigte und gestorbene und begrabene Jesus von den Toten auferstanden sei, und dass sie ihn gesehen hätten. Aber wer wollte das so einfach glauben, ohne berechtigten Spott auf sich zu ziehen? Thomas wollte sich nicht über's Ohr hauen lassen. Vermutlich war es nur ein äußerst schlechter Scherz.

Allerdings lag er diesmal gründlich falsch. Das Unglaubliche war Wirklichkeit geworden: Jesus lebte, und er war wieder bei den seinen. Und Thomas bekam ihn auch zu Gesicht. Er durfte ihn sogar anfassen und seine Todesmale berühren und sich überzeugen: Das ist tatsächlich Jesus und niemand anders. Kein äußerst schlechter Scherz.

Thomas hätte der erste Mensch werden können, der an die Auferstehung Jesu glaubt, ohne den Auferstandenen gesehen zu haben. Nun war er genau wie seine Freunde: Die glaubten auch an den Auferstandenen - seit sie ihn gesehen hatten.

Und Jesus richtete seine Verheißung an alle diejenigen, die nach Thomas kommen und vor der gleichen Frage stehen würden: Glaubst du, dass Jesus von den Toten auferstanden ist? Glaubst du, dass er der Lebendige ist? Denjenigen, die glauben würden, ohne gesehen zu haben, denen soll sein Wort gelten: »Selig seid ihr.«

 

Nicht alles glauben, was einem erzählt wird. Vorbehalte äußern. Sich aber auch überzeugen lassen - so spricht die Bibel über Thomas.

Timotheus, Timo, Tim

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Timotheus, Timo, Tim ...

... Gabe und Aufgabe ...

 

Timotheus: (griechisch) Gott ehrend

Timo, Tim: Kurzformen von Timotheus

 

Apostelgeschichte 16,1 und 17,14 und 20,4

Philipper 2,19-23

1. Thessalonicher 3,1-6

Die zwei Timotheusbriefe

 

Timotheus war in den jüdischen Glauben hineingewachsen. Sein Vater war Grieche, seine Mutter Jüdin. 

Als der Apostel Paulus ihn kennenlernte, war er bereits Christ, der in gutem Ruf bei seiner Gemeinde stand. Timotheus wurde einer der engsten Mitarbeiter des Paulus und war oft mit ihm auf Reisen. In dieser Zeit wird Paulus den Timotheus sicher geistlich umfassend geprägt haben. Das Verhältnis beider war herzlich genug, dass Paulus ihn seinen Sohn nannte (1. und 2. Timotheus 1,2).

Timotheus übernahm schließlich wichtige Aufgaben in der christlichen Gemeinde zu Ephesus. Vermutlich hier wurden ihm auch von Paulus und den Gemeindeältesten die Hände aufgelegt, und er erhielt seine Beauftragung und empfing die besondere Gnadengabe der Predigt.

Alles in allem war Timotheus bestens zugerüstet für die Aufgaben einer wachsenden Großstadtgemeinde. Und doch schien ihm die Arbeit nicht leicht von der Hand zu gehen. Auch gab es Leute, die seine Befähigung bezweifelten, da er ja noch ein so junger Mann war. Zwei Briefe schickte Paulus, um ihn zu ermahnen, aufzumuntern und zu trösten.

Um Aufgaben in der Gemeinde Jesu zu bewältigen, braucht es Gaben Gottes. Wer Gaben von Gott empfängt, empfängt zugleich Beauftragung: Gottes Gaben schließen die Aufgabe mit ein.

Beides sprach Paulus seinem Schützling zu: Dass er wahrhaftig von Gott begabt war, und dass er somit beauftragt und befähigt war, sein Amt in Ephesus auszuüben. »Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit« (2. Timotheus 1,7).

 

Von Gott Gabe und Aufgabe empfangen. Die Begabung mit Zuversicht gebrauchen. Die Aufgabe mit dem Rückhalt der Gabe angehen - das wird in der Bibel dem Timotheus zugesprochen.

Titus

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Titus...

... Ordnung schaffen ...

 

Titus: (lateinisch) der Ehrwürdige

 

2. Korinther 2,13 und 7,5 - 8,24

Galater 2,1

2. Timotheus 4,10

Titus 1,4

 

Paulus wusste, was er an Titus hatte. Er konnte Titus immer dahin senden, wo jemand nötig war, der Ordnung schaffte:

In den kretischen Gemeinden gab es beispielsweise noch keine Strukturen, die das geistliche Miteinander der Brüder und Schwestern unterstützte und vorwärtsbrachte. Älteste und Bischöfe mussten gewählt werden. Die Gläubigen aller Schichten und jeden Familienstandes mussten unterwiesen werden, wie christliches Leben ging. Titus bekam den Auftrag, denn in Korinth hatte er auch schon mit Erfolg und im guten Sinne aufgeräumt.

Titus konnte man auch Aufgaben übertragen, die ordentlich über die Bühne gebracht werden mussten, zum Beispiel Geldtransfers:

Titus übernahm die Geldsammlung für die Gemeinde in Jerusalem. Ein heikles Unterfangen, weil man bares Geld anvertrauen und auf Reisen schicken musste, und zumal man sowieso kritisch auf die Elitegemeinde Jerusalem blickte.

 

Auch christliches Leben und Miteinander braucht unterstützende Strukturen. Sie entfalten können ist eine Gabe. Auch schwierige und unbeliebte Aufgaben meistern ist eine Gabe - beide Gaben sind in der Bibel dem Titus gegeben.

Tobias, Tobit

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Tobias, Tobit ...

... mit Engeln reisen ...

 

Tobias: (hebräisch) Gott ist gütig

Tobit: griechische Form von Tobias

 

Das Buch Tobit

 

Tobits Leben hatte irgendwann angefangen, ihm übel mitzuspielen. Nun verbrachte er seinen Lebensabend in der Fremde, erblindet, und fühlte sein Ende nahen. Da erinnerte er sich, dass er viel Geld bei einem Mann hinterlegt hatte, der nun leider in weiter Ferne wohnte.

Er schickte seinen Sohn Tobias, das Geld zu holen. Mit dem Betrag wollte er seinen Sohn gut versorgt wissen, sollte er selbst beizeiten sterben.

Doch Tobias durfte nicht alleine reisen, das erschien Tobit zu gefährlich. Er sollte sich stattdessen einen Gefährten suchen; Tobit aber wollte persönlich entscheiden, ob er dem seinen Sohn anvertrauen mochte.

Tobias geriet an den Engel Raphael in Menschengestalt. Der erbot sich, ihn zu begleiten. Tobit war einverstanden. Weder er noch sein Sohn hatten aber erkannt, dass Tobias die Reise mit einem Engel antreten würde.

So machten sich Tobias und Raphael auf den langen Weg. Und was sie sich vornahmen, gelang: Der Engel zeigte dem jungen Mann, wie er nach der Rückkehr seinen Vater von der Blindheit heilen könne. Dasselbe Mittel befreite die Jungfrau Sarah von einem mörderischen Dämon, und Tobias heiratete sie. Die Hochzeit wurde ein rauschendes Fest. Raphael besorgte schließlich alleine das Geld, damit Tobias bei seiner Frau bleiben konnte. Auch die Heimreise verlief glücklich. Zuhause angekommen, konnte Tobias seinen Vater Tobit von seiner Blindheit heilen. Und Raphael gab sich der Familie als »einer der sieben heiligen Engel« zu erkennen, bevor er sie verließ.

Welch ein Segen! Tobias war mit dem Engel Gottes gereist, der ihn beschützt und unterstützt hatte. Der für das Gelingen der Reise gesorgt hatte. Der alles zu einem guten Ende geführt hatte. Tobias hatte einen Schutzengel gehabt.

 

Niemals alleine durch das Leben gehen, sondern getrost und hoffnungsvoll sein, weil Gottes Engel alle Wege begleitet, weil Gottes Segen über das ganze Leben ausgesprochen ist.

Zacharias

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Zacharias ...

... ein Wort zuviel ...

 

Sacharja: (hebräisch) Gott hat sich meiner erinnert

Zacharias: griechische Form von Zacharias

 

Lukas 1,5-79

 

Der Engel Gabriel erschien dem Priester Zacharias im Tempel und kündigte ihm an, er werde Vater werden. Mit überschwenglichen Worten verhieß der Engel, dass dieses Kind ein besonderes Kind sein würde vor Gott.

Zacharias machte denselben Fehler, den andere vor ihm auch schon begangen hatten: Nicht allein, dass er im Herzen an der kommenden Elternschaft zweifelte, weil er und seine Frau Elisabeth schon zu alt für ein Kind waren. Nein, er sprach den Zweifel aus und fragte nach einem Zeichen der Glaubwürdigkeit.

Zacharias bekam ein Zeichen, allerdings nicht, wie er es sich vorgestellt haben mag: Der Engel verschloss ihm den Mund, und er war hinfort zum Schweigen verurteilt. 

Zacharias konnte nicht reden, bis das Kind tatsächlich zur Welt gekommen war und man ihm den Namen Johannes gab. Da wurde sein Mund aufgetan, und die Worte sprudelten nur so aus ihm hervor.

Und Zacharias pries Gott für das, was er an ihm und seiner Frau getan hatte.

 

Reden hat seine Zeit, Schweigen hat seine Zeit. Glauben hat seine Gelegenheit, Zweifel hat seine Gelegenheit. Erkennen, was auch im Glauben an der Zeit ist - diese Erfahrung ordnet die Bibel dem Zacharias zu.