Dirk Röse Blumen

Weibliche Namen der Bibel.

Frau. Geschichte. Bedeutung.

Abigail. Ada. Alexandra. Andrea. Batseba. Christiane, Christine, Christina. Claudia. Cornelia. Damaris. Daniela. Deborah. Delilah. Elisabeth, Lisa, Bettina. Esther, Hadassa. Eva. Evodia. Gabriele. Hannah, Anna, Anne, Annette. Hulda. Jemima. Johanna, Johanne. Josepha, Josephine. Judith, Jutta. Julia. Junia. Lea. Lydia, Lida. Magdalena, Magdalene, Magda, Madeleine, Lena, Aléna. Maria, Marie, Marina, Marion, Marita. Martha. Michaela, Michèle. Mirjam, Miriam. Noemi, Noomi, Naomi. Paula, Pauline. Petra. Phoebe, Phöbe. Priska, Priscilla. Rahel. Raphaela. Rebekka, Rebecca. Ruth. Salome. Sarah. Simone. Sophia, Sophie. Stephanie. Sulamith. Susanna, Susanne. Tabitha, Tabea. Tamar, Tamara. Zippora.

Abigail

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Abigail ...

... mit Verstand und Schönheit ...

 

Abigail: (hebräisch) Vaterfreude

 

1. Samuel 25,1-42

 

Abigails Geschichte beginnt damit, dass der Erzähler ihren Verstand rühmt. Im selben Atemzug nennt er sie schön.

David, später König von Israel, lebt mit seinen Leuten im Untergrund. Sie sind nun Schutzmacht für die Einheimischen oder beanspruchen zumindest, es zu sein.

David und seine Leute sind hungrig. Darum schickt er eine Abordnung zum Landwirt Nabal mit der freundlichen Bitte, die erwiesenen Dienste in Naturalien zu bezahlen. Nabal, ein Grobian, verspürt keine Lust dazu. Er verspottet Davids Leute, sodass sie unverrichteter Dinge umkehren. Daraufhin schwört David blutige Rache.

Zum Glück hört Nabals Frau Abigail von dem Vorfall. In aller Eile räumt sie zusammen, was an guten Sachen zum Essen greifbar ist, und geht David entgegen. Als sie sich begegnen, fällt Abigail vor David auf die Knie. Sie versucht, die Schuld auf sich zu ziehen, indem sie sagt, es wäre ihre Auf-gabe gewesen, für David und die seinen zu sorgen. Darum solle David seine Wut nicht am dummen Nabal und seinem Haus auslassen.

David aber muss befürchten, sein Gesicht zu verlieren. Er wurde nicht nur als Schutzherr verlacht, sondern soll jetzt auch noch auf die geschworene Rache verzichten. Abigail scheint Davids inneren Widerstreit zu spüren. Sie sagt, dass er sich über diese Begegnung glücklich schätzen könne, denn Gott selbst bewahre ihn hier vor Blutschuld. Raffiniert! Der wilde Rächer David wird nicht von einer schönen Frau gestoppt, sondern von Gott selbst. So kann er sein Gesicht wahren. Er verzichtet auf Rache.

Als aber Abigail ihrem Mann das Treffen mit David berichtet, erleidet der eine Herzattacke. Nach zehn Tagen stirbt er. David aber schickt zu Abigail mit der Nachricht, er wolle sie zur Frau nehmen. Abigail sagt zu. Damit hat sie erst ihr Haus vor Unglück bewahrt, und wird dann selbst vor einer unsicheren Zukunft bewahrt.

 

Die Gaben, die einem gegeben sind, zum Guten nutzen. Das Gesicht anderer Leute wahren. Und schließlich die Früchte genießen, die man selbst gesät hat - das verbindet die Bibel mit dem Namen Abigail.

Ada

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Ada ...

... in Erinnerung bleiben ...

 

Ada: (hebräisch) die Schmucke

 

1. Mose 4,17-24

 

Viel ist von Ada nicht überliefert. Immerhin ist von ihr die Rede. Sie ist in Erinnerung geblieben. Ihr Name bedeutet »die Schmucke«. Sie war vielleicht eine schöne, eine angenehme Frau. Ada wurde die Frau von Lamech. Der war ein Nachfahre jenes Kain, der seinen Bruder Abel getötet hatte. Lamech war ein großmäuliger und gewalttätiger Mann, der erlittenes Unrecht stets mit Mord- und Totschlag ahndete. Ada war nicht die einzige Frau Lamechs. Die andere Frau neben ihr hieß Zilla. Ganz gleich, welche Phantasien über Adas Leben aus diesen knappen Hinweisen entstehen - die Bibel gedenkt ihrer als Urmutter. Ihr Sohn Jabal war der erste Nomade und Viehzüchter; alle anderen stammen von ihm ab. Ihr Sohn Jubal war der erste Zither- und Flötenspieler; alle anderen kommen von ihm. Auf Ada als Urmutter können sie sich alle berufen.

 

In Erinnerung bleiben mit dem, was man Neues in die Welt bringt, was man ihr Gutes hinterlässt - das weiß die Bibel von Ada zu erzählen.

Alexandra

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Alexandra

 

Weibliche Form von → Alexander

Andrea

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Andrea

 

Weibliche Form von → Andreas

Batseba

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Batseba ... 

... schön von Gestalt ... 

 

Batseba: (hebräisch) Tochter des Eides 

 

2. Samuel 11,1-12,25 

1. Könige 1,5- 53 und 2,13-25 

 

Batseba war schön von Gestalt. War das ihr Glück oder ihr Unglück? Ihre Schönheit war jedenfalls Grund für tiefgreifende Veränderungen in ihrem Leben. 

Batseba war mit dem Soldaten Uria verheiratet, der dem König David diente. Während Uria einmal im Krieg war, erblickte David die Batseba und begehrte sie. Da er König war, nahm er sich das Recht mit ihr zu schlafen. Sie wurde schwanger. 

David wollte nicht, dass seine Tat bekannt würde und ließ Uria aus dem Krieg nach Hause rufen. Der sollte auch mit seiner Frau schlafen. Für alle Welt sollte es so aussehen, als würde sie von ihm ein Kind erwarten. Doch der Plan misslang. Darum musste Uria sterben. David schickte ihn an die vorderste Front, und Uria fiel. Batseba trug Trauer um ihren Mann. Danach nahm David sie zur Frau. 

Mit alledem hatte David den Zorn Gottes auf sich gezogen. Zwar kam das gemeinsame Kind zur Welt, doch Gott ließ es nicht lange leben. 

Später brachte Batseba Salomo zur Welt, der David auf den Thron folgte und der bis heute für seine Weisheit berühmt ist. 

Leider erfahren wir nichts darüber, wie Batseba Ihr Schicksal empfand. Nahm sie ihre Schönheit als Glück oder Unglück? 

 

Schönheit ist kein Wert an sich. Vielmehr kommt es darauf an, wie Menschen mit ihr umgehen. Davon erzählt die Bibel in der Gestalt Batseba. 

Christiane, Christine, Christina

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Christiane, Christine, Christina

 

Christiane: weibliche Form von → Christian

Christine, Christina: Varianten von Christiane

Claudia

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Claudia ...

... Christin sein ...

 

Claudia: (lateinisch, eigentlich:) zum Geschlecht der Claudier gehörend

Claudius: männliche Form von Claudius

 

2. Timotheus 4,21

 

Claudia gehört zu den vielen Frauen und Männern der Bibel, über die nichts bekannt ist als ihr Name.

»Claudia« ist kein jüdischer Name, auch keiner, der mit dem Christentum entstand wie »Christiane«. Wenn man so will, ist es ein heidnischer Name. Römische Kaiser, z. T. wie Götter verehrt, hießen »Claudius« (siehe dort).

Claudia aber hat nicht nur sich als Person, sondern auch diesen Namen in ihr Christin-Sein mitgebracht. Auf ihn ist sie getauft worden. In diesem Sinne ist »Claudia« ein christlicher Name geworden, weil unter ihm jemand Jesus Christus anvertraut wurde.

 

Was immer auch jemand mitbringt in sein Christ-Sein, es sei biblisch, jüdisch, christlich oder ganz anders geprägt: Was einmal zu Jesus Christus gehört, ist und bleibt christlich - das zeigt die Bibel anhand der Claudia.

Cornelia

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Cornelia

 

Weibliche Form von → Cornelius

Damaris

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Damaris ...

... der Glaube kommt aus der Predigt ...

 

Damaris: (griechisch) Gattin, Geliebte.

 

Apostelgeschichte 17,34

 

In seinem Römerbrief kommt Paulus zu dem Schluss: »So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi« (Römerbrief 10,17).

Die Griechin Damaris, die in Athen die Predigt des Paulus hört, schenkt dem gesprochenen Wort Glauben. Andere Zuhörer fangen an zu spotten, als sie von Jesus hören, der von den Toten auferstand. Wieder andere wollen mehr hören, aber, bitte, bei anderer Gelegenheit.

Immerhin: Einige Leute werden von Paulus' Worten angerührt und gehen mit ihm. Darunter zwei, die besonders erwähnt werden: ein Mann namens Dionysius und die Frau Damaris.


Mehr steht über Damaris auch leider nicht geschrieben. Nur so viel: Das gepredigte Wort kommt bei ihr zum Ziel. So ist das bis heute geblieben: Predigt von Jesus Christus wirkt Glauben.

Paulus hat selbst erlebt, wovon er im Römerbrief schreibt.

 

Die Predigt von Jesus Christus hören, ihr Glauben schenken und so zur Christin werden - davon zeugt dieser einzelne Vers, der den Namen der Damaris nennt.

Daniela

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Daniela

 

Weibliche Form von → Daniel

Deborah

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Deborah ...

... Gott teilt seinen Ruhm ...

 

Deborah: (hebräisch) Biene, d. h. die Fleißige

 

Richter 4+5

 

Deborah ist eine der beeindruckendsten Frauen der Bibel. Gerne würde man mehr über sie lesen.

Sie ist eine Frau Gottes: Prophetin, Richterin, Mutter, Ehefrau in Israel. Sie ist anerkannt. Die Leute kommen zu ihr, Männer wie Frauen. Was sie sagt, gilt, ist Wort des lebendigen Gottes.


Sie verheißt dem jüdischen Feldherren Barak, dass er Israel von seinen Bedrückern befreien wird. Er soll ein Heer sammeln und in den Kampf ziehen. Gott wird ihm den Sieg schenken. Barak aber will nicht ohne Deborah gehen. Also macht sie sich mit Barak und dem Heer auf den Weg. Sie weist Barak darauf hin, dass ihm der Sieg gewiss ist. Den Ruhm jedoch wird man ihr zusprechen. Von ihr wird man sagen, dass sie den Krieg gewonnen habe. Und so geschieht es: Barak führt sein Heer gegen den Feind, Deborah spricht das bedeutsame »Auf! « zum Kampf, und Gott besiegt seine Feinde.

Der Sieg über die Feinde war bei Gott beschlossene Sache. Ihm war sicherlich bewusst, dass die Menschen nicht allein ihn dafür loben würden. Sie würden sich auch einen Helden suchen und den feiern. Gott würde seinen Ruhm teilen müssen. Ein Mensch würde lebendiges Zeichen für Gottes Sieg sein.

Gott teilt seinen Ruhm mit Deborah. Wie Gott ist, kann man an dieser Frau erkennen.

 

Die Frau sein, in der andere etwas von Gott erleben. Die Frau sein, auf die Gottes Herrlichkeit fällt - der Name Deborah ist damit verbunden.

Delilah

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Delilah ...

... hartnäckig sein ...

 

Delilah: (hebräisch) mit herabwallender Locke

 

Richter 16,4-22

 

Delilah brachte mit ihrer Hartnäckigkeit einen der berühmtesten Richter Israels zu Fall, nämlich Simson.

Simson schien unbesiegbar und war seinen Feinden, den Philistern, ein Dorn im Auge. Seine Schwäche aber waren Frauen. Er begann ein Verhältnis mit Delilah. Die ließ sich von den Philistern bestechen, das Geheimnis hinter Simsons Stärke herauszufinden. 

Dreimal fragte sie Simson, was das Geheimnis wäre, dreimal belog er sie, dreimal hofften seine Feinde umsonst. Das vierte Mal lag Delilah ihm so lange und pausenlos in den Ohren, dass er schon beinahe dadurch überwunden wurde. Er gab ihr nach und verriet sein Geheimnis: Die sieben Locken seines Haares waren nie geschoren worden - schnitte man sie ihm ab, würde mit ihnen die Kraft von ihm weichen.

Delilah rief die Philister ein letztes Mal heimlich in ihr Haus, ließ Simson auf ihrem Schoß einschlafen und rief jemanden herbei, der Simson die Haare schor. Als Simson erwachte, war seine Kraft tatsächlich hinweg, und die Philister stachen ihm die Augen aus und legten ihn in Ketten ...

 

Delilahs Hartnäckigkeit ist eine nützliche Eigenschaft, sofern sie einer guten Sache dient. Doch ist sie auf jeden Fall maßvoll einzusetzen, will man nicht lauter überdrüssige Menschen um sich haben.

Elisabeth

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Elisabeth, Lisa, Bettina ...

... Zeichen Gottes sein ...

 

Elischeba: (hebräisch) Mein Gott ist Fülle, mein Gott ist Vollkommenheit

Elisabeth: griechische Weiterbildung von Elischeba

Lisa, Bettina: Kurzform bzw. Weiterbildung von Elisabeth

 

Lukas 1,5-56

 

Frauen wie Elisabeth, Hannah oder Sarah werden durch ihre späte Mutterschaft besonders herausgehoben. Zum einen: Ihre Söhne markieren Schnittstellen der Heilsgeschichte und ebnen neuen Entwicklungen den Weg. Zum anderen: Gottes Handeln an diesen Frauen dient zum Zeichen, dass ihm nichts unmöglich ist, schon gar nicht segnendes Eingreifen ...

Auch Elisabeth galt als unfruchtbar. Ihr erstes Kind bekam sie in hohem Alter: einen Sohn namens Johannes, der später den Beinamen Baptist - Täufer - bekommen sollte. Dieser Johannes bereitete Jesus den Weg und taufte ihn.

Während Elisabeth mit Johannes schwanger war, kam der Erzengel Gabriel zu ihrer Verwandten Maria. Er kündigte ihr an, sie würde ein Kind bekommen. Maria, »die von keinem Manne wusste«, konnte sich das nicht erklären. Gabriel verwies sie auf Elisabeth, die in ihrem fortgeschrittenem Alter ein Kind erwartete. Das hatte Maria nicht gewusst. 

Also nahm sie den Weg zu Elisabeth auf sich. Dort angekommen, konnte sie sich davon überzeugen, dass der Erzengel die Wahrheit gesagt hatte: Elisabeth würde ein Kind bekommen. 

Elisabeth konnte überdies schon Marias Schwangerschaft bezeugen, die äußerlich sicher noch nicht erkennbar war. Elisabeth sagte , das Kind hätte in ihrem Bauch gehüpft, als sie Maria, die Mutter ihres Herrn, erblickte.

So wurde Elisabeth zum Zeichen Gottes, an dem Maria sich versichern konnte, was Gott tun kann und auch wirklich tut.

 

Zeichen Gottes sein, das heißt lesbar sein für andere. Das heißt weitergeben, leben, ausstrahlen, was man selbst von ihm empfangen hat. Der Name Elisabeth ist mit einer Frau verbunden, die Gott zu seinem Zeichen gemacht hat.

Esther

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Esther, Hadassa ...

... eintreten für die ihren ...

 

Esther: (persisch) Stern

Hadassa: (hebräisch) Stern

 

Das Buch Esther

 

Esther lebt im persischen Exil unter König Xerxes (Ahasveros). Sie wird mit vielen anderen Jungfrauen des Landes zu ihm gebracht, und er findet Gefallen an ihr. Esther wird eine von Xerxes' Königinnen.

Von ihrem Ziehvater Mordechai erfährt Esther, dass Xerxes leichthin die Vernichtung aller Juden gebilligt hat - ohne davon zu wissen, dass auch Esther Jüdin ist. Mordechai fordert sie auf, ihren Einfluss beim König geltend zu machen und ihr eigenes Volk vor dem Untergang zu bewahren.

Esther gibt zu Bedenken, dass jeder, der es von sich aus wagt, vor den König zu treten, mit dem Tod bestraft werden kann - selbst sie.

Mordechai gibt zu Bedenken, dass ihr Leben sowieso in Gefahr ist. Wenn sie nicht helfen will, wird Hilfe von anderer Seite kommen - sie aber wird dann mitsamt ihrer Familie untergehen. Und ob es nicht sein könne, dass Esther gerade um dieser Aufgabe willen Königin geworden ist?

Harte Worte, aber Esther erkennt, dass sie hier nicht an sich denken darf, sondern für ein ganzes Volk eintreten muss, selbst wenn es ihren Tod bedeutet.

Esther fädelt es so ein, dass Xerxes mit Schrecken klar wird, dass der Tod aller Juden auch ihren Tod bedeutet. Zugleich erreicht sie, dass der Berater des Königs in Ungnade fällt, der auf die Tötung aller Juden hingewirkt hatte. Dieser wird daraufhin hingerichtet.

So wird Esther zur Retterin ihres Volkes, und der Tag wird zum Festtag, an dem ursprünglich der Judenmord vollzogen werden sollte: Das jüdische Purimfest entsteht.

 

Esther wird nicht leichten Herzens für die ihren eingetreten sein. Wichtig ist aber, dass sie es getan hat. Wichtig ist auch, dass Gott ihr Erfolg geschenkt hat. Gott streitet für die seinen, und zu diesem Zweck sucht er sich Menschen, die für die ihren eintreten. Esther ist dafür das Paradebeispiel der Bibel.

Eva

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Eva ...

... Leben in die Welt bringen ...

 

Eva: (hebräisch) Leben

 

1. Mose 2,4 - 3,24

 

Leider ist Eva am ehesten bekannt als die Frau, die Adam von der Frucht zu essen gab. Sie gilt als die Frau, die ihren Mann zur Sünde verführt hat, die schuld ist daran, dass der Mensch aus der Gemeinschaft mit Gott herausgefallen ist.

Die Bibel weiß dagegen auch Schönes von Eva zu sagen. Sie ist nämlich diejenige, mit der Leben in die Welt kam. In der Bibel gilt sie als Mutter aller Lebenden, weil sie die erste Mutter überhaupt war.

Außerdem war Eva die Gehilfin Adams. Das war auch der eigentliche Grund, weshalb Gott sie aus einer Rippe Adams formte: Der sollte eine Hilfe bekommen.

Nun wurde mit diesem Begriff »Hilfe« oft falsch argumentiert und Eva dem Adam unterstellt. Man kann es aber auch anders betrachten: Adam brauchte eine Gehilfin, weil er es alleine nicht schaffte. Er brauchte jemand seinesgleichen, jemanden, der ihm entspricht, weil er einsam war. Dass Eva dem Adam eine Hilfe sein sollte, bedeutet: Zusammen können sie ihr Leben bewältigen. In dieser Zweisamkeit finden beide Erfüllung. Auch in diesem Sinne hat Eva Leben in die Welt gebracht.

 

Gelungenes, erfülltes, gemeinschaftliches Leben in die Welt bringen und weitertragen - das bedeutet der Name Eva für die Bibel.

Evodia

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Evodia ...

... Gott im Sinn ...

 

Evodia: (eigentlich: Euodia; griechisch) Wohlgeruch

 

Philipper 4,2-3

 

Evodia gehört zu den Frauen, die in urchristlicher Zeit ein Gemeindeamt innehaben. Vielleicht ist sie Diakonin. Sie versieht ihr Amt nicht alleine, sondern zusammen mit Syntyche. Und da scheint es Schwierigkeiten zu geben, denn im Philipperbrief ermahnt der Apostel Paulus beide, eines Sinnes zu sein.

Paulus schreibt nicht, sie sollen Freundinnen sein. Nein, sie sollen um Gottes Willen an einem Strang ziehen, einmütig ihre Aufgaben für die Gemeinde erledigen - unabhängig von ihren Empfindungen füreinander. Es soll zwischen ihnen wieder so sein wie früher, als sie gemeinsam für das Evangelium gekämpft haben.

Unter Christenmenschen ist Gemeinschaft möglich, die gestiftet wird durch die gemeinsame Mitte Gott, und die nicht Freundschaft sein muss. Es ist Zusammenarbeit möglich, weil es eine gemeinsame Aufgabe und ein gemeinsames Ziel gibt, die nicht von Sympathie abhängen.

 

Gott im Sinn haben, um seinetwillen etwas tun, um seinetwillen mit anderen Gemeinschaft pflegen, auch wenn es manchmal schwer fällt - in der Bibel sagt der Name Evodia das aus.

Felicia, Felicitas

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Felicia, Felicitas

 

Weibliche Form von → Felix

Gabriele, Gabriela

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Gabriele, Gabriela

 

Weibliche Form von → Gabriel

Hannah, Anna, Anne, Annette

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Hannah, Anna, Anne, Annette ...

... es von Gott erbitten ...

 

Hannah: (hebräisch) die Begnadigte, derer Gott sich erbarmt hat

Anna, Anne, Annette: Varianten von Hannah

 

1. Samuel 1,1 - 2,21

 

Hannahs Geschichte gründet sich im Kern auf ein typisch biblisches Motiv: Es ist das Motiv der unfruchtbaren Frau, die schließlich doch einen Jungen zur Welt bringt, der dann im Mannesalter eine gewichtige Rolle spielt.

Der Mann Elkana nimmt sich zwei Frauen: Die eine, Hannah, wird nicht schwanger und gilt bald als unfruchtbar. Die andere, Peninna, bringt einige Kinder zur Welt und demütigt Hannah für ihren verschlossenen Leib.

Elkana liebt Hannah und weiß um ihr Leid. In männlich-naiver Selbstüberschätzung versucht er sie zu trösten: »Hannah, warum ist dein Herz so traurig? Bin ich dir nicht mehr wert als zehn Söhne?« (1. Samuel 1,8).

Daraufhin betet Hannah zu Gott. Der Priester Eli beobachtet sie dabei und hält sie für betrunken. Hannah versichert, dass dem nicht so sei, sie habe vielmehr ihr Herz vor Gott ausgeschüttet. Eli weiß nicht, worin Hannahs Kummer besteht, doch er lässt Hannah gehen mit der Zusage, Gott werde ihre Bitte erfüllen.

Tatsächlich wird Hannah schwanger und bringt den Jungen Samuel zur Welt. Und weil sie ihn von Gott erbeten hatte, gibt sie ihn bald an Gott zurück: Samuel dient von klein auf im Haus Gottes als Schüler des Priesters Eli.

Hannah aber wird von Eli gesegnet. Er erbittet für sie weitere Kinder, weil sie auf Samuel verzichtet hat. Hannahs Geschichte endet mit dem Hinweis, dass sie Mutter von drei Söhnen und zwei Töchtern wird ...

 

Sich nicht entmutigen lassen, sich auch nicht mit falschem Trost zufrieden geben, sondern von Gott erbitten, was Not tut - das ist Hannahs Geschichte in der Bibel.

Hulda

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Hulda ...

... was beschlossen ist bei Gott ...

 

Hulda: (hebräisch) Wiesel

 

2. Könige 22,14-20

 

Der König Josia hat eine Delegation zur Prophetin Hulda geschickt. Durch sie soll Gott befragt werden. Josia befürchtet Gottes Zorn über Juda, weil seine Gesetze seit langer Zeit nicht mehr beachtet wurden.

Und Hulda sagt den Leuten des Königs und damit dem König selbst, was beschlossen ist bei Gott: Sein Zorn wird über Juda kommen. Josia aber wird zuvor sterben, und es bleibt ihm erspart, das Unheil Gottes mitzuerleben. In Frieden soll er bei seinen Vätern versammelt werden.

Hulda prophezeit Böses und Gutes - und selbst das Gute, das Josia angekündigt wird, scheint uns eher wie ein Drohwort. Hulda fragt nicht danach, welche Wirkung ihre Worte haben könnten, sondern gibt weiter, was Gott ihr zugeraunt hat.

 

Von Gott weitersagen, was bei Gott beschlossen ist. Den Mund aufmachen, wenn etwas im Namen Gottes gesagt werden kann - das hat in der Bibel die Prophetin Hulda getan. Das andere muss hinzugefügt werden: Schweigen, wenn man Gefahr läuft, Gottes Namen für eigene Zwecke zu missbrauchen.

Jemima

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Jemima ...

... Geschenk Gottes sein ...

 

Jemima: (hebräisch) Täubchen

 

Hiob 42,13-15

 

Hiob hatte Schreckliches durchlitten. Alles war ihm genommen worden, seine Kinder waren ihm gestorben, er hatte krank darniedergelegen und niemand wusste seinen Schmerz zu lindern. Gott selbst hatte ihn geschlagen, und Hiob wusste sich keinen Rat.

Doch so elend Hiob geworden war, sein Leben wurde noch einmal umso herrlicher. Die Leute mieden Hiob nicht mehr, sein Reichtum war maßlos, er wurde Vater von zehn Kindern. Gott selbst schenkte ihm die Fülle, sodass er am Ende zufrieden sterben konnte.

Unter Hiobs Kindern waren drei Töchter. Die erste unter ihnen war Jemima. Von allen dreien heißt es, sie wären die schönsten Frauen des Landes gewesen. Die waren Hiob so lieb, dass er ihnen ein Erbteil zusprach, obwohl das vom Gesetz nicht vorgesehen war. Doch für Hiob waren die Kinder ein Geschenk Gottes. Er fühlte sich durch sie beschenkt, und darum beschenkte er sie.

 

Geschenk Gottes sein, das heißt, mit seiner Liebe beschenkt werden. Geschenk Gottes sein heißt auch, man selbst ist Ausdruck der Liebe, die Gott zu einem anderen Menschen hat. In der Bibel ist Jemima jemand, die das erleben durfte.

Johanna, Johanne

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Johanna, Johanne

 

Weibliche Form von → Johannes

Josepha, Josephine

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Josepha, Josephine

 

Weibliche Formen von → Joseph

Judith, Jutta

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Judith, Jutta ...

... Weisheit, Reinheit, Schönheit ...

 

Judith: (hebräisch) Judäerin

Jutta: alte Koseform von Judith

 

Das Buch Judith

 

Der Dichter des Buches Judith hat die Gestalt einer Frau geschaffen, die beinahe übermenschliche Züge trägt und wie das Urbild der vielen Heiligen Frauen daherkommt.


Das jüdische Volk der Stadt Betulia ist in Not. Es wird von einer feindlichen Macht belagert und droht zu verdursten.

Es ist Judiths Weisheit, die erkennt, dass Gott nicht strafen und vernichten will, sondern nur züchtigen.

Es ist ihre Reinheit, die sie zum Werkzeug Gottes macht.

Es ist ihre Schönheit, die ihr einen leichten Zugang zum feindlichen Lager verschafft.

Es ist Judiths Weisheit, die ihr den rechten Plan zur Rettung der Stadt mit auf den Weg gibt.


Es ist ihre Sorge um die kultische Reinheit, die es ihr ermöglicht, drei Tage unter Feinden auszuhalten.

Es ist ihre Schönheit, die sie für den gegnerischen Feldherrn Holofernes begehrenswert macht.


Es ist Judiths Weisheit, die sich zum Schein auf Holofernes Begierden einlässt.


Es ist ihre Reinheit, die sie vor dem Mord an Holofernes zu Gott beten lässt.


Es ist ihre Schönheit, die Holofernes letzten Endes das Leben kostet und der Stadt Betulia die Freiheit schenkt. Denn als die Feinde den Tod ihres Feldherren bemerken, heben sie in Panik die Belagerung auf.

 

Ein Maß an Weisheit, Reinheit und Schönheit, wie Judith sie zugedacht wurde, wird wohl kaum jemand in sich vereinen. Das Maß, das Gott aber tatsächlich in einen Menschen hineinlegt, hebt ihn schon heraus aus der Vielzahl.

Julia

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Julia ...

... heilig sein ...

 

Julia: (lateinisch, eigentlich:) aus dem Geschlecht der Julier stammend

Julius: männliche Form von Julia

 

Römer 16,15

 

Dieses 16. Kapitel im Römerbrief des Paulus ist ein wahres Gruß-Kapitel. Schön, dass der Apostel viele Christen so wichtig nimmt, dass er sie einzeln erwähnt und grüßt. Liest man die Grüße nacheinander weg, bekommt den Eindruck einer lebendigen Gemeinde.

Unter all den Grüßen eine Julia. Julia wird gegrüßt zusammen mit Philologus, Nereus und dessen Schwester und Olympas. Und dann heißt es, die Heiligen, die bei diesen fünfen sind, sollen ebenfalls gegrüßt werden.

Ich verstehe das so, dass auch die Julia eine Heilige war, eine Heilige mit einer besonderen Aufgabe in der Gemeinde. Andere Heilige waren mit ihr zusammen, die Paulus aber nur ganz allgemein grüßen lässt.


So viele Heilige auf einmal! Wie ungewöhnlich. Für uns gar nicht denkbar. Leider. Denn was wir uns heutzutage unter einem Heiligen vorstellen, hat nichts mehr damit zu tun, was Paulus unter einem Heiligen verstand.

Ein Heiliger ist niemand, der besonders fromm ist, besonders viel Gutes tut oder Wunder wirken kann. Ein Heiliger ist niemand, der irgendwie ein besserer Mensch wäre als andere. Nein, »ein Heiliger sein« ist nur ein anderer Ausdruck für »Christ sein«.

Heilig wird jemand dadurch, dass Gott ihn heilig spricht: »Du bist mir heilig. Du bist mir unverzichtbar. Du bist Teil meiner selbst. Du stehst unter meiner Gnade und unter meinem Segen.« Heilig kann niemand aus sich selbst werden - man kann es Gott nur glauben, dass man für ihn heilig ist.

So war auch Julia eine Heilige; für Gott war und ist sie ein Heiligtum.

 

Gott spricht es Menschen zu, dass sie ihm heilig sind, nicht aus ihrer Kraft, sondern aus seinem Willen. Der Name Julia meint in der Bibel so eine Heilige.

Junia

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Junia ...

... einen Namen im Himmel haben ...

 

Junia: (lateinisch, eigentlich:) aus dem Geschlecht der Junier stammend

 

Römer 16,7

 

Geblieben ist dieser eine Vers im Römerbrief des Apostels Paulus.

Ein schöner und herzlicher Vers. Paulus lobt Andronikus und Junia mit überschwenglichen Worten: Mit ihm eng verbunden sind sie, denn sie sind Juden wie er, und Gefangene waren sie mit ihm. Berühmt sind sie unter den Aposteln, die die Berühmten der Christenheit sind. Und sie stehen länger im Glauben als Paulus, das erkennt er an.

Doch irgendwer hat Junia das nicht gegönnt. Und machte aus der Frau »Junia« einen Mann: »Junius«. Bis heute steht es so in den meisten Bibeln.

Was wollte man der Junia dazu sagen? Vielleicht dies: Dass sie sich freuen kann, denn ihr Name ist auch im Himmel geschrieben (Lukasevangelium 10,20). Und dort kennt man ihn richtig, und dort ist sie als Frau willkommen. Und vielleicht wäre das der Christin Junia auch wichtiger, als in einem streitbaren Vers der Bibel erinnert zu werden.

 

Jede Christin und jeder Christ hat einen Namen bei Gott. Daran werden Menschen nichts ändern. Und das mag die Geschichte des biblischen Namens Junia zeigen.

Lea

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Lea ...

... Gott gleicht aus ...

 

Lea: (hebräisch) Wildkuh, Antilope

 

1. Mose 29,1 - 30,24

 

Lea wurde Jakobs erste Frau, doch eigentlich hatte der ihre Schwester Rahel heiraten wollen. Darum nahm er sie auch noch zur Frau.

Lea wusste, dass Jakobs Herz für Rahel schlug. Rahel war schön. Lea aber fehlte der Glanz, der Männer gewinnt. Jedoch: Rahel bekam keine Kinder. Lea dagegen brachte viele Kinder zur Welt, und sie wusste, das machte sie in Jakobs Augen wertvoll.

Lea wusste auch, dass es Gott war, der ihr diese Gnade schenkte. Gott schaffte ihr einen Ausgleich, sodass auch sie dankbar auf ein gelungenes Leben blicken konnte.

 

Nach menschlichen Maßstäben bekommt nicht jeder gleichviel Vorzüge mit auf den Lebensweg. Gott aber sorgt für die Benachteiligten und gleicht aus, was nicht von vornherein da ist - das wird in der Bibel an Lea deutlich.

Lydia

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Lydia, Lida ...

... Gott bringt entscheidend weiter ...

 

Lydia, Lida: (griechisch) die aus Lydien Stammende

 

Apostelgeschichte 16,11-15

 

Der Apostel Paulus fing es geschickt an mit seiner Missionstätigkeit in Philippi. Er überstürzte nichts, sondern wartete den Sabbat als den rechten Zeitpunkt ab. Und er ging dann dorthin, wo er sicher auf Menschen treffen würde, die bereits an Gott glaubten. Paulus war also gut vorbereitet, als er seine erste Predigt in Europa begann. 

Unter seinen Zuhörerinnen war auch die Geschäftsfrau Lydia, eine Purpurhändlerin. Sie glaubte auch schon an den Gott der Juden. Und die Predigt des Paulus überzeugte sie, sodass sie und die zu ihrem Haushalt gehörten, sich taufen ließen. 

Doch hatte Paulus keinen Grund, stolz auf diesen Erfolg zu sein. Zwar hatte er es umsichtig angefangen, doch das Eigentliche vollbrachte Gott selbst. Er öffnete der Lydia das Herz für das Wort von Jesus Christus und brachte sie den entscheidenden Schritt weiter.

Lydia und die ihren wurden die ersten Christen in Europa.

 

Menschen können mit Bedacht vorgehen, sodass Erfolg wie ein Kleines erscheint. Das Eigentliche, das Vollendende aber ist Gott vorbehalten. Gott bringt entscheidend weiter - das zeigt die Bibel an der Lydia.

Magdalena, Magdalene, Magda, Madeleine, Lena, Alena

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Magdalena, Magdalene, Magda, Madeleine, Lena, Aléna

... dem Guten treu bleiben ...

 

Magdalena: (griechisch) Aus dem Ort Magdala stammend

Magdalene, Magda, Madeleine, Lena, Aléna: Variante bzw. Kurzformen von Magdalena

 

Matthäus 27,56

Lukas 8,2

Johannes 20,1-18

 

Sieben böse Geister hat Jesus der Maria Magdalena ausgetrieben. Die heilige Zahl »Sieben« besagt, dass sie »zur Fülle« besessen war; zugleich besagt die »Sieben«, dass sie doch schon wieder in Gottes Hand war.

Nun war Maria Magdalena befreit, und dafür blieb sie Jesus, dem guten Geist ihres Lebens, treu. Sie ging mit ihm seine Wege. Sie verharrte unter seinem Kreuz. Sie stand fassungslos vor dem leeren Grab. Sie wäre dem Auferstandenen am liebsten entgegengestürzt, hätte er es ihr nicht verwehrt.

 

Jesus Christus als den Guten im eigenen Leben erfahren und ihm die Treue halten - das hat Maria Magdalena erlebt und vorgelebt.

Maria, Marie, Marina, Marion, Marita

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Maria, Marie, Marina, Marion, Marita ...

... das Herz bewegen lassen ...

 

Mirjam: (hebräisch) Bitterkeit, Betrübnis

Maria: griechische Form von Mirjam

Marie, Marina, Marion, Marita: europäische Verniedlichungen bzw. Nebenformen von Maria

 

Matthäus 1,16 und 12,46-50 und 13,55

Lukas 1,26 - 2,52

Johannes 2,1-11 und 19,25-27

Apostelgeschichte 1,12-14

 

Maria, der Mutter Jesu, wird viel zugemutet: Sie begegnet einem Engel, der ihr eine Schwangerschaft ankündigt. Sie bringt ein Kind zur Welt, das keinen Vater hat. Die Geburt findet fern der Heimat statt. Hirten und Gelehrte aus dem Ausland erkennen in ihrem Sohn das Besondere, das der Engel angekündigt hatte. Um dieses Kindes willen muss sie mit ihrem Mann nach Ägypten fliehen. Später dann bleibt ihr Sohn lieber im Tempel Gottes als bei der Mutter und ihrem Mann.

Ihr Herz lässt Maria von alledem bewegen, heißt es. Sie kann noch nicht erfassen, was da vor sich geht, aber dass Gott hier am Werke ist, das spürt sie im Herzen.

Später wird Jesus ihr vielleicht unheimlich mit seinem öffentlichen Wirken und Predigen. Er verletzt sie möglicherweise, als er plötzlich nicht mehr auf familiäre Bindung hält, sondern auf Gottesgemeinschaft. Sicher bricht es ihr das Herz, ihn sterben zu sehen. 

Als Jesus erwachsen ist, heißt es von Maria nicht mehr, dass sie ihr Herz bewegen lässt. Vielleicht fällt es ihr immer schwerer zu glauben, dass in Jesus Gott am Werk ist. Anteil an seinem Geschick aber nimmt sie bis zum Schluss. Und als die Geschichte Jesu mit seiner Auferstehung von den Toten eine ungeahnte Wendung nimmt, hat ihr Herz schließlich doch Recht behalten: Sie ist ein Teil von Gottes größter Geschichte unter den Menschen.

 

Das Herz bewegen lassen von dem, was Gott verheißt und was er in das Leben hineinlegt, auch wenn es nicht zu fassen ist - das zeigt die Bibel an der Person der Maria.

Martha

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Martha ...

... auch das andere sehen ...

 

Martha: (aramäisch) Herrin

 

Lukas 10,38-42

Johannes 11,1-45

 

Das Gegenüber zu Jesus lässt sich auf zweierlei Weise gestalten: Entweder empfangen oder geben. Entweder ihm zu Füßen knien oder für ihn schaffen. Entweder auf ihn hören oder zu ihm reden. Maria symbolisiert diese Haltung, ihre Schwester Martha jene.

Martha will ihre Haltung gegen die ihrer Schwester ausspielen. Darauf reagiert Jesus schroff. Denn beide Haltungen sind nicht als Alternativen gedacht; vielmehr gehören sie zusammen und greifen ineinander. 

Jesus will Martha sicher nicht in ihrem Eifer für ihn bremsen. Denn was sie tut, ist gut und wichtig. Doch muss Martha auch die andere Seite sehen, die der Maria. Und hier, so betont Jesus, liegt nun doch das Eigentliche: Ihm gegenüber sind die Gläubigen vor allem Empfangende, ihm zu Füßen Knieende, Hörende.

Etwas von Jesus empfangen oder etwas für Jesus tun - beides gehört zum Glaubensleben dazu. Sich immer wieder derjenigen Seite bewusst werden, die man selbst vernachlässigt. Sich generell als Empfangenden sehen - das sind die Lehren, die die Bibel durch Martha weitergibt.

Michaela, Michele

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Michaela, Michèle

 

Michaela: weibliche Form von → Michael

Michèle: französische Form von Michaela

Miriam

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Miriam ...

... Familienbande ...

 

Mirjam: (hebräisch) Bitterkeit, Betrübnis

Miriam: Nebenform von Mirjam

 

2. Mose 2,1-10 und 15,20-21

4. Mose 12 und 20,1

 

Der Pharao hatte beschlossen, alle neugeborenen Söhne der Juden in den Fluss werfenzu lassen. Israel sollte nicht noch zahlreicher und mächtiger werden in Ägypten. Miriams Mutter verbarg den kleinen Mose, so lange es ging. Doch dann musste sie handeln. Sie legte den Knaben in ein wasserdichtes Körbchen und versteckte es im Schilf des Flusses. Moses ältere Schwester Miriam aber bewachte den Korb.

Dann kam die Tochter des Pharao an eben diese Stelle, um zu baden. Sie entdeckte den Bastkorb und darin Mose. Und sie hatte Erbarmen mit ihm, obwohl sie ihn als jüdisches Kind erkannte. Da trat Miriam keck zur Königstochter und bot ihr an, eine jüdische Amme für das Baby zu holen. Die Prinzessin stimmte zu, und Miriam holte ihre Mutter als Amme ... Mose kam mit in den Königspalast und wuchs dort auf.

Ohne es zu wissen, hatte Miriam dem Volk Israel einen großen Dienst erwiesen und Gottes Sache mit seinem Volk vorangebracht.

Später stand Miriam an Moses Seite, als der Israel aus der Gefangenschaft führte. Als Mose sein Loblied für Gott sang, stimmten auch Miriam und andere Frauen ihr eigenes Gotteslob an.

Schließlich aber wurde ihr Mose zu (eigen-)mächtig, und sie lehnte sich gegen ihn auf. Doch dafür strafte Gott sie mit Aussatz. Miriam hatte sich zu weit vorgewagt. An dieser Stelle trat Mose vor Gott für seine Schwester ein, und nach sieben Tagen war Miriam wieder gesund.

 

Für einander eintreten. Schönes miteinander teilen. Im Schwierigen für den anderen da sein - an der Person der Miriam wird deutlich, wie segensreich Familienbande sein kann.

Noomi, Noemi, Naomi

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Noomi, Noemi, Naomi ...

... gut beraten ...

 

Noomi: (hebräisch) die Huldreiche, die Liebliche

Noemi, Naomi: Varianten von Noomi

 

Das Buch Ruth

 

Noomi, die Jüdin, lebt schon lange im heidnischen Moab. Dort stirbt erst ihr Mann und später auch ihre beiden Söhne. Zwei Schwiegertöchter bleiben ihr. Die spricht sie frei von allen Bindungen an sich. Allein will sie in ihre alte Heimat zurückkehren. Doch eine der Schwiegertöchter, Ruth, verbündet sich auf immer mit Noomi und geht mit ihr nach Juda.

Dort findet Ruth Arbeit auf dem Feld und ernährt so Noomi und sich. Hier lernt sie auch Boas kennen, den Besitzer des Feldes und zugleich Verwandter Noomis. Boas findet offenbar Gefallen an Ruth, und Noomi ahnt den Segen Gottes, der sich hier einen Weg bahnt. Sie rät Ruth dazu, Boas nahe zu kommen. Er soll vor sich selbst nicht mehr der Frage ausweichen können, ob er Ruth zur Frau will oder nicht. Und schließlich wird Ruth die Frau des Boas (vgl. auch den Artikel zum Namen »Ruth«).

Noomi hat Ruth gut beraten. Sie hat ihr den Weg in eine gesicherte Zukunft gewiesen.

Noomi ist aber auch selbst gut beraten. Denn natürlich ist auch ihr damit die Tür in eine neue Zukunft aufgestoßen.

Es ist keine Schande, neben dem Wohl der anderen auch das eigene im Blick zu haben. Wie könnte es denn noch besser laufen, als wenn das wahre Glück der Nächsten zugleich zum eigenen Glück wird?

 

Den umfassenden Segen Gottes erspähen, wenn er zu den Menschen kommt, und dann das Richtige tun: Anderen zum Glück verhelfen und sich gleichzeitig selbst einen Dienst erweisen - diese glückliche Hand hat in der Bibel Noomi.

Paula, Pauline

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Paula, Pauline

 

Paula: weibliche Form von → Paulus

Pauline: Weiterbildung von Paula

Petra

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Petra

 

Weibliche Form von → Petrus

Phoebe

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Phoebe, Phöbe ...

... empfohlen werden ...

 

Phoebe: (griechisch) die Scheinende

 

Römer 16,1-2

 

Phoebe wird die Gemeinde in Rom besuchen. Damit die Christen dort wissen, welchen Stellenwert sie und ihre Tätigkeiten haben, empfiehlt der Apostel Paulus sie gleich dreimal.


Erstens: Sie kommt nicht im eigenen Namen, sondern im Auftrag der Gemeinde Kenchräa. Dort hat man ihr offenbar ein Amt anvertraut.

Zweitens: Sie hat sich durch ihre Hilfsbereitschaft einen Namen gemacht. Was sie an anderen getan hat, soll ihr in Rom vergolten werden: Alles, was sie dort tun wird, soll unterstützt werden - ein Blankoscheck des Paulus. Deutlich wird auch, dass Paulus die Christenheit als umfassende Einheit sieht: Denn was Phoebe in irgendeiner Gemeinde an Gutem getan hat, das hat sie auch an der Gemeinde Rom getan, und dort soll sie nun davon einen Nutzen haben.

Drittens: Paulus selbst empfiehlt sie, und er gehört zu den obersten Autoritäten der jungen Kirche. Wie immer man das nennen mag - ob Phoebe nun wichtig, bedeutend, mächtig oder angesehen war - sie und ihr Auftrag lagen Paulus am Herzen.

 

Ein Amt bekommen, sich verdient machen in Gemeinde und Kirche, empfohlen werden - die Bibel überliefert das von der Frau Phoebe.

Prisca, Priscilla

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Prisca, Priscilla ...

... mit dem Einsatz ihres Lebens ...

 

Prisca: (lateinisch) die Alterwürdige

Priscilla: Verniedlichung von Prisca

 

Apostelgeschichte 18

Römer 16,3-5

2. Timotheus 4,19

 

Priscilla und ihr Mann Aquila waren Handwerksleute. Sie kamen aus Rom und betrieben in Korinth eine Zeltmacherei. Dort lernten sie den Apostel Paulus kennen, der sie im christlichen Glauben unterwies. Vermutlich sind sie bereits dort Christen geworden. Zusammen mit Paulus gingen sie nach Ephesus, wo das Ehepaar sich ansiedelte. Ihr Haus wurde zum Treffpunkt der jungen christlichen Gemeinde. 

Als der Prediger Apollos nach Ephesus kam, nahmen Priscilla und Aquila ihn bei sich auf. In Fragen der Taufe war Apollos noch der Tradition Johannes des Täufers verhaftet. Priscilla und ihr Mann »legten ihm den Weg Gottes noch genauer aus« (Apg 18,26) und erläuterten ihm, wie Christen taufen.

Priscilla und Aquila haben sich später erneut in Rom niedergelassen. Auch dort traf sich bei ihnen eine christliche Gemeinde.

Der Apostel Paulus grüßt sie in seinem Römerbrief und dankt beiden ausdrücklich: Das Leben des Paulus war öfters in arger Bedrängnis. Bei einer dieser Gelegenheiten müssen Priscilla und Aquila ihm das Leben gerettet haben - und haben dabei ihr eigenes Leben auf's Spiel gesetzt.

 

Gastfreundschaft, Mut zum Neuanfang, die Gabe der christlichen Lehre und tatkräftige Hilfe, sogar mit dem Einsatz ihres Lebens - das ist, was die Bibel über Priscilla zu sagen weiß.

Rahel

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Rahel ...

... umworben sein ...

 

Rahel: (hebräisch) Mutterschaf

 

1. Mose 29,1 - 32,1 und 35,16-21

 

Liebe bedarf immer wieder eines Zeichens. Der geliebte Mensch braucht Hinweise darauf, dass er noch geliebt wird. Liebe bedarf auch des Ausdrucks. Der liebende Mensch wird von innen dazu gedrängt, seine Gefühle zu zeigen.

Die Liebe zwischen Rahel und Jakob findet ein Zeichen und findet einen Ausdruck in den zweimal sieben Jahren, die er um sie dient. Nicht allein, dass Jakobs Bindung und Treue sich bewähren. Hier wird auch indirekt etwas über Rahel gesagt, die unübertroffen umworben wird: was für eine wundervolle Frau sie sein muss.

Laban will seine Tochter Rahel erst dann mit Jakob verheiraten, wenn der dafür sieben Jahre auf dem Hof geschuftet hat. Laban sieht nämlich, dass Jakob alles gelingt, was er tut. Das will er sich selbst für eine lange Frist zunutze machen. Doch nach sieben Jahren gibt Laban dem Jakob seine ältere Tochter Lea zur Frau. Jakob ist empört - ändern kann er daran jedoch nichts mehr. Laban ist pfiffig: Er gibt Jakob auch Rahel zur Frau - unter der Voraussetzung, dass Jakob noch einmal sieben Jahre uneigennützig für Laban arbeitet.

So dient Jakob zweimal sieben Jahre um Rahel. Seine Liebe muss sehr stark sein. Und sie wird deutlich spüren, wie aufrichtig sie umworben ist.

 

Umworben sein, aufrichtig geliebt werden, Zeichen der Liebe empfangen - dieses Glück ist in der Bibel der Rahel vergönnt.

Raphaela

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Raphaela

 

Weibliche Form von → Raphael

Rebekka, Rebecca

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Rebekka, Rebecca ...

... in die Tat umsetzen ...

 

Rebekka: (hebräisch) Strick mit einer Schlinge, d. h. ein die Männer bestrickendes Mädchen

 

1. Mose 24 und 25,19-28 und 26,1-11 und 27

 

Rebekka liebte ihren Sohn Jakob mehr als seinen Zwillingsbruder Esau. Doch Esau war der ältere von beiden, wenn auch nur um Stunden. Und damit war Esau Erbe seines Vaters Isaak. Rebekka aber hätte es gerne gesehen, wenn Jakob Erbe geworden wäre.

Als Isaak alt wurde und er mit seinem Segen Esau offiziell zum Erben machen wollte, schienen Rebekkas Träume endgültig zu platzen. Zugleich aber bot sich eine letzte Gelegenheit, Jakob an die Stelle von Esau zu setzen. Dazu musste Rebekka ihren Mann und ihren älteren Sohn betrügen ... Sie zögerte nicht, sondern setzte ihren Plan in die Tat um. 

Esau ging bald auf die Jagd und würde für unbestimmte Zeit nicht daheim sein. Inzwischen staffierte Rebekka den Jakob so aus, dass er sich anfühlte und roch wie sein Bruder. Und sie bereitete ein Essen, wie Esau es gekocht hätte. So ausgerüstet, gelang es Jakob, sich für Esau auszugeben und Isaak zu täuschen: Jakob empfing den Segen seines Vaters - wurde damit Erbe und Träger der Verheißungen Gottes.

Die Tat kam natürlich heraus und drohte die Familie zu zerreißen. Jakob musste vor dem Zorn seines Bruders flüchten und auf lange Jahre der Heimat fern bleiben. Vieles deutete daraufhin, dass Rebekkas Plan vor Gott gescheitert war.

Und doch ergab es sich zum Schluss, dass sich in ihrer Tat der Wille Gottes erfüllte, und dass die Verheißungen tatsächlich mit Jakob ihren Weg nahmen.

 

Den Mut zur ungewöhnlichen Tat, das Risiko tragen, die Verantwortung für eine offensichtlich falsche Handlung übernehmen - das verbindet die Bibel mit dem Namen Rebekka.

Ruth

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Ruth ...

... ein Teil werden ...

 

Ruth: (hebräisch) die Erquickung, Labsal, Tränkung

 

Das Buch Ruth

Matthäus 1,5

 

Ruth war eine Moabiterin, aus jüdischer Sicht eine Heidin, eine der Frauen, die ein Jude nicht heiraten soll. Sie wurde dennoch die Frau eines Juden, der in Moab lebte. Der hat sie allerdings erst geheiratet, als sein eigener Vater tot war und nichts mehr gegen die Ehe einwenden konnte.

Ruths Mann starb, ohne dass er mit ihr Kinder hatte. Ohne Kinder aber fehlte ihr eine Versorgung im Alter. Ohne ihren Mann hatte sie keinerlei Bindung mehr an das Volk Gottes.


Ruth hatte ihre Schwiegermutter Noomi liebgewonnen, und sie entschied, mit ihr nach Juda zu gehen. Dort ernährte sie sich und Noomi mit Feldarbeit.

Ruth lernte Boas kennen, ihren Arbeitgeber. Der war verwandt mit Noomi und also auch - um einige Ecken - mit Ruth. Das jüdische Recht besagte, dass Boas ihr deshalb verpflichtet wäre. Doch musste Boas erst angeregt werden, das Recht zu befolgen.

Ruth gefiel dem Boas. Noomi gab ihr den Rat, diese Zuneigung weiter zu entfachen. Das gelang ihr auch, und Boas nahm seine verwandtschaftliche Verpflichtung nun herzlich gerne wahr. Er erwies sich dabei als korrekter Mann, der seine starke Stellung nicht ausnutzte, sondern den Dingen ihren geregelten Lauf zugestand.

Ruth wurde die Frau Boas' und brachte einen Sohn zur Welt: Obed, der der Großvater von König David war, der wiederum ein Vorfahr Jesu Christi war.

Dieser eine letzte Satz schlägt einen gewaltigen Bogen über die Geschichte Gottes mit seinem Volk Israel. In dieser Geschichte ist Ruth wichtig geworden. Einst stand sie aussen vor, einmal wurde ihr der einzige Anknüpfungspunkt an Gott genommen. Trotzdem wurde sie Teil seiner Geschichte unter den Menschen.

 

Gott nimmt Menschen mit hinein in seine Welt-Geschichte, auch solche, auf die man selbst nicht käme, auch solche, die dem Anschein nach nichts mehr mit Gott verbindet - in der Bibel ist Ruth eine solche Person.

Salome

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Salome ...

... den Schmerz aushalten ...

 

Salome: (hebräisch) die Friedsame, die Unversehrte, die Wohlbehaltene

 

Markus 15,40-41 und 16,1-8

 

Leider sind die Evangelien kurz angebunden, was viele Frauengestalten anbelangt. Wir können dankbar sein, dass sie damals überhaupt erwähnt wurden, dankbar umsomehr, wenn wir über manche von ihnen sogar etwas mehr erfahren.

Salome war zusammen mit Jesus in Galiläa gewesen und auch mit ihm nach Jerusalem gezogen. Namentlich erscheint sie als eine der Frauen, die unter dem Kreuz Jesu standen. Namentlich wird sie auch erwähnt als eine der Frauen, die am dritten Tage nach Jesu Tod zu seinem Grab gingen. Salome und andere Jüngerinnen werden dort erwähnt, wo von den Jüngern keiner mehr zu sehen ist.

Was allen Jüngerinnen und Jüngern gleichermaßen weh tun musste, das hat Salome auch mitangesehen: Jesu Tod am Kreuz. Sie harrte dort bei ihm aus; der einzige Liebesdienst, den jemand ihm noch tun konnte.

Was allen Jüngerinnen und Jüngern gleichermaßen ein trauriges Anliegen sein musste, das hatte Salome sich vorgenommen: den Leichnam Jesu salben; der letzte Liebesdienst, den jemand noch für ihn tun konnte.

Was das Markus-Evangelium über Salome erzählt, beschränkt sich auf das, was sie sich aus Liebe zugemutet hat. Dafür wurde sie erste Zeugin der guten Nachricht: Statt Jesu Leichnam sahen Salome und die zwei Marias einen Engel im Grab. Der verkündete ihnen, dass Jesus von den Toten auferstanden sei ...

 

Das Leid geliebter Menschen aushalten und für sie tun, was möglich ist - diese Seelengröße ist in der Bibel mit dem Namen Salome verbunden.

Sarah

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Sarah ...

... über Gott lachen ...

 

Sarah: (hebräisch) Fürstin

 

1. Mose 11,27-31 und 12,10-20 und 16,1 - 18,15 und 20,1 - 21,21 und 23

 

Sarah und ihr Mann Abraham sind längst über das Alter hinaus, in dem Eheleute Eltern werden. Beide sind bis jetzt kinderlos geblieben, und das dürfte sich auch nicht mehr ändern.


Doch dann tritt Gott in ihr Leben und verspricht, Abraham werde noch Stammvater eines ganzen Volkes werden. Und als Gott eines Tages zu Besuch ist, wird auch deutlich: Abraham wird einen Sohn zeugen und die Mutter des Kindes soll die alte Sarah werden.

Sarah hört es und muss lachen. Sie weiß vielleicht gar nicht genau, warum. Aus Unglaube, aus Verbitterung, aus Freude, oder weil sie es für einen Witz hält, was Gott verspricht?

Gott jedenfalls hakt nach und fragt, warum Sarah lacht. Da bekommt sie es mit der Angst zu tun und leugnet, dass sie gelacht hat.

Doch wovor hat sie plötzlich Angst? Dass Gott ihr Unglauben vorwerfen könnte? Oder dass Gott zornig werden könnte über ihr Lachen? Vielleicht bringt Sarah beides nicht zusammen: »Gott« und »Lachen«. Darf man über Gott lachen? Versteht er einen Spaß? Versteht er diese und andere echt menschliche Regungen?

Seltsam: Die Bibel lässt der Geschichte ein offenes Ende. Und so ist das auch bis heute eine offene Frage: Über Gott lachen - ja oder nein?

 

Spontan auf Gott reagieren, ihm gegenüber Gefühle zulassen, auch die, bei denen nicht sicher ist, wie er sie findet - das ist ein Teil der biblischen Geschichte von Sarah.

Simone

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Simone

 

Aus dem Französischen übernommene weibliche Form von → Simeon, Simon

Sophia, Sophie

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Sophia, Sophie ...

... Früchte ihres Wandels ...

 

Sophia: (griechisch) Weisheit

 

Sprüche 1,20-33 und 2,6 und 8,1 - 9,12

 

Sie ist eine Eigenschaft Gottes, und sie war es schon vor Anbeginn der Welt. König Salomo ist wegen ihr bis heute berühmt, und es verlangte ihn nach ihr mehr als nach anderem. Im Buch der Sprüche Salomos bekommt sie personhafte Züge und ruft zur Umkehr wie die Propheten.

Sophia - Weisheit.

Sie tritt auf als Garantie für gelungenes Leben. Wer sich von ihr leiten lässt, dem wird Einsicht in die Fülle der Lebenszusammenhänge gegeben, Einsicht in den Reichtum der Schöpfung Gottes. Wer mit ihr sein Leben gestaltet, der braucht die Widrigkeiten des Daseins nicht mehr zu fürchten. Wer ihr Folge leistet, wird die guten Früchte seines Wandels ernten können.

Leider ist die Weisheit nicht sehr beliebt. Viel lieber hören die Menschen auf die Torheit. Wer ihr Folge leistet, darf sich nicht wundern, wenn er ebenfalls die Früchte seines Wandels einstreicht - die schlechten Früchte.

Die Weisheit lebt mit diesem Zwiespalt zwischen ihr und der Narrheit. Sie zieht auch daraus ihre weisen Schlüsse: Reibe Dich nicht an Toren, Spöttern und Gottlosen. Sie werden Dich nur hassen und Du verschwendest Dich. Aber reibe Dich an denen, die schon weise sind, und sie werden noch weiser werden und Dich lieben.

 

Einsicht in die Zusammenhänge des Lebens, die Früchte eines gelungenen Lebens genießen - das meint der Name Sophia in der Bibel.

Stephanie

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Stephanie

 

Weibliche Form von → Stephanus

Sulamith

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Sulamith ...

... Begehren ...

 

Sulamith: (hebräisch) Mädchen aus Sunem

 

Hoheslied 7

 

Man lasse dem Hohelied als biblischem Buch einmal sein Recht, so wie man es anderen Texten der Heiligen Schrift auch lässt. Man lese, was da steht, ohne es gleich mit zusätzlichen Gedanken aufzuladen.

Es geht um Liebe, um Sehnsucht, um das Begehren körperlicher Liebe und um Schönheit. Und um mehr nicht. Im Hohelied bekommt diese Seite der Liebe ihren angemessenen Platz im Buch der Bücher. Und wird dort mit unübertroffener Anmut besungen.

In welchen größeren Zusammenhang jemand das Begehren und die körperliche Liebe stellen mag, bleibt seinem Glauben und seiner Moral anheimgestellt. Das Hohelied jedenfalls sorgt sich nicht wegen freier Liebe, Partnerschaft, Ehe oder geistlichen Zusammenhängen. Es ist sich selbst genug, wie die zwei Liebenden darin sich selbst genug sind: Sulamith und Salomo.

 

Ihre Schönheit wird gepriesen, sie wird sehnlichst geliebt und sinnlich begehrt. Sie preist die Schönheit ihres Freundes, sie liebt ihn sehnlichst und begehrt ihn - das ist die Sulamith der Bibel.

Susanna, Susanne

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Susanna, Susanne ...

... mit dem, was sie hat ...

 

Susanna: (hebräisch) Lilie

 

Lukas 8,3

 

Um das Reich Gottes in dieser Welt zu bauen, braucht es die unterschiedlichsten Kräfte. Nicht jeder kann predigen oder Werke der Nächstenliebe tun. Gaben und Möglichkeiten sind von Gott vielfältig verteilt worden. Und nicht zu unterschätzen sind dabei die zahlreichen Christen, die Gott dienen mit dem, was sie haben: mit Geld, mit Raum, mit anderen Besitztümern, mit Zeit, mit Arbeitskraft oder mit gutem Rat.

Susanna war so jemand und unterstützte auf ihre Weise Jesus und seine Jüngerinnen und Jünger. 

Viele Hauskreise, viele freie Werke, viele Gemeinden würden heutzutage nicht gut oder überhaupt nicht laufen ohne Leute wie sie.

 

Gott dienen mit dem, was man hat, was einem von Gott gegeben ist - Susanna ist dafür ein Beispiel aus der Bibel.

Tabitha, Tabea

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Tabitha, Tabea ...

... die gute Seele ...

 

Tabitha: (hebräisch) Gazelle

 

Apostelgeschichte 9,36-42

 

Man mochte Tabitha nicht gehen lassen. Als sie starb, schickte man eilends nach dem Apostel Petrus. Der kam, sah und es gelang ihm, sie ins Leben zurückzuholen.

Tabitha war die gute Seele der Gemeinde in Joppe. Viele arme Menschen bekamen bei ihr milde Gaben wie Kleidung und Geld - und einen Eindruck von der Liebe Gottes. Sie zu verlieren, das konnten die Gläubigen nicht hinnehmen. Zu sehr hingen sie an ihr. Und Gott sei Dank, sie wurde ihnen zurückgegeben. Tabitha wurde selbst zur milden Gabe Gottes an die Christen in Joppe.

 

Die Liebe Gottes unter die Menschen bringen durch gute Taten - dieses Lob der Tabitha ist in der Bibel festgehalten.

Tamar, Tamara

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Tamar, Tamara ...

... was ihr Recht ist ...

 

Tamar: (hebräisch) die Dattelpalme

Tamara: russische Weiterbildung von »Tamar«

 

1. Mose 38

Matthäus 1,3

 

Im alten Israel gab es ein Gesetz, das uns heute merkwürdig vorkommt: das Gesetz der Schwagerehe. Starb der Ehemann einer Frau, ohne dass sie gemeinsam Kinder hatten, so sollte der Bruder bzw. nächste männliche Verwandte des Verstorbenen mit der Witwe schlafen, auf dass sie ein Kind bekommen würde.

Sinn der Schwagerehe war zu verhindern, dass ein Name ausstirbt. Der Verstorbene sollte auf diesem Umweg doch noch einen Nachkommen haben, der auch seinen Namen tragen würde. Überdies war eine Frau ohne Kinder damals ehrlos, schutzlos und im Alter ohne Versorgung.

Tamars Mann Er starb, ohne ein Kind gezeugt zu haben. Er's Bruder Onan starb auch, ohne seine Verpflichtung an Tamar erfüllt zu haben. Tamars Schwiegervater Juda weigerte sich. Sie sollte Judas dritten Sohn Schela heiraten, wenn der alt genug wäre. Schela wurde alt genug, aber man gab ihm nicht Tamar zur Frau.

Also nahm sich Tamar, was ihr zustand. Sie verschleierte sich wie eine Hure, Juda fiel auf die Verkleidung herein und schlief mit ihr. Tamar wurde schwanger und brachte Zwillinge zur Welt.

Während der Schwangerschaft wurde Tamar der Hurerei bezichtigt, und Juda wollte sie hinrichten lassen. Doch Tamar konnte ihm beweisen, dass er der Vater der Kinder sein würde. Damit war die Anklage nichtig, denn Tamar hatte sich nur selbst Recht verschafft. Das musste selbst Juda anerkennen.

 

Sich Recht verschaffen, einfordern, was zugesagt ist, dabei ungewöhnliche Wege nicht scheuen und bedacht handeln - dieses Bild zeichnet die Bibel von Tamar.

Zippora

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Zippora ...

... über Volksgrenzen hinweg ...

 

Zippora: (hebräisch)Vögelchen

 

2. Mose 2,21-22 und 4,25-26 und 18,2-3

3. Mose 19,33+34

4. Mose 12,1

 

Zippora war die unauffällige Frau eines auffälligen Mannes, nämlich des Mose. Es ist eigentlich nichts über sie zu sagen, weil die Bibel nichts über sie preisgibt. Man kann daher noch am ehesten vermuten, dass sie eine normale Frau in einer normalen Ehe war - natürlich zu ungewöhnlichen Zeiten und unter besonderen äußeren Umständen.

Anders gesagt: Vermutlich war an Zippora nichts auszusetzen - außer dass ...

Ja, da traten doch plötzlich Moses Geschwister Miriam und Aaron auf und machten Stimmung gegen das Paar: Mose habe wohl die falsche Frau gewählt. Zippora sei schließlich eine Ausländerin, eine Kuschiterin. Ein dummer Vorwand, unter dem Zippora leiden musste - denn eigentlich ging es Miriam und Aaron darum, die Macht des Mose zu begrenzen. Zu diesem Zwecke bedienten sie sich sogar ausländerfeindlicher Sprüche.

An Zippora war also vermutlich nichts auszusetzen, nur eben dass sie von einem fremden Volk abstammte.

Gott aber wies Miriam und Aaron in die Schranken. Weder sollte an der Macht des Mose gerüttelt werden, noch sollte dummes Gerede gegen Ausländer einen Platz im Volk Gottes haben.

Denn vor Gott gilt dies Gesetz: »Wenn ein Fremdling bei euch wohnt in eurem Lande, den sollt ihr nicht bedrücken. Er soll bei euch wohnen wie ein Einheimischer unter euch, und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid auch Fremdlinge gewesen in Ägyptenland. Ich bin der Herr, euer Gott« (3. Mose 19,33+34).

 

Gottes schützende Hand ist in besonderer Weise über Randgruppen einer Gesellschaft ausgestreckt - das wird am Beispiel der Ausländerin Zippora deutlich.