Gestern.

Tagebuch 2021.

Dirk Röse Silvester

Tschüss 2021.

Freitag, 31. Dezember 2021

Siehe da, verschämt, wie es begann, verabschiedet sich 2021 in die Vergangenheit. Wälder brannten, Häuser standen in Flammen, Berge spuckten Lava und die Erde bebte. Das Land stand unter Wasser, Täler wurden überflutet und die anhaltende Dürre fraß den Boden auf. Die Maßnahmen zur Abmilderung des Klimawandels blieben halbgar, Indien und China konnten sich nicht von der Kohle trennen, Glasgow unterlag dem Blablabla. Es wurde geängstigt, geschossen, gequält, verletzt, gestorben. Afghanistan verraten, die Ukraine bedroht, Syrien vergessen, Äthiopien vergewaltigt, der Jemen ein Elendsviertel. Flüchtlinge als Spielware für das weißrussische Machtgehabe. China demontiert in Hongkong das Mahnmal zum Massaker auf dem Tiananmen-Platz. Die einen erkrankten an Corona, die anderen erlitten noch mehr Isolation, viele kämpften für oder gegen eine Impfung, die vierte Welle kam mit ungeahnter Kraft, und während wir noch den Optimismus des Spätsommers genossen, rüstete sich Omikron für die fünfte Welle. Auch im eigenen Umfeld Corona, Krebs, Wasser, Tod, verlorene Zeit, das globale Elend streckt seine Krallen aus. Horch nur, aus wie vielen Mündern ermüdeter Geist flüstert. Es ist ein Segen, dass 2021 ein Ende findet. Aber schau auch dorthin, wie viele lächeln und sagen, dass es eigentlich ganz nett war. Recht haben sie. Es gibt immer beide, die Lachenden und die Weinenden. Die Welt ändert sich nicht, auch nicht im Jahr 2022. Nur dass man manchmal die Seiten wechselt.

Gottes Bedingungslosigkeit.

Donnerstag, 30. Dezember 2021

Wenn es wirklich so ist, dass uns Gottes Liebe und das Heil in Jesus Christus bedingungslos gelten, dann müssten der individuelle und der kollektive Glauben dem gerecht werden und ebenfalls auf Bedingungen verzichten. Die praktische Übung dazu ist schnell erklärt. Ein Glaube, der von der Bedingungslosigkeit des göttlichen Heilshandelns ausgeht, kommt ohne folgende Formulierungen aus:

»Wenn …, dann …«

»… müssen …«


Glaubenssätze mit diesen Floskeln sind ein sicheres Indiz dafür, dass der eigene Glaube nicht auf Gottes Bedingungslosigkeit vertraut. Auf diese Formulierungen zu verzichten, ist eine lebenslange Aufgabe. Dass sie im allgemeinen Sprachgebrauch weiterhin unverzichtbar sind, zeigen die Satzgefüge in diesem Beitrag.

Dirk Röse Christlicher Glaube

Brücke zwischen Gott und Mensch.

Mittwoch, 29. Dezember 2021

Eine zentrale Aussage des christlichen Glaubens lautet, dass in Jesus Christus das Heil liegt, mit dem die Kluft zwischen Gott und Mensch überwunden ist. Leid, Kreuz und Auferstehung haben eine feste Brücke zwischen beiden gemauert. Statt daran zu glauben, setzt sich die Christenheit seit Anbeginn mit der Frage auseinander, wie man Teilhaber:in des Heils wird.

 

Die katholische Kirche hat zu einer Lehre gefunden, die dem Ritual vertraut. Die Wirksamkeit z. B. von Taufe, Abendmahl und Beichte liegt in der Durchführung der heiligen Handlung. Die innere Haltung des/der Gläubigen spielt dabei keine Rolle. Das Ritual verfügt über eine magische Kraft, es wirkt aus sich selbst. Hat jemand die Eucharistie empfangen, sind ihm/ihr die Sünden faktisch vergeben und die Verbindung zwischen Gott und Mensch ist hergestellt. Die damit verbundene Gefahr besteht darin, dass das Heil an eine kirchliche Zeremonie gebunden ist. Kirche wird zur Bedingung, um am Heil teilzuhaben. Die Kirche ist wesentlicher Bestandteil der Brücke zwischen Gott und Mensch.

 

Martin Luther betont den persönlichen Glauben. Die innere Haltung zur kirchlichen Handlung rückt in den Mittelpunkt. Die Wirksamkeit eines Rituals hängt vom individuellen Vertrauen auf Gottes Handeln im Ritual ab. Die Kirche ist Dienerin mit dem Auftrag, immer wieder Gelegenheiten für die persönliche Glaubensbestätigung zu schaffen. Auch unabhängig vom Ritual setzt das eigene Heil den eigenen Glauben voraus, weil mit dem Glauben die gewünschte Verbindung zwischen Gott und Mensch in Kraft getreten ist. Der Glaube ist wesentlicher Bestandteil der Brücke zwischen Gott und Mensch.

 

Die geniale Schlichtheit dieses Glaubens erweist sich jedoch bis heute immer wieder als Überforderung für die Christ:inn:en. Wenn so viel vom eigenen Glauben abhängt, dann liegt der Zweifel nahe, ob der eigene Glaube stark genug ausgeprägt ist, und es stellt sich die Frage, woran dies gemessen werden kann. Durch die Hintertür etablieren sich auch in den protestantischen Kirchen und insbesondere in freikirchlichen Strömungen inoffizielle Regelwerke als Gradmesser des individuellen Heils. Ein rechtschaffenes Leben, das eigene kirchliche Engagement, das eigene Bekehrungserlebnis, die Innigkeit der persönlichen Beziehung zu Jesus, die Zugehörigkeit zu einer engen Gemeinschaft, der Verzicht auf Sex vor der Ehe, die Betonung der zehn Gebote, die Wertschätzung der Bergpredigt, die unverrückbare Anerkennung der Bibel als Wort Gottes, das mildtätige Handeln – eine Vielzahl klarer Regeln oder auch nebulöser Kriterien drängen in zahlreichen Fällen das schlichte Glaubensbekenntnis an den Rand. Der/die einzelne Gläubige mit dem eigenen Tun, Lassen und Glauben wird zum wesentlichen Bestandteil der Brücke zwischen Gott und Mensch.

 

Ich frage mich, ob die Christenheit der Zuwendung Gottes grundsätzlich zu wenig zutraut – wenn nicht sogar misstraut. Womöglich kommt darin auch eine typische Anmaßung zum Ausdruck: Es kann ja nicht sein, dass Mensch und Kirche rein gar nichts zum individuellen Heil beitragen können.

Dabei könnte alles so einfach sein: Jesus Christus ist die Brücke zwischen Gott und Mensch. Punkt. Weder Kirche noch Ritual noch Glaube noch das individuelle Christsein sind Teil dieser Brücke. Gottes Heilshandeln in Jesus Christus bedarf keiner Ergänzung. Es ist vollkommen und Fakt und liegt über dieser Welt als Angebot der engsten Verbindung zwischen Schöpfer und Geschöpf. Der Glaube ist Freude, Dankbarkeit und Vertrauen, weil das Heil in Jesus Christus auch mir gilt. Mehr nicht. Die Kirche mit Ritual und Predigt bleibt Dienerin mit dem Auftrag, Gelegenheit zur Vergewisserung zu schaffen. Mehr nicht. Christ:inn:en können erleichtert ausatmen, weil Gott alles tut und nichts von Kirche und Individuum abhängt.

 

Gott hat die Kluft zwischen ihm und mir überwunden. Daran glaube ich. Thema durch.

Dirk Röse Parma Schinken

Ernährungswirtschaft: Hauptsache satt.

Montag, 27. Dezember 2021

Wie konnte es nur dazu kommen, dass Nahrungsmittel in weiten Teilen unserer Gesellschaft eine so geringe Wertschätzung genießen? In den ersten Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg gaben die Menschen einen großen Teil ihres monatlichen Budgets für Ernährung aus. Teure Nahrung ist per se nichts Wünschenswertes, untermauert aber den eigenen Stellenwert. Die industriellen Möglichkeiten und der Wettbewerb führten seither zu einer Abwärtsspirale der Preise und der Wertschätzung. Viel für wenig zu bekommen, bleibt das Credo – auch wenn wir deshalb schon lange nicht mehr wissen, was wir da eigentlich essen. Und nun dämmert sehr langsam die Erkenntnis, dass der Markt zwar alles regelt, aber längst nicht alles gut regelt. Die Farm-to-Fork-Strategie der Europäischen Union zielt auf einen Wandel, regionalere Produktion, gesündere Lebensmittel, nachhaltige Systeme. Ich hoffe, dass es gelingt und nicht am passiven Widerstand einer satten Bevölkerung scheitert.


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Obenbrodischideck.

Sonntag, 26. Dezember 2021

Ausgestrahlt wurde der Beitrag zur »Gaudi auf der Hütten« nicht. Dem Bayerischen Rundfunk waren die »Saupreißn« zu reaktionär für die Wiederbelebung des regionalen Tourismus.

Dirk Röse Weihnachten

Feiertage als Sinnangebot.

Freitag, 24. Dezember 2021

Ihr Lieben, endlich Weihnachten, das Fest der Liebe, das Fest der Geburt Jesu Christi, das Fest der Familie, die schönste Zeit des Jahres. 

Feiertage haben ihren jeweils eigenen Anlass. Weihnachten, Karneval, der Tag der deutschen Einheit, Geburtstage und Gedenktage machen ein Sinnangebot, auf das wir uns einlassen können. Was daraus wird, liegt daran, was wir daraus machen.

Ich wünsche Euch ein herzerwärmendes und geruhsames Fest. Frohe Weihnachten!

Dirk Röse CDU Ralph Brinkhaus Hendrik Wüst Friedrich Merz

CDU: Stickstofffixierung.

Donnerstag, 23. Dezember 2021

Ralph Brinkhaus probt Opposition und macht den Lauten. Hendrik Wüst übt sich in Omikron-Omnipräsenz und mimt den smarten Nachwuchs. Friedrich Merz agiert im Untergrund und lässt die Frage offen, ob seine Vorstellung von einer Runderneuerung der Partei in seiner Kanzlerkandidatur besteht. Die CDU wirkt wie frische Mulchmasse und akzeptiert die hartnäckige Stickstofffixierung an ihrer Spitze.

Dirk Röse Flutwein Ahrtal

Verschworenes Ahrtal.

Mittwoch, 22. Dezember 2021

Noch immer fehlt mir jegliche Vorstellungskraft für die ungeheure Wucht, mit der das Ahrtal im Sommer dieses Jahres überflutet wurde. Freunde von mir sind glimpflich davon gekommen. Was sie im Laufe der Monate berichten, wirft abseits der Medien ein sehr persönliches und bedrückendes Bild auf die dortige Situation. Gleichzeitig stemmt sich die verschworene Gemeinschaft immer wieder gegen die Verzweiflung und schafft Zeichen der Hoffnung.

Im Sommer beteilige ich mich am Crowdfunding der Initiative »flutwein«. Nun kommt eine Flasche Rotwein, geborgen aus dem Schlamm der Wassermassen. Die Aktion ist sehr gelungen und hilfreich. Mehr als vier Millionen Euro kommen den örtlichen Winzern zugute, die für die Region ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor und identitätsstiftend sind.

Doch all das ist nichts verglichen mit der unerschöpflichen Hilfsbereitschaft der vielen Freiwilligen, die seit Monaten dazu beitragen, dass das Ahrtal wieder lebenswert wird.

Dirk Röse widewide wie sie mir gefällt

Mindestgeschwindigkeit.

Sonntag, 19. Dezember 2021

Ursprünglich waren die rot umrandeten Verkehrsschilder mit den Inschriften »30«, »50«, »70« oder »100« als Hinweis auf die aktuell geltende Höchstgeschwindigkeit gedacht. Längst aber haben wir sie zu Angaben zur Mindestgeschwindigkeit umgedeutet. Da wird man auch schon mal bedrängt, weil man mit 110 kmh zu langsam ist, obwohl man schon zu schnell fährt.

Es ist gut so.

Sonntag, 12. Dezember 2021

»Es ist genug für mich.« Wer das über sich selbst sagen kann, trifft eine bemerkenswerte Entscheidung. So, wie es gerade ist im Leben, gibt es keinen Grund zur Klage, keinen Grund zur Veränderung. Diese Bescheidenheit ist nicht selbstverständlich. Der Mensch ist nicht genügsam. »Mehr« und »Besser« sind zwei hartnäckige Gegenspieler des »Genug»«. Mehr Geld, mehr Karriere, mehr Macht, mehr Einfluss, mehr Ansehen, mehr Wohlstand, mehr Spaß, mehr Umsatz, mehr Gewinn. Ein besseres Leben, ein besseres Haus, eine bessere Beziehung, ein besseres Aussehen, ein besserer Job. Es gibt genug, wovon man ruhig noch mehr haben könnte.

Insbesondere die Wirtschaft hält nichts von »Genug« und nutzt einen weiteren Gegenspieler, der sich niemals abnutzt: »Neu«. Der Reiz des Neuen ist nahezu unwiderstehlich. Und die Werbebranche weiß genau, wie sie uns immer wieder locken kann. Der nüchterne Einwand lautet: Wofür braucht es neue Kleidung, das neue Smartphone und das neue Auto, wenn das Vorhandene seinen Dienst noch treu erfüllt? Der Drang nach dem Neuen treibt den Menschen um. Witzigerweise hat sich die Wirtschaft sogar auf einen genügsameren Anspruch eingestellt und produziert viele Dinge unter dem Anspruch »Good Enough«. Hier vereinen sich »Mehr«, »Neu« und »Besser« mit einer gewissen Bescheidenheit. Der Drang von Mensch und Wirtschaft kommt auch auf niedrigerem Niveau zusammen.

Damit ist nicht gesagt, dass der Wunsch nach »Mehr«, »Neu« und »Besser« grundsätzlich schlecht ist. Unter anderem in prekären Lebenssituationen ist er angemessen und nachvollziehbar. Überdies trägt er dazu bei, Wirtschaft und Wohlstand aufrechtzuerhalten. Wir brauchen auch gar nicht erst versuchen, diese menschliche Eigenschaft zu leugnen oder auszumerzen. Es wird nicht gelingen.

Vielleicht ist es aber hilfreich, sich bei Gelegenheit der Frage zu stellen: »Ist es nicht genug für mich?« Das könnte dazu helfen, den eigenen Geldbeutel, die eigene Psyche und die eigenen Beziehungen nicht zu überlasten. Und es könnte zu mehr Nachhaltigkeit im eigenen Leben führen.

Dirk Röse Helm ab zum Gebet

Bundeswehr: Archaische Rituale.

Samstag, 4. Dezember 2021

Zur Bundeswehr habe ich nie ein Verhältnis entwickelt, weder im Positiven noch im Negativen. In den 1980er Jahren verweigerte ich den Wehrdienst und absolvierte zwanzig Monate Zivildienst. Dass Deutschland Soldaten braucht, erscheint mir bis heute als unvermeidliche Gegebenheit in einer Welt, die seinerzeit in den Kalten Krieg verstrickt war und die heute angesichts der überall auftretenden Autokraten gewappnet sein muss. Gleichzeitig verwundert es mich, dass kleinere Nationen wie Costa Rica ohne Armee auskommen und nicht einmal über eine Schutzmacht verfügen. Und dass Einsätze wie in Afghanistan am Ende zu keinerlei bleibendem Erfolg führen, verstärkt die Frage nach Sinn und Unsinn der Truppe.

Als dieser Tage die scheidende Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem Großen Zapfenstreich geehrt wurde, war die innere Distanz wieder sehr deutlich. Gewehr hoch, runter, links, rechts. Dieses Ritual erschloss sich mir nicht und wirkte archaisch. Dass es dann aber tatsächlich hieß: »Helm ab zum Gebet« und »Großer Gott, wir loben dich« intoniert wurde, war verstörend.

Dirk Röse Fleisch Moor

Nervöser Moorschutz.

Donnerstag, 2. Dezember 2021

Am Abend nehme ich an einer Online-Veranstaltung zum Moorschutz teil, die von einer Grünen-Abgeordneten im Europäischen Parlament angeboten wird. Da vor wenigen Wochen eine Bund-Länder-Zielvereinbarung verabschiedet wurde, in der es wesentlich um die weiträumige Wiedervernässung von landwirtschaftlich genutzten Moorböden geht, entwickelt sich im Hintergrund ein lebhafter Chat. Einige Teilnehmende äußern die Ansicht, dass Landwirtschaft auf Moorböden nichts zu suchen hat, dass die Eigentümer für die Emissionen aus ihren Agrarflächen zahlen sollten und dass auch eine Enteignung nicht ausgeschlossen werden sollte. Landwirte zeigen sich nervös, da es hier an die Substanz ihres Erwerbslebens geht. Ich frage: Werden wir noch satt, wenn alle landwirtschaftlich genutzten Moorböden renaturiert werden? Als Antwort weisen Veranstalterin und Chatteilnehmende darauf hin, wie viel Tierfutter auf den Flächen angebaut wird und dass bei einer konsequenten Ernährungsumstellung längst nicht mehr alle Agrarflächen benötigt würden. MIr ist bewusst, dass eins ins andere greift und dass eine tiefgreifende Veränderung unserer Gesellschaft angestrebt wird. Aber manch eine Rechnung, die aufgemacht wird, erscheint mir doch etwas zu einfach.

Dirk Röse Zellteilung

Keimzelle Familie.

Freitag, 26. November 2021

Neben Kindergeld und Kinderfreibeträgen profitiert die Familie auch von steuerlichen Erleichterungen. Das gilt, solange beide Elternteile eine staatlich anerkannte Lebensgemeinschaft bilden und nicht dauerhaft getrennt leben. Zerbricht diese Gemeinschaft, werden diese steuerlichen Vorteile zurückgenommen. Eine ohnehin leidvolle Entwicklung wird damit in zahllosen Fällen durch finanzielle Einbußen deutlich verschärft. 

Ich verstehe, dass der Staat die Familie als Keimzelle der Gesellschaft wertschätzt und in besonderer Weise finanziell stützt. Ich verstehe nicht, warum der Staat diese Keimzelle an einer bedrohlichen Schnittstelle des Lebens steuerlich wieder schlechter stellt. Auch unter erschwerten Bedingungen müssen alle und insbesondere die Kinder weiter versorgt werden. Die Keimzelle existiert nach der Zellteilung weiter.

Neben der zerrütteten Ehe trägt der Staat an seinem innersten Kern willentlich zu einer Verschlechterung der Lebensumstände bei.


Dirk Röse Notizbuch

Wissen, wo es steht.

Samstag, 20. November 2021

Ich hatte einen Gedanken.
Irgendwann kam mir ein dazu passender zweiter Gedanke.
Ich dachte, perfekt wäre ein dazu passender dritter Gedanke.
Darüber entfiel mir der zweite Gedanke.
Jetzt habe ich einen Gedanken und suche nach einem dazu passenden zweiten.

Dirk Röse Lesson Learned

Corona: Ungebremst in die vierte Welle.

Sonntag, 14. November 2021

Unsere Erwartungen werden nicht erfüllt. Die Annahme, dass mit einer vollständigen Impfung gegen das Coronavirus auch das normale Leben dauerhaft zurückkehrt, bestätigt sich nicht. Stattdessen sehen wir uns mit dramatisch steigenden Sieben-Tage-Inzidenzen konfrontiert, erleben eine nicht unerhebliche Anzahl an Impfdurchbrüchen - zum Teil mit schweren oder gar tödlichen Verläufen - und müssen damit rechnen, dass der kommende Winter erneut von unerfreulichen Einschränkungen ins Berufs- und Privatleben geprägt sein wird.

Auch das Kalkül der Drückeberger:innen geht nicht auf. Darauf zu setzen, dass man selbst um eine Impfung herumkommt, wenn sich genügend andere immunisieren lassen, erweist sich als Trugschluss und endet womöglich im Krankenhaus. Ganz zu schweigen von den idiotisierten Corona-Leugner:inne:n und radikalisierten Impfverweigernden, die sich längst aus der Solidargemeinschaft unserer Gesellschaft verabschiedet haben.

Selbst die Politik scheint von dieser Entwicklung überrascht zu sein. Noch immer steht auf der Agenda, die epidemische Lage nationaler Tragweite am 25. November zu beenden, und die bis dato ergriffenen Maßnahmen gegen zuehmende Neuinfektionen sind zu zaghaft. Corona kehrt zu einer ungünstigen Zeit zurück. Die alte Regierung ist nur noch geschäftsführend im Amt, eine neue Regierung gibt es bislang nicht. Überdies sind die Menschen coronamüde und offenbar traut sich kaum jemand, die Notbremse zu ziehen.

Wir haben unsere Lektion noch nicht gelernt. Einmal mehr haben wir Corona unterschätzt und sind ungebremst in die vierte Welle gerast. 

Es sieht danach aus, als müssten wir die Corona-Pandemie längerfristig denken und bekämpfen. Die Bevölkerung sollte sich auf eine jährliche Nachimpfung im Spätsommer einrichten. Und wahrscheinlich müssen wir uns bis auf Weiteres auf Corona-Winterhalbjahre mit Einschränkungen und beschränkungsfreie Sommerhalbjahre einrichten. Das ist nicht schön. Doch immer wieder war die Rede davon, dass wir lernen müssen, mit dem Coronavirus zu leben. Es ist jetzt an der Zeit, diese Aussage ernst zu nehmen.

Dirk Röse Hexenschuss

Ischi am Aschi.

Donnerstag, 12. November 2021

Hexenschuss.
Herausforderung des Tages.
Die zweite Socke.

Dirk Röse Träge Kirche

Kirche in Deutschland: Versteuerte Akzeptanz.

Sonntag, 7. November 2021

Dass die großen Kirchen in Deutschland weitermachen können, ist nicht ihr eigenes Verdienst. Es ist der Staat, der mit der Kirchensteuer das Gefüge in Gang hält, und es ist die Trägheit der MItglieder, die von einer ernsthaften Auseinandersetzung über Sinn oder Unsinn der Teilhabe an den Kirchen abhält. Schaffte man die Kirchensteuer zugunsten direkter Beiträge ab, würde die Zahl der Mitglieder schlagartig in sich zusammenfallen. Schonungslos käme ans Licht, was jetzt schon der Fall ist: Breite Akzeptanz genießen die Kirchen nur noch als Wohlfahrtsverbände, gesellschaftspolitisch spielen sie längst keine Rolle mehr und die Zahl der beitragswilligen Gläubigen ist erschreckend niedrig.

Gestern ist heute.

Samstag, 6. November 2021

Es ist eigentümlich, dass ein Großteil der Geschichten und Romane in der Vergangenheitsform geschrieben wurde und dennoch eine fesselnde Gegenwart erweckt.


Eng.

Freitag, 5. November 2021

Unmittelbar vor mir biegt ein Bulli auf meine Spur ein. Für eine Vollbremsung ist es zu spät. Ich reiße das Lenkrad herum, gerate auf die Gegenfahrbahn, steuere wieder zurück, dann rauscht auch schon der Gegenverkehr an mir vorbei.

Dass es nicht gekracht hat, erscheint mir wie ein Wunder. Es war so knapp. Glück und Unglück liegen eng beieinander. Diesmal waren es nur Zentimeter.

Dirk Röse Halloween

Gruselige Protestant:inn:en.

Sonntag, 31. Oktober 2021

Halloween, US-amerikanische Tradition verdrängt protestantische Geschichte und bekommt in Niedersachsen einen eigenen Feiertag.

Dirk Röse Schreibwerkstatt

Lemminge.

Samstag, 30. Oktober 2021

Schreibwerkstatt unter der Leitung von Hans Georg Bulla mit Isabell Kobus, Holger Küls und Elisabeth Tondera. Sehr nett, sehr hilfreich, sehr inspirierend, sehr empfehlenswert. Mit »Lemminge« bekommt »Hamster« eine Fortsetzung. Es bleibt die Frage, ob der Biss vergangener Jahre noch da ist.

Herbstliches Idyll.

Sonntag, 24. Oktober 2021


Später Sonnenaufgang, der Horizont glüht.
Schwärme von Zugvögeln am Himmel, manchmal Wildgänse. 
Unten weiden Kühe und Schafe. 
Spatzen, Meisen und Rotkehlchen naschen im Vogelhaus. 
Goldenes Laub.
Ich werde Idyll.

Dirk Röse Sonnenaufgang
Dirk Röse Schafe
Dirk Röse Indian Summer
Dirk Röse Gendern

Gendern.

Freitag, 15. Oktober 2021

Frauen und Männer in der Sprache angemessen berücksichtigen. Gestern Abend sah ich einen Film, in dem eine Frau über sich selbst sagte: »Wer liest schon seine E-mails?« Hätte sie nicht sagen sollen: »Wer liest schon ihre E-mails?« Doch das hätte geklungen, als ginge es um irgendwelche Dritte, die aus Desinteresse die Mails dieser Frau natürlich nicht lesen. Auch eine neutrale Formulierung wie: »Wer liest schon eigene Mails?« hätte genau genommen nur auf selbstverfasste Nachrichten verwiesen. Die Lösung hätte darin bestanden, die abwertende Aussage der Frage zu fokussieren: »Wer liest denn noch Mails?« Die deutsche Sprache eignet sich nicht zum konsequenten Gendern, sondern maximal zur Neutralität, mit der Gendern vermieden wird.

Dirk Röse Ampel

Neue Regierung: Die Kleinen ganz groß.

Dienstag, 12. Oktober 2021

Es ist kein Wunder. Wir sind ein Land, das sich schwer tut mit der eigenen Führungsriege. Kurzfristige Begeisterung weicht schnell einer gesunden Ernüchterung. Die Achtung der Wählenden muss man sich verdienen.

 

Es ist kein Wunder. Dass Annalena Baerbock ihren anfänglichen Höhenflug als Kanzlerkandidatin nicht aufrechterhalten konnte. Es wäre auch ohne die bekannten Fehltritte schwer geworden. Abstürze sind bei solchen Kandidaturen kein Einzelfall, man erinnere sich nur an Martin Schulz.

 

Es ist kein Wunder. Dass Armin Laschet nach sechzehn Jahren Angela Merkel kämpfen musste. Sein politisches Charisma war für die Bundesebene nicht ausgeprägt genug. Auch Markus Söder hätte Mühe gehabt, die breite Wählerschaft mit der offensichtlichen Vordergründigkeit zu überzeugen.

 

Es ist kein Wunder. Dass Olaf Scholz profitierte. Staatstragende Zurückhaltung und ein untertouriger Wahlkampf waren in dieser Situation die richtige Vorgehensweise. Über Eignung oder Luftnummer sagt das noch nichts aus. Er wird sehr bald aus der Deckung kommen müssen.

 

Es ist kein Wunder. Dass die CDU nun in sich zusammenfällt. Man ging dort immer noch davon aus, dass die Partei über genügend Substanz verfügt. Doch ein über vier Amtsperioden laufender Regierungsbetrieb ließ nahezu unbemerkt Hohlräume entstehen. Plombieren hilft da nichts, es muss ein neuer Zahn her.

 

Erstaunlich ist, wie souverän jetzt FDP und Grüne die öffentliche Bühne bestimmen. Die SPD bleibt weiterhin weitgehend unsichtbar. Es ist, als ob Politik in Deutschland ab jetzt von den kleineren Parteien gemacht wird. In gewisser Hinsicht ist das auch angemessen, denn die Parteienlandschaft hat sich verändert. Nur mit dem Kunstgriff einer Großen Koalition konnten wir jahrelang darüber hinwegtäuschen, dass die großen Volksparteien längst nur noch relativ große Parteien sind, die für eine Regierungsmehrheit auf ein Dreierbündnis angewiesen sind. FDP und Grüne haben das offenbar verstanden und wollen nun zeigen, wie Regieren zukünftig geht. Nun muss es nur noch gelingen.

Dirk Röse Speiseeis gegen Erderwärmung

Green Deal 2050.

Samstag, 25. September 2021

Wir werden scheitern. 65 % weniger Treibhausgasemissionen bis 2030 – in Deutschland und im Vergleich zu 1990 – sind mit uns nicht zu machen. Wir lügen, wir taktieren, wir machen allzu kleine Schritte, wir bleiben ratlos und wir hoffen immer noch darauf, dass wir am Ende ohne größere Einschnitte in unser gewohntes Leben davon kommen. Es wird so nicht funktionieren.

 

Die EU legt Rahmenpläne vor, Deutschland ruft Ziele aus und niemand weiß, was das im Einzelfall für Individuum, Unternehmen, Städte und Gemeinden sowie für die Gesellschaft bedeutet. Dabei sind die neun Jahre bis 2030 nur dann ein langer Zielhorizont, wenn Veränderungen zügig und mit Nachdruck eingeleitet werden. Doch ganz im Ernst: Wer möchte das? Wer möchte das durchsetzen? Wer möchte das erleben?

 

Drei Milliarden zusätzliche Bäume in Europa, aussichtsreiche Projekte zur Nutzung von Biokohle, verstärkte Forschung zur wasserstoffbasierten Energie, die Klassiker Wind- und Solarenergie, die engeren Daumenschrauben beim Emissionshandel und vieles mehr sind bewundernswerte Anstrengungen, um Treibhausgase zu vermeiden bzw. zu verringern. Und sie alle sind darauf ausgelegt, unseren Lebensstil unverändert aufrechtzuerhalten. Klar, das wünsche ich mir auch – und bitte auch mit weltweitem Potenzial, damit Afrika und andere Regionen gleichziehen können. Und mich treibt das ungute Gefühl um, dass es so nicht gehen wird.

 

Denn zugleich verstärken wir Entwicklungen, die nicht in jedem Fall zu mehr Klimafreundlichkeit führen. Insbesondere unser Bedarf an Strom wird weiterhin gewaltig zunehmen. Auf die seit Jahren gut etablierten Stromfresser in Industrie, Handel und Haushalt satteln wir tatsächlich zusätzliche Faktoren auf, so z. B. Elektroautos, Smartphones und Digitalisierung, und setzen auf eine Ernährungswirtschaft, die ohne gewaltige Kühlketten nicht mehr existieren kann. Und ganz nebenbei müssen nun auch Radfahren und Rauchen elektrisiert werden. Nicht alle diese Punkte sind ihrer Klimarelevanz ausschlaggebend, bestätigen aber die ungebrochene Tendenz nach »immer mehr« statt »jetzt mal weniger«. Weniger Strom, weniger fossile Energieträger, weniger Neues, weniger Mobilität, weniger Fleisch, weniger … 

 

Die Ökobilanz eines Elektroautos wird erst nach 127.000 gefahrenen Kilometern besser als die eines Benziners und nach 219.000 gefahrenen Kilometern günstiger als beim Diesel. Hintergrund sind die Herstellung und der derzeitige Strommix in Deutschland. Für einen nennenswerten Fortschritt in Sachen Umwelt- und Klimaschutz ist mir das noch zu wenig.

 

Werden wir wirklich umhin kommen, Prioritäten zu setzen und uns für das eine und gegen das andere zu entscheiden? Diese gesellschaftliche Debatte traut sich niemand zu. Und deshalb werden wir scheitern. Und ja, es wird auch an mir liegen.

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Frühstücksgäste.

Samstag, 4. September 2021

»Squirrel's Snackbar«. Es ist schön, am Wochenende frühstücken zu gehen. Man steht auf und der Tisch ist schon gedeckt. Wenn dann auch noch die Sonne scheint, steht dem neuen Tag nichts mehr im Wege.

Dirk Röse Selbstbestimmtes Leben

Ein Eindruck von Freiheit.

Sonntag, 15. August 2021

Selbstbestimmtes Leben? Wir hatten keine Wahl beim Zeitalter. Wir haben uns unser Geburtsland einschließlich Gesellschaftsform nicht ausgesucht. Wir konnten die soziale Schicht nicht wählen. Wir hatten keinen Einfluss auf Eltern, Geschwister und Verwandte. Wir durften unseren Namen nicht bestimmen. Zugeteilt wurde uns auch ein Maß an Schönheit, Verstand und Gesundheit. Über gesellschaftliche und private Prägungen sind wir nicht erhaben. Vieles ist von Anfang an festgelegt und lässt sich nicht abschütteln. Unsere Einflussmöglichkeiten sind begrenzt.

 

In unserer Nische der Weltgeschichte und in unseren Breiten haben wir unglaublich großes Glück und tatsächlich viele Chancen auf Veränderung und Entwicklung. Man muss nicht allzu weit reisen, um in Regionen zu landen, in denen die persönlichen Freiheiten sehr viel geringer sind. Und doch ist auch hierzulande ein selbstbestimmtes Leben immer nur in Maßen möglich. Die allermeisten verharren Zeit ihres Lebens in der Abhängigkeit von gesellschaftlichen, monetären und auch privaten Strukturen. Nicht alles ist machbar, wir sind immer auch Teil eines Ganzen, das uns begrenzt.

 

Selbstbestimmtes Leben ist in dem Radius möglich, den uns die länger oder kürzer gespannten Fesseln lassen. Und wenn wir die Fesseln ausblenden oder akzeptieren, entsteht ein Eindruck von Freiheit.

Dirk Röse Wortspiel

Wortspiel adé.

Samstag, 31. Juli 2022

 

Programme wie Microsoft Word und Apps wie Grammarly versuchen nicht nur, uns auf Tipp- und Grammatikfehler hinzuweisen, sondern bieten verstärkt Eingriffe in unseren Schreibstil an. Zurzeit sind sie noch nicht wirklich zuverlässig, weil sie komplexere Zusammenhänge im Satzbau nicht immer verstehen. Aber die KI dahinter gewährleistet zügige Fortschritte. Damit beginnen eine Vereinheitlichung und eine Verarmung der Sprache. Sollten sich derartige Lösungen durchsetzen, klingen Texte in Zukunft alle gleich und kommen mit einem reduzierten Wortschatz aus. Doppelplusgut.

Dirk Röse Elisabeth Tondera Lesung Lingen

Rückkehr auf die Bühne.

Donnerstag, 1. Juli 2021

Die erste Autorenlesung seit 2019 und auch eine Premiere in Lingen (Ems). Eingeladen hatte die Stadtbibliothek zu einer »Überraschungslesung«. Die Überraschung lag ganz auf meiner Seite, dass unter den noch sehr präsenten Pandemie-Bedingungen tatsächlich eine ganze Reihe an Gästen kam. Das lag sicher an Elisabeth Tondera, die in der Region als Autorin und Künstlerin bekannt ist und mit der ich im Wechsel las. Die erleichternde Erkenntnis: Es geht noch und auch die alten Geschichten funktionieren nach wie vor. Ein herzlicher Dank gilt Simone Knocke als baldiger Leiterin der Stadtbibliothek und natürlich Elisabeth, die mir die Chance gab.

Dirk Röse Reiten Richard

Tugedug tugedug tugedug.

Samstag, 12. Juni 2021

Achtsamer Ausritt mit Richard.

Erstaunlich, wie viel Karotte da rein passt.

Verblüffend, wie viel Muskeln ich habe.

Dirk Röse Corona Impfung

Freiheit wie gestochen.

Donnerstag, 3. Juni 2021

Geimpft ... Ich bin zwei Tage krank und warte auf den umfassenderen Schutz. Das Leben kehrt zurück. Der Winter beendet seine zähen Ausläufer und geht direkt in den Sommer über. Die surreale Leere der Stadt wird durch Menschen verdrängt, die ihre Nasen behutsam der Sonne entgegen strecken. Ein Schatten lag schwer über der Welt und verlängerte Leid um wertvolle Lebenszeit. Plötzlich ist überall Licht. Das Glück liegt in niedrigen Zahlen und schießt direkt durch die Nadel ins Herz.

Dirk Röse Episode

Nach dem Abgang.

Montag, 19. April 2021

Was bleibt. Nichts bei vielen. Wenig bei einigen. Viel bei einzelnen. Der Mensch ist Episode.

Kündigung, Trennung, Umzug, Tod. Eher üble Nachrede denn Wohlwollen. Ist man erst einmal weg, zersetzt sich die Erinnerung.

Und heute. Vorzeitig Gleichgültigkeit entwickeln. Nach dem Abgang darf ich egal sein.

Dirk Röse Corona Maske

Happy Corona.

Dienstag, 23. März 2021

Es war nur eine Frage der Zeit, früher oder später musste es so weit kommen. Ich stehe vor einem Geschäft, will eintreten und möchte zuvor meine Maske aufsetzen. Doch das dusselige Ding ist in keiner Jacken- oder Hosentasche zu finden, dabei bin ich absolut sicher, es eingesteckt zu haben. Dann der zufällige Blick ins Schaufenster. Ich habe die Maske bereits auf ... Eines Tages wird sie auf dem Gesicht festwachsen. Brillenträger wissen, was ich meine. Happy Corona.

Dirk Röse Frischer Haarschnitt

Frischer Haarschnitt.

Mittwoch, 3. März 2021

Lieber Christian Lindner, es stimmt, dass ich von der Politik keinen frischen Haarschnitt erwarte. Eher vertraue ich meinem Friseur die Politik an, als der Politik meine Haare. Es wundert mich nur, eine solche Aussage von jemandem zu hören, der auch im Lockdown stets akkurat frisiert ist. Heute konnte auch ich endlich wieder zum Friseur. Die letzten Monate waren für eitle Männer echt hart. Doch nun fühle ich mich wieder wie ein Mensch. Ich bin gerade echt dankbar für erfrischende Politik ohne Haarspalterei.

Dirk Röse Pokern Gott

Um die Ewigkeit gepokert.

Sonntag, 21. Februar 2021

Wir pokern hoch. Angenommen, es gibt doch einen Gott und er bestimmt die Regeln. Dann könnte es beizeiten eine böse Überraschung geben, wenn wir völlig unvorbereitet auf ihn treffen und er sich nicht darum schert, wie wir uns Diesseits und Jenseits, Gut und Böse, Sinn und Unsinn, verantwortliches Dasein vorgestellt haben. Dass wir relativ leichtfertig auf die Ewigkeit zusteuern, bestenfalls an unsere eigenen Vorstellungen des Heiligen glauben oder uns von der regional vorherrschenden Religion vereinnahmen lassen, ist riskant. Wir könnten daneben liegen. Dummerweise haben wir nur diese eine Chance des Lebens, der Wahrheit auf die Spur zu kommen. Es ist ärgerlich, dass auch die sympathischsten und vertrauenswürdigsten Glaubensträger auf völlig unterschiedliche Antworten kommen. Das ist das Gemeine am Jenseitigen. Es ist zu wenig diesseitig. Es geht nicht anders, als dass wir pokern. Es sollte uns aber zumindest bewusst sein, dass wir pokern.

Dirk Röse Rheinischer Sauerbraten

Sinnstiftend lachen.

Donnerstag, 11. Februar 2021

Es ist einer dieser Tage, die am nächsten Morgen schon vergessen sind. Mittags stolpere ich in die Pause einiger Kolleg*innen, die coronawidrig zusammenstehen und sich über Rheinischen Sauerbraten unterhalten. Der wird aus Pferdefleisch gemacht. Ich sage: »Gestern noch geritten, heute schon mit Fritten.« Gegen Abend hole ich aus der Apotheke FFP2-Masken, die mir Jens Spahn zur Verfügung gestellt hat. »Zwei Euro«, sagt die Apothekerin. Ich schiebe zwei Euro unter das Plexiglas und sage: »Stimmt so.« Ist das der Sinn dieses Tages? Menschen zum Lachen zu bringen mit Scherzen, die andere sich ausgedacht haben?

Dirk Röse Sonnenaufgang

Frohes neues Jahr.

Freitag, 1. Januar 2021

Ein frohes neues Jahr Euch allen.

Möge es eine gute Zeit werden.

Bleibt gesund und zuversichtlich.